Anton Lindskog: „Kisten sind gepackt, es kann losgehen!“

Noch frönt Wetzlars Neuzugang Anton Lindskog in der Heimat seinem Hobby – dem Angeln.

DKB Handball-Bundesliga

22-jähriger schwedischer Kreisläufer freut sich auf die HSG Wetzlar – „Ich werde hart arbeiten, um mich zu beweisen und weiterzuentwickeln“

Er ist gerade einmal 22 Jahre alt, aber bereits ein Mann „wie ein Baum“ – ein Kreisläufer, der modernen Prägung. Die Rede ist von Anton Lindskog, dem schwedischen Neuzugang der HSG Wetzlar, der in wenigen Tagen gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin von Kristianstad nach Wetzlar ziehen wird, um am 18. Juli pünktlich ins Mannschaftstraining der Grün-Weißen einzusteigen. „Die Kisten und Möbel stehen schon lange gepackt in einer Garage – es kann losgehen“, so Lindskog.

Der Hobby-Angler genießt derzeit noch seinen verdienten Sommerurlaub. „Im Moment verbringe ich die Tage in unserer Familienhütte außerhalb von Kristianstadt in Ahus“, so der Jung-Nationalspieler ganz „Schweden like“. „Es ist toll hier im Sommer, mit dem See direkt um die Ecke. Meine Hauptbeschäftigung ist derzeit aber, jeden Tag zu trainieren, um gut vorbereitet nach Wetzlar zu kommen.“ Und Lindskog kommt nicht alleine, sondern im „Paket“ mit norwegischen Rechtsaußen Kristian Björnsen. „Kristian ist ein echt netter Kerl. Privat ruhig, aber auf dem Spielfeld voller Leidenschaft und Energie. Es ist schön zu wissen, dass ich in dem neuen Umfeld jemanden um mich habe, den ich gut kenne. Das wird vieles einfacher machen bis man hundertprozentig ins Team integriert ist“, so der 1,98 Meter große Hüne, der in seiner Freizeit auch schon etwas Deutsch lernt. „Ich möchte unbedingt so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen, damit ich mich leichter mit jedem verständigen kann. Ich hatte sogar ein Jahr Deutschunterricht in der Schule, aber da ist leider nicht so wirklich viel hängen geblieben.“

Gemeinsam mit dem deutschen Nationalspieler Jannik Kohlbacher wird der 22-jährige das junge, aber talentierte Kreisläufer-Gespann der Grün-Weißen bilden. „Ich bin wirklich stolz in der kommenden Saison das Trikot der HSG Wetzlar tragen zu dürfen“, erklärt Lindskog mit einem Lächeln. „Das wird eine große Aufgabe für mich. Die schwedische Liga wird zwar immer besser und besser, aber in der Handball-Bundesliga wird viel schneller und mit wesentlich mehr Power gespielt. Auch die Gegenspieler haben alle eine hohe Qualität.“

Auch freut sich die neuen Nummer 66 der Mittelhessen auf seinen ersten Auftritt in der Rittal Arena. „Ich habe bisher nur begeisterte Stimmen über die Heimspiele der HSG Wetzlar gehört und dass die Fans ihre Mannschaft immer zu Einhundertprozent unterstützen. Ich kann es kaum erwarten in der Rittal Arena für die HSG Wetzlar aufzulaufen“, so Lindskog, der künftig gemeinsam mit den Routiniers Evars Klesniks und Neuzugang Stefan Kneer (Rhein-Neckar Löwen) den Wetzlarer Mittelblock bilden soll. Trotz seiner noch jungen Jahre verfügt der Schwede bereits über jede Menge Champions League-Erfahrung. Vergangene Saison überzeigte Lindskog im Abwehrblock des IFK Kristianstad und erzielte in der EHF Velux Champions League 27 Tore. Dazu feierten die Orange-Schwarzen die Meisterschaft. „Wir haben nur zwei Spiele in der Hauptrunde verloren, aber in den Playoffs und im Finale alles gewonnen. Die Party danach war toll, wie es sich nach so einer großartigen Saison gehört.“

Stolze 107 Kilogramm ist Lindskog schwer – beste körperliche Voraussetzungen, um auch in der stärksten Liga der Welt bestehen zu können. „Es war immer mein Traum einmal Bundesliga zu spielen und ich werde hart trainieren, um mich zu beweisen, weiterzuentwickeln und der Mannschaft eine echte Hilfe zu sein“, verrät Lindskog seinen Ehrgeiz. „Ich bin sehr gespannt auf die Zusammenarbeit mit Trainer Kai Wandschneider, den ich bereits bei seinem Besuch mit Björn Seipp in Kopenhagen kennengelernt habe. Er besitzt ein Händchen für die Arbeit und Entwicklung junger Spieler, auch deshalb wollte ich unbedingt nach Wetzlar wechseln.“

Dann wird der bullige Kreisläufer auch Deutschland endlich kennenlernen und bestimmt eine aktuelle Meinung sicherlich schnell ändern: „Typisch deutsch ist für mich, Bratwurst essen und Biertrinken in Lederhosen!“