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Trainieren wie die Profis!
Dienstag, den 02. März 2010 um 07:11 Uhr
Girolstein-Schule und HSG Wetzlar arbeiten zusammen - Schüler besuchen Heimspiel gegen SG Flensburg-Handewitt am kommenden Sonntag um 15 Uhr

„Wir sind öfter in Schulen zu Besuch, aber eine solche Leistungsfähigkeit und Motivation haben wir bei anderen Schülern noch nicht erlebt!“ Das Kompliment kommt von Handballprofi Sebastian Weber. Zusammen mit seinem Mitspieler Peter Jungwirth und dem Co-Trainer der HSG Wetzlar, Jochen Beppler, ist er im Sportunterricht bei den Schülern der Klasse H3 an der Erich-Girolstein-Schule in Hermannstein zu Gast. Der Trainingsbesuch ist Teil einer gemeinsamen Unterrichtseinheit, bei der die Schüler leistungsorientiert unter Anleitung der Profis arbeiten.

Neben gemeinsamen Trainingseinheiten gehören auch der Besuch eines Erstligaspiels und der Besuch eines Trainings der Erstligamannschaft in Dutenhofen zum Programm. „Wir wollen, dass die Schüler einen eigenen Eindruck gewinnen, was Disziplin und Einsatz bedeuten“, erklärt Klassenlehrer Sebastian Beigel.

Interessiert lauschen die 13 Jugendlichen den Erklärungen von Beppler. Der Co-Trainer der HSG Wetzlar tritt innerhalb der mehrwöchigen Unterrichtseinheit immer wieder als Übungsleiter auf. Pass- und Wurfübungen stehen genauso auf dem Programm wie taktisches Verhalten in einer Überzahlsituation. Auch diese Übung gehört dazu: Von der Mittellinie treten zwei Spieler gegeneinander an und versuchen nach dem Startsignal, möglichst schnell den gegnerischen Torwart zu überwinden. Tor für Tor wird gezählt. Stillstand gibt es nicht.

Stärken werden gefördert

„Wir merken, wie die Schüler in dieser Arbeit aufgehen. Hier können sie ihre Stärken zeigen und fühlen sich ernst genommen“, bringt Olaf Körting, Stufenleiter an der GirolsteinSchule, ein Geheimnis des Erfolges auf den Punkt. „Schule sollte den Fokus auf die Stärken des einzelnen Schülers richten und diese gezielt fördern. Genau das versuchen wir zu leisten“, erklärt er den pädagogischen Hintergrund des Schulversuchs an der Förderschule, der den beteiligten Schülern pro Woche neun Stunden Sportunterricht verschafft.

Ein Blick in die strahlenden Gesichter der Schüler verrät, dass trotz des großen Einsatzes hier mit Spaß gelernt wird. Dies ist auch das Verdienst von HSG-Trainer Michael Roth, der nach Angaben Körtings nach einem nur kurzen Gespräch im Vorfeld spontan Unterstützung für den Wunsch der Schule nach einer Kooperation signalisierte. „Er hat sich unsere Konzeption angehört und wir haben die Sache nach fünf Minuten per Handschlag besiegelt.“

Inzwischen nähert sich das Training dem Ende: Im Sitzkreis werden letzte Details besprochen. Verschwitzt lauschen die 13 Jungen Bepplers kurzem Ausblick.

Der Höhepunkt der Handballeinheit steht noch aus: Der Besuch beim Erstligaspiel der Profis gegen die SG Flensburg-Handewitt am kommenden Sonntag. „Wenn alles klappt, könnt ihr dann auch mal kurz der Mannschaft ‚Hallo‘ sagen“, stellt der Co-Trainer in Aussicht und blickt dabei in eine Runde mit zufrieden lächelnden Gesichtern.

Quelle: WNZ

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