100 fleißige Helfer rund um HSG-Heimspiel im Einsatz!

DKB Handball-Bundesliga

Die Tage vor und nach einem Handball-Bundesliga-Spiel der HSG Wetzlar in der Rittal-Arena

Rückblick: Samstag, 15. November 2014, 20.34 Uhr, Abpfiff in der Rittal-Arena. Die Handballer der HSG Wetzlar haben eben ihr Bundesliga-Heimspiel gegen den Bergischen HC mit 25:18 gewonnen. Die Spieler lassen sich mit der »Humba« noch ausgiebig von ihren Anhängern feiern, da scharrt das Arena-Team des Fanclubs »Grün-Weiß« im Hintergrund bereits mit den Hufen. Es wartet darauf, dass das Gros der Beteiligten die »Platte« verlässt und Platz für die Abräumkolonne macht. Denn hinter einem Heimspiel steckt jede Menge Arbeit, die eine Heerschar an Helfern vor, während und nach der Partie bewältigt. Das Ergebnis ist ein Handball-Event, das an 18 Spieltagen jeweils mehr als 4000 Zuschauer in die Halle lockt. Eine logistische Meisterleistung, die immer wieder abgerufen wird und hinter der viele fleißige Helfer stecken.

 - Während die Spieler Interviews und Autogramme geben, löst sich das Drumherum des Handballfeldes langsam auf. Das Arena-Team beginnt – mit Transportgeräten bewaffnet – Werbebanden, Spielerbänke, Tische und Stühle aus dem Innenraum zu entfernen. Übrig bleiben darf nur das nackte Handballfeld. Sämtliche Plakate und Poster der HSG müssen entfernt, die Länderflaggen der Wetzlarer Spieler wieder abgehängt werden.

 - Auch die Handball-Bundesliga (HBL) stellt Anforderungen. So muss ein Mitarbeiter der HSG nach dem Spiel für die Schiedsrichternachbesprechung zur Verfügung stehen, Fotos wollen hochgeladen werden. Zudem protokollieren zwei HBL-Scouts das Spiel, stellen den Live-Ticker sicher.

 - Nach dem Duschen finden sich die Spieler im Business-Club ein, um zu essen und mit den Fans zu reden. Zu dieser Zeit schieben die ersten Reinigungskräfte bereits mit ihren Besen durch die Sitzreihen. Häufigste Beute sind die Pappklatschen, die vor der Partie mühsam auf jeden Stuhl drapiert werden. Ruth Klimpke, Geschäftsstellenleiterin der HSG, lächelt. »Der Aufwand lohnt sich trotzdem, denn die Stimmung in der Arena ist mit ihnen deutlich besser.«

 - Kabel werden eingepackt, 25 Tische mit rund 100 Stühlen, 35 Stehtische und sonstige Utensilien gesäubert und an ihren Platz geräumt. Erst Stunden nach einem Bundesligaspiel verlassen die letzten Helfer die Arena. Zurück bleibt nur das Handball-Parkett.

 - Dienstag, 18. November: Bereits am Morgen ist das Handballfeld abgebaut. »Dafür brauchen sechs Mitarbeiter sechs Stunden«, erklärt Ingo Schäfer, der für Vertrieb und Vermarktung der Arena zuständig ist. »Jetzt wird alles für das Konzert der Wise Guys vorbereitet.« Am gleichen Tag gibt die HSG die Vertragsverlängerung von Klesniks bekannt.

 - Mittwoch, 19. November: Wetzlar muss beim Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen antreten, kassiert eine durchaus eingeplante 20:27-Niederlage.

 - Sonntag, 23. November: Kaputt, aber glücklich treten die Akteure der HSG die Heimfahrt aus Balingen an. Mit 24:22 hat man die »Gallier von der Alp« niedergerungen und zwei eminent wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg und vor allem einem direkten Konkurrenten eingesackt. Es bleibt fast eine Woche Zeit, sich auf das nächste Heimspiel vorzubereiten.

 - Dienstag, 25. November: In der Arena wird mit sechs Mitarbeitern in sechs Stunden das Handballfeld aufgebaut.

 - Mittwoch, 26. November: Die HSG-Geschäftsstelle gleicht mit der Arena die Belegung der Business-Plätze ab.

