Ansage an Gummersbach

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HSG verlässt die Elbe erhobenen Hauptes, aber gesenkten Kopfes

Sie verließen die Stadt an der Elbe erhobenen Hauptes, aber mit gesenkten Köpfen. Überhäuft mit Lob, aber ohne Punkte. 24:25 (10:13) hatte Handball-Bundesligist HSG Wetzlar am frühen Samstagabend bei Meister HSV Hamburg äußerst unglücklich verloren. Doch die Mittelhessen hatten gezeigt, dass sie in der vermeintlich stärksten Liga der Welt längst das Niveau erreicht haben, den Großen der Branche nicht nur wie bis 2005 in der Sporthalle in Dutenhofen das Fürchten lehren zu können.

 

Was die ehrlichen Komplimente der Hausherren unterstrichen. "Wetzlar hat echt clever gespielt", befand HSV-Nationalspieler Pascal Hens. "Die haben ihre Sache echt gut gemacht", resümierte der Kroate Blazenko Lackovic. "Die HSG hat uns vor große Probleme gestellt", lobte Rechtsaußen Stefan Schröder. Und Neu-Präsident Martin Schwalb, im Sommer 2005 für wenige Wochen auf der Bank der Mittelhessen, dankte den Zuschauern: "Gut, dass unsere Fans hinter uns gestanden und uns zum Sieg gebrüllt haben."

"Ado" Harmandic scheitert am Ende per Siebenmeter an HSV-Keeper Johannes Bitter

Ein Erfolg, der auf der Kippe stand. Denn beim Stande von 25:24 und bereits abgelaufener Uhr sprachen die beiden Unparteiischen, Martin Harms aus Magdeburg und Jörg Mahlich aus Stendal, den Gästen einen Siebenmeter zu. Kari Kristjan Kristjansson war am Kreis niedergerissen worden, Adnan Harmandic hatte sich den Ball geschnappt, war aber zum dritten Mal in der Schlussviertelstunde an Nationaltorwart Johannes Bitter gescheitert.

In einem Gespräch mit dieser Zeitung äußert sich HSG-Trainer Gennadij Chalepo zum Auftritt seiner Jungs im hohen Norden, zur Entscheidung, Harmandic zur ominösen Linie zu beordern und zum Spiel am Mittwoch (20.15 Uhr) in der Rittal-Arena gegen den VfL Gummersbach.

Herr Chalepo, haben Sie inzwischen die Niederlage verdaut?

Gennadij Chalepo: Wir sind gegen Mitternacht nach Hause gekommen. Ich habe mir dann zusammen mit meiner Frau das Video vom Spiel noch einmal angeschaut und bin erst um 3 Uhr ins Bett.

Überwiegt bei Ihnen der Stolz oder sind Sie noch immer frustriert ob der Niederlage?

Chalepo: Mit unserem Auftritt bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht. Wir sind Profis und treten an, um zu siegen. In unserer Branche zählen nur Punkte.

Was hat Ihre Mannschaft in Hamburg alles richtig gemacht?

Chalepo: Unsere Einstellung hat gestimmt, unsere Abwehr hat toll gearbeitet, unser Torwart Nikolai Weber hat mit 15 Paraden geglänzt. Außerdem hat unser Kreisläufer Kari Kristjan Kristjansson nicht nur sechs Tore gemacht, sondern auch einige Siebenmeter herausgeholt. Ich glaube, er wollte sich für einen neuen Vertrag empfehlen.

Und was hat Ihre Mannschaft an der Elbe alles falsch gemacht?

Chalepo? Wir hatten im Angriff leider zu wenig Dampf und haben den Hausherren dadurch zu viele einfache Ballgewinne gestattet. Außerdem haben wir über die Außenpositionen so gut wie nichts hinbekommen und dort nur einen Treffer durch Peter Jungwirth erzielt.

Warum hat Adnan Harmandic den letzten Siebenmeter geworfen? Er hatte zuvor schon zwei vergeben ...

Chalepo: Er hat in den letzten zehn Minuten richtig stark gespielt und hat mir mit seiner Körpersprache verdeutlicht, dass er die Nerven hat, um an die Linie zu gehen. Da habe ich gerufen: "Ado, du!" Dass er Johannes Bitter dann mit einem Heber überlisten wollte, hat mich auch ein wenig überrascht. Vielleicht hätte ich einen zur Ausführung beordern sollen, der es mit roher Gewalt probiert hätte.

Bei allem Ärger über die unglückliche Niederlage dürfte die Partie aber Ihrem Team Selbstbewusstsein für den kommenden Auftritt gegen den VfL Gummersbach gegeben haben ...

Chalepo: Aber natürlich. Ich denke, unsere Vorstellung beim HSV war eine klare Ansage an den VfL Gummersbach.

Alexander Fischer