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Das "Spiel der vergebenen Möglichkeiten"!
Donnerstag, den 25. Februar 2010 um 07:23 Uhr
HSG Wetzlar führt lange, kann möglichen Auswärtssieg aber nicht ins Ziel retten
Gummersbach dreht Spiel in den letzten beiden Minuten
Vladan Krasavac hält fünf Siebenmeter!
 
(Foto: Ising)Fünf Siebenmeter hatte Vladan Krasavac gehalten, der Torhüter schien der Matchwinner für die Gäste der HSG Wetzlar in Gummersbach zu werden. Vor nur 1.479 Zuschauern führte Wetzlar fünf Minuten vor Spielende noch mit 24:22, doch mit drei Treffern in Folge wendete Gummersbach das Blatt. In einer durchschnittlichen Partie parierte dann aber auf der Gegenseite Goran Stojanovic und gab damit den entscheidenden Impuls. Auf der Gegenseite traf Adrian Pfahl zum entscheidenden 27:25, bevor Lützelberger den Endstand zum 28:25 setzte. Bester Werfer bei Gummersbach war Drago Vukovic mit sieben Toren, bei Wetzlar traf Salzer sechsfach. Gummersbach verbesserte sich auf den siebten Platz, Wetzlar bleibt Tabellenzwölfter.

Wie gestern bereits von handball-world.com - mit Verweis auf lokale und schwedische Medien - vermeldet, stand Torhüter Herdeiro Lucau dem VfL Gummersbach in der heutigen Begegnung gegen die HSG Wetzlar nicht mehr zur Verfügung, der Verein bestätigte die Ausleihe an den spanischen Club Valladolid bis zum Saisonende. Der Druck lastete so auf Goran Stojanovic, der sich an seinem 33. Geburtstag gleich mit einer sehenswerten Parade einführte. Auf der Gegenseite verwandelte Vedran Zrnic die ersten beiden Strafwürfe und beim 2:0 schien die Partie in der vierten Minute den erwarteten Verlauf zu nehmen, zumal Sven-Sören Christophersen den ersten Siebenmeter der Gäste gegen Stojanovic vergab. Die Siebenmeter sollten die Begegnung dabei auch in der Folge prägen.

Christophersen gelang im Nachwurf dann aber der erste Treffer für die Gäste, die am Vortag in einer Pressekonferenz ihre finanziellen Verhältnisse offen gelegt und das knappe Vorbeischrammen an einer Insolvenz dokumentiert hatten. Die Spieler schienen die positiven Entwicklungen auf der wirtschaftlichen Seite unterdessen mit in die Partie nehmen zu können. Gummersbach legte zwar weiter vor, doch Wetzlar spielte nun munter mit und ausgerechnet Michael Allendorf, um dessen scheinbare Vertragsverlängerung und dann doch Wechsel nach Melsungen es einige Irritationen gegeben hatte, sorgte beim 6:6 für den ersten Ausgleich. Auf der Gegenseite hatte der kurzfristige Wechsel von Christoph Schindler ebenfalls für Unruhe gesorgt, der noch vor einigen Wochen für Dormagen aktive Rückraumspieler zeigte sich davon aber unbeeindruckt und durfte beim 7:6 seinen ersten Heimspiel-Treffer bejubeln.

In der umkämpften Partie neigte sich das Pendel nun aber ein wenig zu Gunsten der Wetzlarer, die durch Avishay Smoler beim 8:7 erstmals in Führung gehen konnten. Zuvor war Zrnic mit einem Strafwurf an Krasavac gescheitert war, den nächsten Siebenmeter setzte Wagner an die Latte. Dennoch wechselte die Führung zurück zu den Gummersbachern, zunächst bediente Stojanovic mit langen Pass mustergültig Wagner, dann traf Vukovic in den Winkel. Die Partie wogte in der Folge hin und her, Szilagyi sorgte nach seiner Einwechslung für etwas mehr Struktur im Angriff der Hausherren, die nach einem Allendorf-Treffer wieder in Rückstand geraten waren. Doch Gummersbach blieb in der Folge nur der jeweilige Ausgleich - mit einem 14:15 aus Sicht der Gastgeber ging es nach einem unterhaltsamen ersten Abschnitt in die Kabinen.

