Quelle: handball-world.com Es war nicht nur das Talent, das ihm seine sportlich ambitionierten Eltern Rudolf und Irma Spengler in die Wiege gelegt hatten. Der am 10. Februar 1950 in Lützellinden geborene Horst Spengler bewies 28 Jahre später als Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft im Endspiel um die Weltmeisterschaft, welche Entwicklung ein junger Sportler mit Trainingsfleiß, Einsatzbereitschaft und einem Kämpferherzen nehmen kann: Nachdem die deutsche Nationalmannschaft mit „Hotte“ – wie Horst Spengler gerufen wurde - bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal Vierter geworden war, errang sie am 5. Februar 1978 erstmals für Deutschland den Weltmeistertitel durch einen 20:19-Erfolg in Kopenhagen über die UdSSR. Ein Erfolg, der erst im Jahr 2007 bei der WM im eigenen Land wiederholt werden konnte.
Horst Spengler, heute Oberstudienrat für die Fächer Sport, Mathematik und Physik an einem Herborner Gymnasium, war ein ganz Großer seiner Handballzunft, ein Idol für die Jugend und ein Vorzeigesportler erste Klasse. „Der Kreis war sein Reich“, lautete eine Überschrift in einer Sport-Fachzeitschrift, in der Horst Spengler als einer der erfolgreichsten deutschen Kreisläufer aller Zeiten vorgestellt wurde. Jahrelang war er mit 147 Länderspielen deutscher Rekordnationalspieler, der im Trikot der Nationalmannschaft 293 Tore warf.
Im Alter von sechs Jahren begann seine sportliche Laufbahn beim heimischen TV Lützellinden. „Abwanderungsgedanken zum Basketball, die ich damals hatte, wurden von meinem Vater schnell unterbunden“, erinnert sich der Jubiliar, der mit 19 Jahren zum mittelhessischen Handball-Aushängeschild und Erst-Bundesligisten TV Hüttenberg wechselte. Dort, wo sein Vater Rudolf, selbst ein hervorragender Handballer, in den Jahren zwischen 1968 und 1979 als Trainer Verantwortung übernahm, erlebte Horst Spengler seine sportliche Blütezeit.
Zweimal, 1976/77 und 1977/78, stand Horst Spengler mit dem TV Hüttenberg im Deutschen Pokalfinale in der jeweils ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle. Zweimal scheiterten die Mittelhessen am VfL Gummersbach, durften aber in der Saison 1978/79 am Europapokal teilnehmen, in dem für den TV Hüttenberg das rumänische Team von HC Baia Mare dann Endstation war. Vierzehn Jahre lang trug Horst Spengler trotz verlockender Angebote finanzstarker Clubs das Dress des TV Hüttenberg, ehe er auch als Trainer Erfolge verbuchte. Zunächst mit der SG Wallau/Massenheim und später mit der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen stieg er in die höchste deutsche Handball-Klasse auf.
Für die Handball-Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland wurde Horst Spengler offiziell zum WM-Botschafter der Stadt Wetzlar berufen, die zu den Ausrichtungsstädten der WM zählte. Heute ist Horst Spengler ein gefragter Handball-Fachmann und Co-Kommentator bei den TV-Übertragungen der Ersten Handball-Bundesliga. Sportlichen Ehrgeiz entwickelt er noch auf dem Tennisplatz, wo seine Vorhand („Peitsche“) gefürchtet ist. Ein großer Freundes- und Bekanntenkreis gratuliert heute neben seiner Frau Heidi und den Töchtern Alexandra und Kira dem „Ausnahme-Handballer“ zu seinem 60. Geburtstag.
Ulrich G. Monz
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