Abwehr macht Unterschied: Zehn-Tore-Sieg der HSG Wetzlar über Leipzig

DKB Handball-Bundesliga

Trainer Kai Wandschneider lobt Defensive: "Aber auch beste Angriffsleistung der Vorbereitung bislang" - Vladan Lipovina und Nikolai Weber mit Bestnoten

Dickes Ausrufezeichen der HSG Wetzlar: Die Mittelhessen besiegten in ihrem zweiten Spiel beim Heide-Cup den Ligakonkurrenten SC DHfK Leipzig mit 34:24 (15:8). Angeführt von Maximilian Holst mit elf Treffern zog die HSG ihr Spiel über 60 Minuten konsequent durch, ließ sich auch durch die dritte Zeitstrafe gegen Evers Klesniks und gewann souverän. Für Leipzig erzielte Andreas Rojewski (6) die meisten Tore. 

Roman Becvar erzielte den ersten Treffer der Partie, doch sein 1:0 sollte die einzige Führung der Leipziger im gesamten Spielverlauf bleiben. Die HSG, die auf den verletzten Joao Ferraz verzichten musste, agierte ebenso konsequent wie konzentriert. Philipp Pöter und Ferraz-Vertreter Vladan Lipovina drehten den Spielstand innerhalb weniger Minuten und brachten Leipzig erstmals in Rückstand. Der Titelverteidiger konnte zwar noch einmal auf 4:4 ausgleichen, aber dann setzte sich Wetzlar kontinuierlich ab. Mit zwei Siebenmetern innerhalb von zwei Minuten erhöhte Maximilian Holst auf 7:4 (14.). 
Die Grundlage für den Vorsprung - und damit auch den späteren Sieg - legte die HSG jedoch in der Defensive. Die Abwehr um Mittelblocker Evars Klesniks agierte im Verbund und Nikolai Weber, der heute Benjamin Buric zwischen den Pfosten abgelöst hatte, zeigte sich stark - er parierte unter anderem einen Siebenmeter. „Wir haben eine sehr gute Abwehr mit einem guten Torwart dahinter gehabt - das war ganz wichtig“, sah auch Tobias Hahn, der einen Treffer erzielen konnte, die Defensive als Schlüssel zum Erfolg. Insgesamt kassierte Wetzlar dank der starken Abwehrarbeit nur acht Tore im ersten Durchgang und ging mit einem 15:8-Vorsprung in die Pause. 

Im zweiten Durchgang drückte die HSG weiterhin aufs Gas und lag nach einem Treffer von Torwart Weber ins leere Gehäuse der Leipziger erstmals mit zehn Toren in Front. Auch die Disqualifikation von Klesniks, der in der 47. Spielminute die dritte Zeitstrafe sah, konnte den Spielfluss nicht unterbrechen. „Wir haben unseren Stiefel durchgezogen“, freute sich auch Hahn. „Vorne haben zudem einige Konzeptionen wirklich gut geklappt.“ 
Zehn Minuten vor dem Ende war es Haupttorschütze Holst, der per Siebenmeter das 30:18 erzielen konnte und damit die 30-Tore-Marke riss. „Wir mussten aufgrund des Turniermodus schauen, dass wir den Vorsprung halten“, erklärte Hahn den Grund, warum die HSG das Spiel nicht austrudeln ließ. Am Ende siegte die HSG mit 34:24. Aufgrund der Tordifferenz steht fest, dass Wetzlar der erste Finalist ist. Gegner werden entweder die MT Melsungen oder die Kadetten Schaffhausen sein.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Nikolai Weber (1), Buric; Kneer, Lipovina (6), Björnsen (3), Pöter (1), Mirkulovski (2), Philipp Weber (4), Holst (11/6), Kraft, Hahn (1), Klesniks, Lindskog, Kohlbacher (5).

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Putera, Rojewski (6/1), Jurdz (5), Becvar (3), Steigert, Pietczkowski, Rivesjö (1), Strohsack (1), Binder (2), Sommer (2), Naumann (1), Milosevic (2), Reschke (1), Roscheck.

Quelle: www.handball-welt.de