Wahnsinn! HSG Wetzlar U19 ist Deutscher Meister!

Bild: Marco Kessler - mediashots

DKB Handball-Bundesliga Nachwuchs

Grün-Weiße holen Titel in dramatischem Spiel - Füchse Berlin präsentieren sich stark und gewinnen mit 27:24 in ausverkaufter Dutenhofener Sporthalle

Die HSG Wetzlar U19 hat es geschafft! Die Mittelhessen sind neuer Deutscher A-Jugend-Meister und holen diesen Titel zum ersten Mal an die Lahn. In einem wahren Krimi hatten die Grün-Weißen nach dem 30:27-Sieg im Hinspiel das nötige Quäntchen Glück und die nötigen starken Nerven gegen die Füchse Berlin. Aufgrund der mehr geworfenen Auswärtsstore feierte das Team von Meistertrainer Thomas Weber nach der 24:27-Heimniederlage letztlich ausgelassen den Titel.

Die erste Halbzeit verlief bis zum 6:6 auf Augenhöhe. Dann übernahmen die Gäste das Kommando und warfen sich über die Stationen 7:6, 8:6 und 10:8 beim 11:8 erstmals mit drei Treffern ihn Front. Der Rückstand aus dem Rückspiel war somit erstmals egalisiert. Vor allem die Paraden von Mark Ferjan sowie eine immer besser stehende Defensive ermöglichten den Füchsen die Drei-Tore-Führung. Vor allem Torben Waldgenbach, im Hinspiel noch ein Aktivposten der HSG Wetzlar Wetzlar, vergab in dieser Phase einige freie Einwurfmöglichkeiten. Insgesamt blieben die Grün-Weißen sieben Minuten ohne eigenen Torerfolg, ehe Henrik Schreiber beim 9:12 diese Flaute beendete. Mit 13:10 für die Füchse wurden die Seiten gewechselt. 

Nach dem Pausentee erwischten die Hausherren einen perfekten Start. Innerhalb weniger Minuten war der Rückstand egalisiert. Vor allem Torben Waldgenbach führte seine Farben dabei zum 13:13-Ausgleich. 

Aber die Füchse bissen im Stile einer Spitzenmannschaft zurück. Mex Raguse warf Berlin mit 14:13 wieder in Front und stoppte somit den Lauf der Mittelhessen. Kreisläufer Orlando Urios legte noch das 15:13 vor. 

Nach der 16:14-Führung der Berliner musste Waldgenbach für zwei Minuten auf die Bank. Aus der konnte das Team von Trainer Bob Hanning jedoch kein Kapital schlagen. Wenig später erhöhte Raguse wieder auf 17:14. Doch die Gastgeber blieben dran, verkürzte durch den fünften Treffer des Rechtsaußen Tim Rüdiger auf 16:17 in der 40. Minute. 

Wenig später nahm Hanning seine zweite Auszeit. Und als Waldgenbach zum 17:17 (43.) ausglich, verwandelte sich der Glutofen in Wetzlar in ein wahres Tollhaus. Beim Stand von 18:19 scheiterte Tim Rüdiger mit einem Heber am starken Berliner Schlussmann Mark Ferjan. Auf der Gegenseite sorgten Mex Raguse und Tim Rozman für die 21:18-Führung der Gäste.

Doch Wetzlar ließ sich nicht schocken und konnte sich auf den treffsicheren Tim Rüdiger verlassen. Der verkürzte auf 21:22 (49.).

Das Finale startete in seine dramatische Schlussphase. Der für den Strafwurf eingewechselte Joshua Rau nahm Rüdiger beim Stand von 23:21 eine Marke weg. Hanning nahm sofort danach seine dritte Auszeit, um die letzten rund neun Minuten zu besprechen. Wenige Augenblicke später nutzte Jakob Knauer eine Schwäche der HSG Wetzlar Wetzlar auf der halblinken Deckungsseite zu seinem sechsten Treffer und warf seine Farben wieder zum 24:21 in Front. 

Beim Stand von 25:23 aus Sicht der Füchse musste Maduwuike Okpara auf die Strafbank. Den Freiraum nutzte Frederik Simak zum 26:23 (55.). Nach einer Rau-Parade gegen Rüdiger bewies auf der anderen Seite Rozmann von der Strafwurflinie Nerven wie Drahtseile und warf sein Team mit 27:23 in Führung. Der Krimi nahm nun richtig Fahrt auf. Rüdiger zum 24:27, Raguse beging ein Stürmerfoul und kassierte rund zwei Minuten vor dem Ende dafür eine Zeitstrafe. 

Dann parierte Wetzlars Schlussmann Till Klimpke gegen den frei vor ihm auftauchenden Frederik Simak. Auf der anderen Seite leistete sich die HSG Wetzlar jedoch 10 Sekunden vor dem Ende noch einen Ballverlust. Den schnellen Gegenzug unterbanden die Hausherren. Doch die Gäste blieben in Ballbesitz. Klimpke parierte einen Distanzwurf der Füchse. Doch die Unparteiischen Andreas und Marcus Pritschow entschieden auf einen finalen Freiwurf. Simak scheiterte mit dem finalen Versuch am Jugendnationaltorhüter. 

Die 1.750 grün-weiße Fans waren aus dem Häuschen, die HSG Wetzlar feierte die erste A-Jugend-Meisterschaft in ihrer Vereinshistorie.