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„Wir sind glatt, aber noch nicht über den Berg!“
Dienstag, den 23. Februar 2010 um 21:00 Uhr
Wetzlarer Handballer können Insolvenz abwenden
Verantwortliche um Aufsichtsratschef Reimann legen schonungslos finanzielle Situation offen

Handball-Bundesligist HSG Wetzlar hat eine im Dezember drohende Insolvenz abgewendet. Aufgrund «eines erheblichen Einnahmedefizits» besonders im zweiten Halbjahr 2009 war der Tabellen-Zwölfte Ende 2009 fast zahlungsunfähig geworden, teilten HSG-Aufsichtsratschef Hardo Reimann und Geschäftsführer Sascha Schnorbich (Bild) am Dienstag mit. «Dies konnte aber gerade noch abgewendet werden, weil es uns von Anfang Dezember bis jetzt gelungen ist, neue Einnahmen von insgesamt 655 000 Euro zu erzielen», ergänzte Reimann.

Video der PK vom 23.02.2010 (Ton ist derzeit noch sehr leise! Wir arbeiten an diesem Problem. Solange am besten mit Kopfhörer hören!)

Nach dessen Angaben nahmen die Mittelhessen durch Sponsoren inzwischen 350 000 Euro und 140 000 Euro durch neu gezeichnete KG-Anteile sowie 165 000 durch private Darlehensgeber ein. Dabei habe der Club auf die Hilfe der mittelhessischen Wirtschaft und Politik zurückgreifen können. «Wir sind nun glatt, aber noch nicht über den Berg», sagte Reimann, der vor acht Monaten eine Unterdeckung von 550 000 Euro prognostiziert hatte.

«Wenn ich Anfang Dezember gewusst hätte, um welche Unterdeckung es sich bei uns handelt, gäbe es die HSG Wetzlar nicht mehr», sagte Reimann, der jeden seiner Schritte mit einem Insolvenzverwalter abgestimmt hatte. Für die laufende Saison plant die HSG mit einem Etat von 2,7 Millionen Euro und mit einem Überschuss von 45 000 Euro.

Reimann und der seit dem 1. Dezember neue Geschäftsführer Sascha Schnobrich wollen «die Ausgaben erheblich reduzieren». Deshalb hat die HSG zum 30. Juni 2010 den Vertrag mit dem Hallenbetreiber gekündigt. Bei einer geringeren Miete wollen die Grün-Weißen aber weiter in der Wetzlarer Rittal-Arena spielen.

Wetzlar teilte am Dienstag weiter mit, das für die neue Saison Philipp Müller vom Liga-Konkurrenten HBW Balingen- Weilstetten verpflichtet worden ist. Der 25-jährige Rückraumspieler erhält einen Zweijahres-Vertrag bis Juni 2012. Nach dem deutschen Jung-Nationalspieler Steffen Fäth (Rhein-Neckar-Löwen) und dem 30-maligen slowakischen Nationaltorwart Milos Hacko (TuSPO Obernburg) ist der gebürtige Würzburger der dritte Neuzugang für die Spielzeit 2010/2011. Dazu wurde eine Wechseloption aus dem Vertrag des Junioren-Nationalspieler Kevin Schmidt in beiderseitigem Einvernehmen gestrichen, so dass der Linksaußen der HSG bis 2012 erhalten bleibt. Auch Trainer Michael Roth bestätigte, dass er seinen bis zum 30. Juni 2011 laufenden Vertrag in Wetzlar erfüllen wird.

Quelle: dpa vom 23.02.2010

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