Junioren-Weltmeister Steffen Fäth will sich in Wetzlar etablieren Es gibt kein größeres Talent auf diesem Planeten. Dieser Meinung ist jedenfalls der Handball-Weltverband IHF, der Steffen Fäth in diesem Jahr zum weltbesten Nachwuchsspieler kürte. "Armzug, Dynamik und Schnelligkeit sind top", weiß auch Wetzlars Trainer Michael Roth, der den 20-Jährigen zur HSG lotste.
Beim Bundesligisten aus der Domstadt soll der 1,94 Meter lange, 90 Kilo schwere Rechtshänder, der zuletzt von den Rhein-Neckar Löwen an den VfL Gummersbach ausgeliehen war, die "Königsposition" im linken Rückraum besetzen. Und hier zusammen mit Philipp Müller die Lücke schließen, die der Wechsel von Nationalspieler Sven-Sören Christophersen zu den Füchsen Berlin gerissen hat. Nicht unbedingt eine leichte Aufgabe für das mit einem Vertrag bis 2012 ausgestattete "Edeltalent". Zumal der Jugend-Europameister von 2008 und Junioren-Weltmeister von 2009 im Gegensatz zu seinem Wetzlarer WM-Kollegen Kevin Schmidt in der Bundesliga noch nicht richtig angekommen ist. Was die Tatsache unterstreicht, dass die HSG für Fäth bereits der fünfte Verein nach seinem Heimatclub VfL Goldstein, der SG Wallau, den Rhein-Neckar Löwen und dem VfL Gummersbach in vier Jahren ist.
Herr Fäth, auch beim VfL Gummersbach, an den Sie von den Rhein-Neckar Löwen ausgeliehen waren, sind Sie nicht glücklich geworden. Woran lags?
Steffen Fäth: Weil ich genau wie bei den Löwen nur wenig Einsatzzeiten hatte. Manchmal stand ich lediglich auf dem Spielberichtsbogen, dann durfte ich nur mal ganz kurz aufs Feld. Das war total überschaubar. Deshalb habe ich meist mein Zweitspielrecht für die HSG Frankfurt RheinMain wahrgenommen. In Wetzlar soll das anders werden. Hier möchte ich den Durchbruch schaffen. Hier hoffe ich auf mehr Einsatzzeiten. Hier will ich mich etablieren und den Schritt zum gestandenen Bundesligaspieler vollziehen. Deshalb bin ich zur HSG gewechselt. Ich denke, Philipp Müller und ich werden das mit dem Ersatz für Christophersen ganz gut hinkriegen.
Die HSG startet am Mittwoch ihr Training für die Runde 2010/11. Sie bereiten sich derweil schon auf die Europameisterschaft der Junioren vom 29. Juli bis 8. August in der Slowakei vor, stehen also schon fast voll im Saft. Sehen Sie es als Nachteil an, dass Sie nicht von Beginn an bei Ihrem neuen Verein mittrainieren können?
Fäth: Optimal ist das sicher nicht. Andererseits empfinde ich es nicht als ein so großes Handicap, das nicht auszugleichen wäre. Ab dem 9. August bin ich ja fest bei meinen Wetzlarer Teamkollegen. Zunächst aber geht es nach Berlin, von wo wir am Donnerstag zu den Scandinavian Open nach Stockholm fliegen und in Märsta vier Länderspiele in drei Tagen bestreiten. Dort erhalten wir den Feinschliff für die EM.
Die Innenseiten ihrer Oberarme sind tätowiert. Was hat es damit auf sich?
Fäth: Dort stehen die Vornamen meiner Eltern Michael und Daniela. Mit den Tattoos will ich meine Dankbarkeit ausdrücken. Sie sind immer für mich da. Ohne sie wäre ich nie so weit gekommen.
Gerhard Collinet - Wetzlarer Neue Zeitung
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