"Wollen unsere Chance nutzen!"

U19-Coach Thomas Weber (oben) hat sich gegen die tempostarken Mindener etwas einfallen lassen. Für Ian Weber (unten) kommt es vor allem darauf an, wenig technische Fehler zu machen. Bildquellen: HSG Wetzlar/Florian Gümbel

Nachwuchs

Thomas und Ian Weber blicken auf das DM-Viertelfinale am Sonntag gegen GWD Minden

Gut drei Wochen ist es her, dass sich die HSG Wetzlar U19 für das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft qualifiziert hat. Zwei Stunden hatte die Mannschaft von Trainer Thomas Weber nach dem 30:30 beim HC Erlangen Ende März zittern müssen, dann kam die erlösende Nachricht: Auch die TVG Junioren Akademie, Verfolger Nummer eins, war nicht über eine Punkteteilung gegen den HSC Coburg hinausgekommen! Am Sonntag wartet nun um 14.30 Uhr in der Sporthalle Dutenhofen der TSV GWD Minden, seines Zeichens Staffelsieger aus dem Westen. Im Gespräch blicken Thomas und Ian Weber auf das Spiel voraus.

Thomas, wie ist die Vorbereitung gelaufen?

Thomas Weber: Stand jetzt bin ich sehr zufrieden. Es war gut, dass wir nach dem letzten Punktspiel in der Runde über Ostern Pause gemacht haben. Seitdem haben wir sehr konzentriert gearbeitet. Im Moment sind wir gut im Soll. ich denke, dass wir nicht besser vorbereitet sein könnten. Jetzt sind wir gespannt, wie es ausgeht.

Ian, ich denke mal, Ihr seid richtig heiß?

Ian Weber: Ja, klar! Wenn du die Möglichkeit hast, ein Viertelfinale zu spielen, dann willst du das auch. Natürlich waren wir erstmal geknickt, als wir in Erlangen unentschieden gespielt haben. Aber dadurch, dass wir es trotzdem geschafft haben, haben wir jetzt diese tolle Chance. Und die wollen wir natürlich nutzen und hoffen auf große Unterstützung!

Wie war das damals nach dem Unentschieden in Erlangen? Ihr musstet ja etwas zittern.

Ian Weber: Ich bin nicht mit dem Bus zurückgefahren, sondern mit dem Auto, weil das für uns näher ist. Die Atmosphäre war ruhig und etwas angespannt, sagen wir es mal so (lacht). Ich war natürlich mega geknickt und habe erst gar nicht aufs andere Spiel geguckt. Erst so ab der 45. Minute. Da habe ich gesehen, dass Coburg mit zwei Toren führt, und von da an habe ich durchgeguckt. Nach dem Unentschieden war die Freude natürlich groß!

"Dieses Jahr kommen wir vor allem über den Kampf!"

Du warst letztes Jahr schon dabei. Inwiefern lassen sich die Situationen vergleichen?

Ian Weber: Die Situationen lassen sich gar nicht vergleichen. Natürlich ist es erstmal ein Unterschied, dass wir letztes Jahr früher gemerkt haben, dass wir ganz oben mitspielen können. Wir haben die Liga dominiert und hatten nur einen Minuspunkt. Dieses Jahr haben wir 13. Die beiden Mannschaften definieren sich auch anders. Dieses Jahr kommen wir vor allem über den Kampf und über ganz viel Zusammenhalt. Letztes Jahr waren wir individuell besser.

Stimmt der Trainer zu?

Thomas Weber: Eine Mannschaft ist niemals wie die andere. Zwar sind wieder Leipzig und wir ganz oben, wie das jetzt schon seit vier Jahren so ist. Aber die Jahre davor waren wir viel dominanter mit großem Abstand zum Dritten. So eine Mannschaft wie letztes Jahr bekommst du vielleicht alle vier Jahre. In dieser Saison war es auch gar nicht zu erwarten, dass wir so weit kommen. Wir wären froh gewesen, wenn wir mit dem sechsten Platz die direkte Qualifikation für die kommende Saison geschafft hätten. Dass es jetzt so weit nach vorne geht, freut mich natürlich. Und es freut mich besonders für die Jungs, die sich in den entscheidenden Spielen zusammengerissen haben.

Viel Lob für den gegnerischen Trainer

Wie würdest Du Minden charakterisieren?

Thomas Weber: Ich muss meinen Trainerkollegen loben, das sind alles sehr gut ausgebildete Spieler. Die Mannschaft ist körperlich robust mit groß gewachsenen Kerlen. Ich finde sie aber schwer zu analysieren. Die Auftakthandlungen, die sie spielen, kennen wir. Aber sie sind individuell so gut, dass sie auch mal aus einem Schlagwurf ein Tor machen. Und sie machen sehr wenig technische Fehler. Das ist immer das entscheidende. Von daher wird es auch schwer werden, mal einen leichten Ball zu bekommen.

Haben sich Schlüsselpositionen oder -spieler herauskristallisiert?

Thomas Weber: Es gibt mehrere. Das was auffällig war, war Rückraum Mitte und Rückraum rechts. Der Rückraum hat generell ein gutes Zusammenspiel mit dem Kreis, und beide Außen sind stark. Sie decken meistens 6:0, können aber auch mal etwas offensiver agieren. Die größten Stärken sind schnelle Mitte, erste, zweite und dritte Welle. Aber da haben wir uns was einfallen lassen.

Ian, was muss bei Euch alles passen?

Ian Weber: Es muss einfach alles klappen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Und das wollen wir natürlich zu Hause. Die Torhüterleistung muss stimmen, wir müssen mit allem verteidigen, was wir haben, und vorne dürfen nicht viele Fehler machen. Anders geht es nicht.