18:4-Punkte! HSG Wetzlar untermauert gegen Eisenach Heimstärke

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DKB Handball-Bundesliga

Grippegeschwächte Mittelhessen bezwingen chancenlosen Aufsteiger mit 26:20 vor ausverkauftem Haus – Linksaußen Maximilian Holst trifft achtmal

 

Wie er selbst unmissverständlich sagte, „schweren Herzens“ musste Eisenachs Trainer Velimir Petkovic seinem Wetzlarer Kollegen Kai Wandschneider nach dem Spiel am Sonntagnachmittag zu einem „hochverdienten Sieg“ gratulieren. Mit 26:20 (15:7) hatte die HSG Wetzlar zuvor den Aufsteiger ThSV Eisenach in der DKB Handball-Bundesliga deutlich besiegt und von Beginn an, vor einmal mehr ausverkauftem Haus, keinen Zweifel daran gelassen, wer das Feld am Ende als Sieger verlassen wird.

„Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt, mit einer starken 6:0-Deckung. Evars Klesniks und vor allem Carlos Prieto, der in den ersten 30 Minuten sechs Bälle geblockt hat, haben einen super Job gemacht“, bilanzierte Kai Wandschneider nach der Partie hochzufrieden. „Unser Umschaltspiel war hervorragend, so dass wir einfache Tore erzielen konnten, aber auch im Positionsangriff haben wir fast immer gute Lösungen gefunden. In der zweiten Halbzeit hat man uns dann schon angemerkt, dass wir unter der Woche sieben Grippekranke hatten. Die Kräfte gingen etwas aus, so dass ich ab der 40 Minuten viel gewechselt habe. Danach ist etwas der Spielfluss verloren gegangen und wir haben das Ergebnis nur noch verwaltet. Aber überhaupt keinen Vorwurf an meine Spieler. Wir haben das Spiel gewonnen, das wir unbedingt gewinnen mussten und das sehr souverän!“

Mit jetzt 18:4-Punkten aus den bisherigen elf Heimspielen der Saison konnten die Grün-Weißen ihre Heimstärke einmal mehr untermauern und zumindest bis Mitte März den sechsten Tabellenplatz zurückerobern.

"Die Mannschaft hat in den ersten 40 Minuten grandios gespielt, allen voran in der Defensive", gab es auch ein großes Lob von Geschäftsführer Björn Seipp. "Da ist es ganz normal, wenn es nach diesen vielen Erkrankungen in den Tagen zuvor und den dann notwenigen Wechseln in der 2. Halbzeit dann nicht so rauschend endet, wie es begonnen hat. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung unserer Mannschaft. Ein großes Dankeschön geht auch an unsere medizinische Abteilung, die in den vergangenen Tagen ganze Arbeit geleistet und den Großteil des Erkrankten wieder spielfähig bekommen hat."

Geschäftsführer Björn Seipp dankt Mannschaft, Trainern und medizinischer Abteilung der Grün-Weißen!

Kampfansagen vom Fuße der Wartburg, die vor dem Spiel noch zu lesen waren, erwiesen sich schon Minuten nach dem Anpfiff wie das Pfeifen im dunklen Wald. "Zu ängstlich" hätten seine Schützlinge begonnen, klagte der trotz des am Ende glimpflichen Ergebnisses niedergeschlagen wirkende Petkovic: "Wir haben zu viele Fahrkarten geworfen."

Dabei landeten die Bälle der durchweg mit Gardemaß ausgestatteten Rückraumkanoniere Dusko Celica, Bogdan Criciotoiu oder Patrik Hruscak immer wieder in den ausgestreckten Armen der Wetzlarer Abwehr. "Wir haben heute mehr Bälle geblockt als sonst in der ganzen Saison", lobte der erneut starke EM-Torwart Andreas Wolff seine Vorderleute.

Nach der schnellen Wetzlarer 5:1-Führung (9. Minute) war Eisenach nicht zuletzt dank einer doppelten Überzahl bis auf ein Tor herangekommen. Danach drohten bei den Wartburgstädtern alle Dämme zu brechen. Mit einem treffsicheren Steffen Fäth im Rückraum, einem laut Wandschneider "toll Regie führenden" Florian Laudt auf der Spielmacherposition und Linksaußen Maximilian Holst, der Eisenacher Ballverluste mit Tempogegenstößen bestrafte und von der Siebenmeterlinie traumwandlerisch sicher war, zogen die Grün-Weißen, bei denen Vladan Lipovina grippekrank fehlte, auf und davon. Nach 37 Minuten hieß es 19:10.

"Wir wollen euch kämpfen sehen", skandierten die etwa 120 mitgereisten ThSV-Schlachtenbummler fast schon verzweifelnd. Dieser Aufforderung kam der Aufsteiger zumindest nach. Während Wetzlars Coach Wandschneider durchwechselte, um seine Stammkräfte zu schonen. "Das hat mir gutgetan", freute sich Kapitän Fäth, der sich nach seiner starken ersten Halbzeit öfter ausruhen durfte und am Dienstag gemeinsam mit Kohlbacher und Wolff zum Nationalmannschaftslehrgang reisen wird.

„Wir wünschen unseren Europameistern viel Spaß beim DHB-Lehrgang und hoffen, dass sie gesund und zufrieden zurückkommen“, so Kai Wandschneider und Geschäftsführer Björn Seipp bedankte sich bei Mannschaft und Trainerteam. „Man sieht der Mannschaft einfach an, dass sie um die Heimstärke weiß und deshalb jedes Spiel mit Spaß und Selbstvertrauen angeht. Das ist toll zu sehen und macht uns alle sehr zufrieden.“