60 Minuten in Front: Balic & Co. siegen verdient gegen Erlangen!

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar kämpft Gäste aus Franken mit 28:26 (16:11) nieder – Erfolgreiche Revanche für Niederlagen in Hinspiel in Pokal – Seipp: "Heute zählt nur der Sieg!"

Wer am Samstagabend in die Rittal Arena Wetzlar gekommen war, um ein Handballfest zu sehen, der war fehl am Platz, denn die Vorzeichen der Partie HSG Wetzlar gegen HC Erlangen standen auf Kampf! Kampf der Gastgeber, um Wiedergutmachung für die beiden Saisonpleiten gegen den Aufsteiger aus Bayern in Liga und Pokal sowie den schwachen Auftritt am vergangenen Wochenende in Bietigheim. Kampf für die Gäste aus Erlangen um wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Und ebenso entwickelte sich die Partie vor 4.058 Zuschauern vom Anwurf weg.

Zunächst stotterte der Motor bei beiden Teams, doch dann übernahmen die Hausherren das Zepter. Nach einem Steal von Ivano Balic traf in der 8. Spielminuten Flügelflitzer Dejan Manaskov zum 5:1, der ersten Vier-Tore-Führung der HSG Wetzlar. Doch dann kam die Zeit von Gästekeeper Nikolas Katsigiannis, der in der drauf folgenden Viertelstunde mit zahlreichen spektakulären Paraden glänzte und gerade einmal drei Gegentreffer zuließ. So ermöglichte „Katze“ seinem Team den 7:8-Anschluss, ehe Geburtstagskind Steffen Fäth für seine HSG Wetzlar den Bann brach. Der 25-jährige verschaffte seiner Mannschaft mit dem 9:7 und 11:8 wieder etwas ergebnistechnischen Freiraum und läutete die beste Phase der Hausherren ein. Bis zum Halbzeitpfiff fegten die Grün-Weißen immer wieder über die Gäste hinweg. Resultat zur Halbzeit: ein klare 16:11-Führung für die Balic & Co.

„Genau an diese starke Schlussphase der ersten Halbzeit wollten im zweiten Abschnitt anknüpfen. Das haben wir uns in der Halbzeit gesagt“, so Nationaltorhüter Andreas Wolff nach dem Spiel. „Doch wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht!“ Bis zur 19:15-Führung durch Kreisläufer Sebastian Weber schien bei den Gastgebern noch „alles in Butter“ (36.), doch dann sorgten Ungenauigkeiten, zu schnelle Abschlüsse und jede Menge nicht bekommene Abpraller in der Abwehr dafür, dass Erlangen wieder aufkommen konnten. Eine Viertelstunde vor Schluss kamen die nie aufsteckenden Franken bis 18:20 heran.

Das Wetzlarer Spiel blieb unbeständig. Was nun folgte war wiederum ein Hoch der Gastgeber, die von ihren Fans unentwegt angetrieben wurden. „Die Unterstützung unserer Fans war einmal mehr fantastisch! Sie haben ein tolles Gespür für unsere Situation und uns echt geholfen“, so Steffen Fäth nach der Partie. Der Nationalspieler war es, der mit einem Rückraum-Geschoss zum 24:19 für kurze Erleichterung auf den Tribünen sorgte. Doch die blieb nur kurz, denn nach vier Gästetreffern in Folge glaubte plötzlich der HC-Anhang an die Wende im Spiel. "Unsere Abwehr war stark, aber wir haben vorne zu viele Fehler in den entscheidenden Situationen gemacht", bilanzierte Erlangens Coach Robert Andersson nach der Partie.

Zwei solcher Abspielfehler der Gäste sorgten dann für die Entscheidung, die Ivano Balic herbeiführte. Der 36-jährige Kroate zog im Eins-gegen-Eins eine Zeitstrafe gegen Nikolai Link und tanktesich dann durch die Abwehrlücke, um einen Siebenmeter zu ziehen. Unter anderem dadurch zogen die Gastgeber entscheidend auf 28:24 davon. Die beiden letzten Tore der enttäuschten Gäste waren nur noch Ergebniskosmetik.

"Ich bin froh, die zwei Punkte eingefahren zu haben. Der Druck war heute so groß wie in der ganzen Saison noch nicht. Das wussten wir, deshalb Hut ab vor den Jungs. Die sind ruhig geblieben", ließ HSG-Coach Wandschneider während der anschließenden Pressekonferenz ein wenig in sein emotional aufgewühltes Innenleben blicken. „Nur die zwei Punkte zählen“, machte auch Geschäftsführer Björn Seipp klar. „Nach zwei Niederlagen gegen Erlangen und der Pleite am vergangenen Wochenende wollte die Mannschaft unbedingt zu Hause erfolgreich sein und den Fans einen Sieg schenken! Der Druck und die Erwartungshaltung waren hoch. So etwas lässt einen nicht locker aufspielen. Trotzdem haben wir die ganze Partie zum Teil deutlich geführt, uns auch von Rückschlägen nicht runterziehen lassen und letztlich sehr verdient gewonnen.“

HSG Wetzlar: Hombrados (n.e.), Wolff - Prieto, Lipovina (1), Manaskov (7), Weber (3), Tönnesen (3), Laudt (2), Fäth (5), Hahn (1), Bliznac, Joli (5/4), Balic (1), Klesniks.

HC Erlangen: Katsigiannis, Bayerschmidt (n.e.) - Theilinger (3), Murawski, Jonas Link (3), Preiß (5), Sveinsson, Nienhaus (1), Hess, Rahmel (6), Stranovsky (2), Nikolai Link (6), Thümmler.

Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg/Dodendorf) - Zuschauer: 4058 - Zeitstrafen: Wetzlar sechs (Fäth, Bliznac, Joli, Balic, Klesniks zwei), Erlangen drei (Preiß, Nikolai Link zwei).