 - Donnerstag, 27. November: Bereits heute wird mit den Vorbereitungen auf das Heimspiel gegen Hannover begonnen. Die Firma CB-Akustik Wetzlar rückt mit fünf Mann an, um die Halle in einen Handballtempel zu verwandeln. Sie stellt die Tore und Banden auf, bereitet den Zeitnehmertisch vor, platziert die Spielerbänke und -stühle. Sie verlegen etwa 400 Meter Kabel für Pressekonferenz, Spielbericht via Fernsehen, Licht, Ton, Musik und Feuershow. Der Business-Club wird aufgebaut, Kühlschränke, Tische und Stühle gestellt. Plakate und Deko gehängt, Absperrungen befestigt.

 - Freitag, 28. November: Fünf Stunden vor Anwurf beginnt der Ansturm auf die Arena. Die Mitarbeiter der HSG-Geschäftsstelle rücken mit ihrem Equipment an. Auf der Agenda stehen folgende Aufgaben: Eindecken im Business-Club, Aufbau des Fan-Shops, Einrichten der Kasse und Counter im Business-Bereich, Überprüfung der Aufbauten vom Vortag. Im Gepäck der Kassen-PC samt Drucker, wobei ein Großteil der Karten bereits am Tag zuvor vorgedruckt wird. Außerdem wird ein Waren-Arsenal für den Fan-Shop angekarrt. Und nicht zu vergessen: Es sind Hunderte Pappklatschen zu verteilen. Die Kühlschränke und Verkaufsstände werden mit unter der Woche bestellten Getränken bestückt. Für das Catering zeichnet die Firma Bill-Event-Dienst-Leistung mit zehn Mitarbeitern verantwortlich. Ein Buffet für 400 Personen wird aufgebaut, 200 Gläser Currywurst warten darauf, verspeist zu werden. Egal ob Pressevertreter, VIPs oder Schiedsrichter – niemand muss hungrig aus der Arena gehen.

 - Nach und nach treffen die weiteren Protagonisten ein: etwa 30 Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Arena, die beiden DJs, die für die musikalische Untermalung des Abends sorgen, und die Cheerleading-Gruppe. Zum Spiel gehören natürlich auch Schiedsrichter, Zeitnehmer, Sekretär und Spielaufsicht. Die Wischerinnen rücken an, Michael Rogalla alias »Karlchen« verzieht sich in seine Umkleidekabine, und letztlich trudeln auch die Spieler ein. Der Tross des Gegners wird von Fanclub-Chef Hans-Ulrich »Uli« Moser in Empfang genommen und zur Kabine geleitet. Der Hallensprecher bekommt sein vorbereitetes Manuskript in die Hand gedrückt, die HBL-Scouts bereiten ihren Laptop vor, Pressetribüne und die Halle füllen sich. Etliche freiwillige Helfer verbringen die nächsten Stunden damit, Bier zu zapfen, Geschirr und Gläser abzuräumen, gute Laune zu verbreiten. Kurzum, sich um das leibliche Wohl von gut 4000 Zuschauern zu kümmern. So sind bei einem Heimspiel rund 100 Menschen damit beschäftigt, aus einem Handballspiel ein Event zu machen.

 - Sieben Minuten vor Spielbeginn ist es dann so weit – das Licht geht aus, die letzten Plätze werden besetzt, die Einlauf-Musik »Heart of Courage« dröhnt aus den Lautsprechern und sorgt für Gänsehaut-Atmosphäre. Die Gastmannschaft läuft ein, sechs HSG-Fahnenträger des Fan-Clubs »Grün-Weiß« betreten das Feld, Feuersäulen schießen aus den Flammenwerfern – dann laufen die Spieler der HSG Wetzlar ein. Um 19.45 Uhr beginnt das Spiel.

 - Gegen 21.30 Uhr wird die Partie beendet sein, die letzten Interviews werden geführt, die Abbauhelfer wuseln über das Parkett. Am Freitagabend muss alles in Windeseile abgebaut und verräumt werden. Am nächsten Tag ist das Handballfeld verschwunden, die Arena leer und bereit für die nächste Veranstaltung. Bedeutet für sechs Mann sechs Stunden Nachtschicht, um das Parkett zu entfernen – der Letzte sperrt die Tür zu.

Quelle: Danny Pieth/ Gießener Allgemeine