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Youngster Ben Christian auf dem Vormarsch!
Sonntag, den 25. Juli 2010 um 18:13 Uhr
17-jähriger Petterweiler trainiert bei den Profis mit
Perspektive zunächst in der zweiten Mannschaft


Rhetorisch hat Ben Christian überhaupt keine Schwierigkeiten. Flüssig, eloquent und angenehm ruhig unterhält sich der erst 17-jährige mit seinen Gesprächspartnern. Der Gymnasiast macht einen freundlichen und zugleich bestimmten Eindruck. Der aus Petterweil stammende Christian weiß schon jetzt, was er will! „Natürlich würde ich gerne irgendwann in der Bundesliga spielen“, sagt der passionierte Handball-Torwart, der vor einem Jahr ins neu geschaffene Leistungszentrum des Erstligisten HSG Wetzlar wechselte.

Seit dem hat sich der junge Mann, der im Gegensatz zu den meisten seiner Alterskameraden ungemein reif wirkt, sportlich stark weiterentwickelt. Mehr Kraft, mehr Dynamik und mehr Geschmeidigkeit zeichnen seine Bewegungen gegenwärtig aus. Doch zum Ausruhen besteht wahrlich kein Anlass. Denn in der Vorbereitungsphase der Bundesligamannschaft hat Trainer Michael Roth den ehrgeizigen Torhüter zur ersten Mannschaft geholt.

Und Christian schwärmt: „Das ist eine tolle Chance für mich und auch eine Ehre. Ich freue mich auf das tägliche Training, auch wenn es natürlich in der derzeitigen Vorbereitungsphase sehr hart ist. Ich fühle mich von der Stammmannschaft sehr gut aufgenommen. Ich denke, dass können die anderen Neuzugänge wie Kari Kristjansson und Philipp Müller nur bestätigen. Beide sind sehr nett und immer freundlich.“ Die Chemie bei den Wetzlarern ist gut.

Trainer Roth kann den Rundenstart am 25. August in der Wetzlarer Rittal-Arena gegen das Topteam SG Flensburg/Handewitt kaum erwarten. „Durch die Vorbereitung müssen die Spieler nun mal durch. Das ist nicht die schönste Zeit im Jahr. Aber es geht ja Ende August schon wieder los. Und darauf freuen wir uns alle“, sagt Roth, der seinen Petterweiler Keeper als „sehr ehrgeizigen und talentierten“ Sportsmann kennen gelernt hat.  

Christian, der schon im jungen Alter in Dutenhofen eine eigene Wohnung bezogen hat, lebt schon jetzt wie ein echter Profi. Während der Schulzeit genießt er bei Wetzlars Co-Trainer Jochen Bepler, der zugleich auch Lehrer an der Gießener Herderschule ist, „Sondertraining“. Mit anderen Sporttalenten wird morgens früh um halb sieben bereits an der Schnellkraft und Ausdauer gearbeitet. „Das kommt mir nur zugute. Es ist sehr wichtig, dass die Grundlagen jetzt gelegt werden. Mir macht es nichts aus, so früh zu trainieren. Es macht auch Spaß“, sagt Christian, der sehr froh darüber ist, dass in der Schule trotz der Zweifachbelastung alles nach Plan läuft. „In der Schule hatte ich eigentlich noch nie Schwierigkeiten. Ich hoffe das bleibt so. Die Verantwortlichen der HSG unterstützen mich, wo sie nur können. Und sie haben Verständnis für meine schulische Situation. Ich komme jetzt in die zwölfte Klasse und jetzt wird es bezüglich des Abiturs ernst. Das hat natürlich Priorität“, sagt der junge Nachwuchssportler, der einst beim TV Petterweil mit der Jagd nach dem runden Leder begann.

Trotz der Vorschusslorbeeren und der guten Entwicklung in den letzten Monaten macht sich Christian keine utopischen Hoffnungen. Einen Einsatz in der Bundesliga sieht der 17-jährige noch nicht im Bereich des Möglichen: „Es geht für mich erst einmal darum, Erfahrungen zu sammeln und mich gut zu entwickeln. Jetzt habe ich die Möglichkeit Nikolai Weber (erster Torwart der HSG; d.Red.) über die Schulter zu schauen und mir einiges von ihm abzuschauen. Das ist eine tolle Möglichkeit, die ich nutzen möchte.“ Zunächst wird der Wetterauer aber in der A-Jugend und der Oberligamannschaft des Bundesligisten eingesetzt werden. Nur wenn die Stammkräfte zwischen den Pfosten ausfallen würden, käme ein Einsatz in Frage.

Doch die Zukunft gehört dem Petterweiler in jedem Fall. „Ich freue mich auf die Zeit, die jetzt kommt. Bisher konnte ich mich sehr gut weiterentwickeln. Den eingeschlagenen Weg möchte ich weiter verfolgen“, sagt Christian, der sich immer freut, wenn er seinem Hei
matort einen Besuch abstatten kann. Dabei vergisst er seine Wurzeln nicht: „Ich habe lange Zeit in der Jugend des TV Petterweil gespielt. Dank der guten Jugendarbeit habe ich bis hier hin geschafft. Das muss auch erwähnt werden“, sagt er dankbar. Eines ist bereits jetzt sicher: wenn Ben Christian weiterhin so ehrlich und fleißig arbeitet, dürfte einer Torwartkarriere auf höchstem Niveau nichts im Wege stehen.

Quelle: Wetterauer Zeitung

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