HSG Wetzlar U19 zündet im Halbfinale gegen Burgdorf Feuerwerk!

Bild: Florian Gümbel

DKB Handball-Bundesliga Nachwuchs

Grün-Weißen bezwang am Sonntagnachmittag Niedersachsen mit 32:17 (16:9) - 1000 Zuschauer in Sporthalle Dutenhofen begeistert

Was war das für eine Meistervorstellung! Mit einer bärenstarken Deckungsleistung und einem bestens aufgelegten Keeper Till Klimpke hat die HSG Wetzlar das Tor zum Finale um die deutsche Meisterschaft der Handball-A-Jugend weit aufgestoßen.

Es war ein Handballfest. Eigentlich galten die Gäste aus Niedersachsen als leichter Favorit. Doch die Gastgeber nahmen die Burgdorfer nach allen Regeln der Kunst auseinander. Von Beginn an lief es für die HSG, die von Trainer Thomas Weber bestens eingestellt war. Nach fünf Minuten verwertete Ian Weber ein Kempa-Anspiel von Linksaußen Jan Reuschling zum 5:2. Beim Stand von 2:7 nahm Gästecoach Roi Sanchez seine erste Auszeit - an den Kräfteverhältnissen auf dem Feld änderte das jedoch wenig. Neben einer hohen Fehlerquote agierten die "Jung-Recken" viel zu statisch in der Offensive und schlossen ihre Angriffe häufig nach nur wenigen Sekunden ab, was ein gefundenes Fressen für Till Klimpke im Wetzlarer Gehäuse war. Der Jugendnationalspieler hielt nicht nur die Bälle, sondern spielte zudem noch zentimetergenaue Gegenstoßpässe, von denen besonders Rechtsaußen Tim Rüdiger profitierte. "Im Angriff haben wir viele Fehler gemacht und Klimpke hat viel gehalten. In der Abwehr waren wir nicht so schlecht, aber wenn wir 16 Gegenstoßtore bekommen, hast du keine Chancen auf diesem Niveau. Wir waren komischerweise heute richtig schlecht, obwohl wir uns gut vorbereitet hatten. Heute ging gar nichts", resümierte ein enttäuschter Sanchez nach der derben Pleite.

Der Spanier musste schon früh seine Topspieler Niklas Diebel, Jonas Wilde und Vincent Büchner auf die Bank beordern, da sie komplett unter ihren Möglichkeiten blieben. Schon das klare Halbzeitergebnis von 16:9 verriet, in welche Richtung diese Begegnung gehen würde.

Nach dem Seitenwechsel machten die Grün-Weißen da weiter, wo sie aufgehört hatten. Aus einer stabilen 6:0-Abwehr, wurde der pfeilschnelle Tim Rüdiger auf die Reise geschickte, der wiederum auf 17:9 erhöhte. Die Burgdorfer versuchten es hingegen weiterhin mit der Brechstange. Besonders der ehemalige Hüttenberger Niklas Diebel suchte sein Heil im Wurfglück - fand es jedoch nicht. Im Stile eines Topteams verwalteten die Hausherren ihr Polster nicht nur, sondern bauten dieses sukzessive aus. Die TSV versuchte mit unterschiedlichen Abwehrvarianten die Wetzlarer aus dem Konzept zu bringen, was aber nicht von Erfolg gekrönt war.

In der 40. Minute traf Trainersohn Ian Weber zum 22:12. Am Ende war es auch ein in dieser Deutlichkeit verdienter Sieg, der mit einer besseren Chancenverwertung sogar noch höher hätte ausfallen können. Von einem gesicherten Finaleinzug wollte Thomas Weber nach dem Abpfiff jedoch nichts hören: "Ich bin ein bisschen sprachlos, da ich das so nicht erwartete habe. Das Wichtigste wird nun sein, die Jungs mental richtig vorzubereiten auf den Hexenkessel, der uns in Burgdorf erwarten wird. Das Ergebnis ist zwar schön, aber noch ist viel zu tun." Sein Gegenüber Roi Sanchez sah das ein wenig anders: "Für uns ist nichts mehr drin. Wir sind raus."

Text: Conrad Melle