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Minden verzweifelt an Weber - Wetzlar siegt 26:23
Sonntag, den 21. Februar 2010 um 00:11 Uhr
Quelle: handball-world.com

Gut mitgehalten - aber letztlich musste Tabellenschlusslicht GWD Minden die Rückreise vom Auswärtsspiel in Wetzlar ohne zählbaren Erfolg antreten. Die Gastgeber nutzten zwei kurze Schwächephase der Ostwestfalen gnadenlos aus und siegten am Ende verdient mit 26:23 (12:10). Keeper Nicolai Weber war neben den beiden Toptorschützen Sven-Sören Christophersen (7/1) und Daniel Valo (5) der auffälligste Akteur für die Mittelhessen. GWD konnte sich ebenfalls auf sein Torhütergespann Nikolaos Katsigiannis und Svenn-Erik Medhus verlassen, im Angriff fehlte jedoch zu oft die Durchschlagskraft. Aljoscha Schmidt (6/2) war treffsicherster Akteur für die Gäste. Bestnoten verdienten sich auch die Unparteiischen Geipel/Helbig.

Die Zuschauer in der Rittal-Arena mussten lange auf den ersten Treffer warten. Hinter aufmerksamen Abwehrreihen stellten Nikolaos Katsigiannis und Nikolai Weber direkt mit einigen Paraden ihre Klasse unter Beweis. Nationalspieler Sven-Sören Christophersen war bei angezeigtem Passivvorwarnzeichen aus einem Freiwurf der erste Treffer vorbehalten, nach einem verunglückten Anspiel von Ingimundarsson an den Kreis zu Henriksson konnte Smoler im Gegenstoß auf 2:0 erhöhen.

Die Ostwestfalen taten sich unterdessen schwer, ins Spiel zu finden, das erste Tor aus dem Positionsangriff ließ mehr als zwölf Minuten auf sich warten. Moritz Schäpsmeier traf mit einem Hüftwurf aus der Rückraum Mitte zum 4:4. Zuvor hatten jedoch Schmidt von der Strafwurflinie und Henriksson im Gegenstoß den Anschluss für das Tabellenschlusslicht hergestellt und diesen im Spiel gehalten.

Beide Mannschaften lieferten sich in der Folge ein Duell auf Augenhöhe, eine vierminütige Schwächephase der Gäste nutzte Wetzlar dann aber aus, um sich auf 10:6 abzusetzen. Als Schmidt von der Strafwurflinie an Krasavac scheiterte, deutete nichts auf eine Rückkehr von GWD in die Partie hin, zumal Ulf Schefvert seine Auszeit bereits beantragt hatte. Aber Wetzlar wurde übermütig - Smoler versuchte mit hohem Risiko einen Pass zu Werum an den Kreis - und scheiterte. Auf der Gegenseite bügelte Schmidt seinen Fehlwurf mit einem Treffer vom linken Flügel zum 10:7 aus und gab dem mitgereisten Mindener Anhang wieder Hoffnung.

Als Just mit einem Durchbruch zum 10:12 getroffen hatte, hatte auch Michael Roth genug und bat sein Team zwei Minuten vor der Pause zur Besprechung. "Klar spielen, die Spirenzchen braucht kein Mensch", richtete der HSG-Coach deutliche Worte an sein Team. Die Halbzeit endete aber so, wie die ersten Minuten begonnen hatten – ohne einen weiteren Treffer. Den Schlusspunkt setzte Barna Putics mit einem direkt auszuführenden Freiwurf, der in der Wetzlarer Mauer hängen blieb.

Minden kämpfte sich in der Anfangsphase nach Treffern von Ingimundarsson und Just zum Ausgleich (14:14) und konnte dank der Paraden von Katsigiannis durch Schäpsmeier, der aus dem rechten Rückraum zum 16:17 (42.) traf, sogar erstmals in Führung gehen. Die Partie blieb dabei vom Kampf geprägt, wurde intensiv geführt und lebte keineswegs nur von der Spannung.

Während die Alternativen auf der Bank für Ulf Schefvert spärlich gesät waren, konnte Michael Roth mit Daniel Valo noch eine frische Kraft von der Bank bringen. Gemeinsam mit Sven-Sören Christophersen sorgte der Linkshänder nun für die einfachen Tore von den Halbpositionen. Minden hingegen schwanden die Kräfte, zumal Nicolai Weber auch weiterhin zahlreiche freie Würfe entschärfte und nach dem Spiel zum Akteur des Tages ausgezeichnet wurde. Und erneut waren es - wie ein Abbild des ersten Durchgangs - vier Minuten, die Wetzlar nutzte, um sich durch vier Treffer in Serie vorentscheidend auf 23:19 (54.) abzusetzen.

Der in der Schlussviertelstunde eingewechselte Svenn-Erik Medhus verzögerte die endgültige Entscheidung zunächst noch mit sehenswerten Paraden, im Angriff fehlte Minden jedoch einfach die Durchschlagskraft für eine erfolgreiche Wende. Für jeden Treffer mussten die Gäste viel Kraft aufwenden und als Jungwirth zwei Minuten vor dem Ende zum 25:21 traf war die Messe gelesen. Wetzlar siegte am Ende verdient mit 26:23 und sammelte im Kampf um den Klassenerhalt zwei wichtige Zähler, Minden hingegen rangiert weiterhin mit fünf Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz am Tabellenende.

Christian Stein

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