Auch im zweiten Abschnitt folgte die Begegnung nun dem Muster, Wetzlar legt vor, Gummersbach zieht nach. Szilagyi hatte für den ersten Ausgleich gesorgt, danach zog Wetzlar auf zwei Tore davon, führte beim 19:16 gar mit drei Toren, doch Vukovic und Gunnarsson sorgten mit einem Doppelschlag wieder für den Anschluß. Übersichtlich auf dem Parkett wurde es dann eine Viertelstunde vor Spielende, als Mraz und Salzer zunächst auf die Strafbank mussten und danach mit Lützelberger und Allendorf weitere Akteure folgten. Gummersbach konnte die daraus resultierende doppelte Überzahl zumindest zum 21:21-Ausgleich durch Vukovic nutzen, die erneute Führung gelang aber nicht - auch weil Zrnic und Wagner weitere Siebenmeter vergaben.

Wetzlar hatte die kritische Unterzahlsituation überstanden und schien beim 24:22 durch Mraz die Aufholjagd der Gummersbacher erfolgreich abgewendet zu haben. Großer Rückhalt, nicht nur aufgrund der abgewehrten Strafwürfe war dabei Vladan Krasavac, der das Duell gegen den ebenfalls starken Stojanovic für sich entschied. Die schnelle Antwort von Szilagyi auf den Treffer von Mraz gab aber nicht nur der Halle neue Hoffnung, Pfahl legte fast genau sechzig Sekunden später den Ausgleich zum 24:24 nach - vier Minuten vor dem Spielende war die Partie wieder offen. Stojanovic trumpfte nun mit einer wichtigen Parade auf, knöpfte Jungwirth einen freien Wurf mit dem Fuß ab. Auf der Gegenseite traf Zrnic, erestmals im zweiten Abschnitt führten die Hausherren. Valo glich aus, doch mit der Halle im Rücken drehte Gummersbach zum Endspurt auf. Szilagyi setzte den erneuten Führungstreffer, Pfahl sorgte für die Vorentscheidung und Lützelberger für den 28:25-Endstand.

Stimmen zum Spiel:

Michael Roth:
Ich bin sauer, dass wir die große Chance verpasst haben, das Spiel heute zu gewinnen. Am Schluss hat sich die individuelle Klasse der Gummersbacher durchgesetzt. Schade, denn die Gelegenheit gegen eine so starke Mannschaft wie Gummersbach zu gewinnen, bekommt man nicht oft.

Sead Hasanefendic:
Ich bin sehr zufrieden, dass wir das Spiel gegen Wetzlar gewonnen haben. Es war ein spannendes Spiel und wir haben bis zum Schluss alles gegeben und hart gekämpft. Wir hatten heute einige Probleme in der Defensive, wir müssen in Zukunft kompakter verteidigen. Wetzlar war allerdings auch ein sehr starker Gegner mit einem sehr guten Torwart. Ich denke, der Sieg war nicht unverdient, denn wir haben eine tolle Moral bewiesen.

Goran Stojanovic:
Ich habe mir heute zum Geburtstag von der Mannschaft einen Sieg gewünscht. Das hat geklappt. Ich möchte ihn allerdings an unsere tollen Fans weiterverschenken. Sie haben uns großartig unterstützt und dafür gesorgt, dass wir das Spiel noch gewonnen haben.

Christoph Schindler:
Das erste Heimspiel beim VfL war etwas ganz Besonderes. Ich freue mich sehr, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir wussten, dass es gegen Wetzlar eine schwierige Aufgabe wird.

Drago Vukovic:
Wir hatten heute auch ein wenig Glück, aber wir haben bis zum Schluss für unseren Sieg gekämpft. Wir haben uns im Vergleich zu unseren Europapokal-Spielen gesteigert und wir werden auch weiterhin an uns arbeiten.

Geschäftsführer Axel Geerken:
Ich freue mich sehr über unseren Sieg. Bei Lucau haben wir seinem Wunsch nach mehr Spielzeit entsprochen und ihn nach Valladolid ausgeliehen. Wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen und wünschen ihm dort für den Rest der Saison viel Erfolg.

Torschützen: Vukovic (7), Zrnic (6), Szilagyi (5), Gunnarsson (3), Pfahl (3), Wagner (2), Lützelberger (1), Schindler (1) - Salzer (6), Allendorf (5), Mraz (3), Valo (3), Werum (2), Smoler (2), Christophersen (2), Chalkidis (1), Jungwirth (1)
Siebenmeter: 3/8 - 2/3
Zeitstrafen: 2/6

Christian Ciemalla

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