| Mit Herz und Leidenschaft (WNZ) |
| Sonntag, den 30. Mai 2010 um 10:27 Uhr |
|
Wetzlar kämpft Melsungen im Hessenderby mit 32:30 nieder
(Fotos der Verabschiedung) "Wir wollten dieses Match unbedingt gewinnen. Unter allen Umständen. Und ich denke, das hat jeder gesehen", sagte ein sehr zufrieden dreinschauender Sven-Sören Christophersen. Nach dem Triumph im Hessenderby wurde der nach der Runde zu den Füchsen Berlin wechselnde Nationalspieler von den 3633 begeisterten Fans ebenso in einer stimmungsvollen Zeremonie verabschiedet wie die weiteren fünf HSG-Recken Avishay Smoler (TBV Lemgo), Sebastian Weber (TV Hüttenberg), Michael Allendorf (Melsungen), Vladan Krasavac (Ziel unbekannt) und natürlich auch der frühere Kapitän Gregor Werum, der nach 16 Jahren Handball, davon die letzten fünf bei der HSG, die Karriere beendet. "Ich gehe, wenns am schönsten ist. Das ist der beste Zeitpunkt für mich. Keine Verletzung stoppt mich und die Fans rufen nicht: raus mit dem." Kurz nach dem mitreißenden Duell trugen alle Spieler ein Transparent durch die Halle: "Vielen Dank an die besten Fans der Liga." Ihre Anhänger hatten die Domstädter zuvor noch mal 60 Minuten auf eine emotionale Berg-und-Tal-Fahrt geschickt. Denn der Tabellenzwölfte Melsungen überraschte die auf Rang 13 platzierten Gastgeber mit einer 4:2-Abwehr von der ersten Sekunde an, wobei die Nordhessen Christophersen und Spielmacher Timo Salzer in Manndeckung nahmen. Davon verunsichert, verwarf die ohne Alois Mraz (Magen-Darm-Grippe) aufgelaufene HSG prompt zwei Siebenmeter. Christophersen scheiterte am überragenden MT-Torhüter Mario Kelentric (2.), 120 Sekunden später jagte Salzer das Leder über den Kasten. Nach dem 4:4-Ausgleich durch einen Strafwurf des in die Rückraummitte gewechselten Kevin Schmidt gerieten die Grün-Weißen über 4:7 (15.) gar mit 7:11 ins Hintertreffen. Doch resignierte die HSG keineswegs. Christophersen schaffte kurz vor der Pause der Anschluss, ehe der Ex-Wetzlarer Savas Karipidis - der Grieche trug von 2005 bis 2005 den Dress der Domstädter - das 16:14 für Melsungen markierte. Nach der Pause stellte Wetzlar die Deckung um. Mit Timm Schneider und Sebastian Weber rückten zwei flinke Akteure in die 5-1-Defensivformation, zudem steigerten sich die Hausherren nun auch im Angriff gegenüber Halbzeit eins deutlich, als neben den zwei Siebenmetern acht Hochkaräter ausgelassen wurden. Roth: "Die Wurfeffektivität war bei uns nach der Pause nahezu perfekt" Die Wurfeffektivität war in der zweiten Halbzeit nahezu perfekt bei uns", lobte der 48-jährige Roth. Plötzlich geriet Melsungen unter Druck. Beim 19:19 war der Ausgleich fällig, beim 27:26 (53.) brach Michael Allendorf gegen seinen zukünftigen Verein den Bann. Der Linksaußen besorgte per Tempogegenstoß auch das 29:27. Der Widerstand der Gäste begann zu bröckeln. Das 31:28 (56.) von Lukas Loh bedeutete praktisch schon die Vorentscheidung. "Er hat zum Schluss noch mal Nadelstiche gesetzt", lobte Wetzlars Klassekeeper Nikolai Weber(17 Paraden) den kessen 21-Jährigen, in seinem zweiten Bundesliga-Spiel drei Sekunden auf dem Feld stand, ehe er Kelentric erstmals überlistet hatte. Am Ende blieb Melsungens dänischem Coach Ryan Zinglersen nur die Erkenntnis, dass "meine Mannschaft nach dem Rückstand nicht mehr in Spiel zurückgefunden hat". Während MT-Sportchef Alexander Völker enttäuscht konstatierte: "Wir hatten alles in der Hand und haben in ein paar Minuten alles verspielt." Die letzten 180 Sekunden feierten die Wetzlarer Fans ihr bravourös fightendes Team mit stehenden Ovationen. Und während sich die Hauptdarsteller für die wunderbare Abschiedsparty frische Trikots anzogen, hatte der Sportliche Leiter Rainer Dotzauer das passende Schlusswort schon parat: "Ende gut, alles gut." Wetzlar: Nikolai Weber, Krasavac (ab 47.) - Schmidt (8/3), Sebastian Weber (1), Smoler (6), Christophersen (6), Salzer (4), Valo, Allendorf (3), Chalkidis, Werum (2), Jungwirth (n.e.) Loh (2), Schneider, Ludwig (n.e.) Melsungen: Kelentric, Lechte (n.e.) - Brouka (1), Schöngarth, Anusic (1), Tellander (1), Tzimourtos, Vasilakis (6), Treutler (n.e.), Danner (2), Sanikis (6), Karipidis (10/5), Vuckovic (3) Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Steuden/Landsberg) Gerhard Collinet |






















