Athletiktraining von Thorsten Ribbecke wichtiger Baustein im „HSG-Erfolgspuzzle“

DKB Handball-Bundesliga

39jähriger Diplom-Sportwissenschaftler arbeitet an Fitness des Wetzlarer Erstligakaders

In der Halle ist ein lautes Stöhnen zu vernehmen, schmerzverzerrte Gesichter verbiegen sich auf dem Hallenboden, auf dem allerlei Trainingsmaterialien zu finden sind. Immer häufiger ist ein Prusten zu hören, das von den Spielern der HSG Wetzlar ausgeht. Die Anstrengungen der Akteure in grün und weiß sind für den Betrachter geradezu greifbar. In diesen Augenblick darf man froh sein, nicht Profisportler geworden zu sein, denn wenn die Hantelscheiben „fliegen“ und die Terrabänder bis annähernd zum Reißen gedehnt werden, ist klar, dass Athletik-Coach Thorsten Ribbecke (Bild oben rechts) sein „Unwesen“ in der Sporthalle Dutenhofen oder dem Wetzlarer Stadion treibt.

Der 39-jährige Ribbecke ist seit Saisonbeginn fester Bestandteil des Trainerteams der HSG Wetzlar und unterstützt dabei Übungsleiter Kai Wandschneider. Beide kennen sich bestens aus den gemeinsamen Tagen beim TSV Dormagen, respektive dem DHC Rheinland. Schon dort brachte der Diplom-Sportwissenschaftler die Mannen von Wandschneider in eine überragende athletische Form – gleiches geschieht seit Juli auch im beschaulichen Mittelhessen. „Die Arbeit im Handballbereich und vor allem mit den Jungs bei der HSG Wetzlar macht mir riesen Spaß. Es ist sehr angenehm in einem so familiären Umfeld zu arbeiten und die Spieler machen mir es wirklich einfach, mich wohl zu fühlen. Alle sind freundlich und offen, alle sind motiviert und ziehen mit – auch wenn sie mich sicherlich nicht immer lieben“, berichtet Ribbecke mit einem Augenzwinkern, wohlwissend, dass seine Athletik-Übungen der Mannschaft alles abverlangen.

Dass sich die Schinderei mit dem Familienvater lohnt, dafür sind sicherlich auch die bisher sehr positiven Ergebnisse in der DKB Handball-Bundesliga ein Indiz. Denn auch gegen auf dem Papier favorisierte Teams konnte die HSG Wetzlar in den bisherigen Partien 60 Minuten voll dagegen halten und in den Schlussphasen sogar noch kraftraubende Deckungssysteme umsetzen, die entscheidenden Einfluss auf den Spielverlauf nahmen. „In den Bereichen Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Kraft optimal trainiert zu sein, ist im heutigen Leistungssport einfach ein Muss. Hinzu kommen Faktoren wie koordinative Fähigkeiten, Stabilisation und Bewegungsfertigkeiten, die einen ebenso hohen Stellenwert einnehmen. Auch die Ernährungskomponente spielt eine entscheidende Rolle in Sachen Athletik“, so Ribbecke, der sich mit sämtlichen Trainerqualifikationen einen hervorragenden Ruf in der deutschen Sportszene erarbeitet hat und sich beim Spiel der HSG Wetzlar gegen die SG Flensburg/Handewitt selbst ein Bild von den Früchten seiner Arbeit machen konnte. „Ich habe sicherlich einen kleinen Teil dazu beigetragen, dass es in dieser Spielzeit besser läuft, aber die beeindruckenden Leistungen sind ein Verdienst von Kai Wandschneider, Jasmin Camdzic , dem gesamten Organisationsteam und vor allem den Fans“, erklärt der Athletik-Coach bescheiden.

Und so konzentriert sich Thorsten Ribbecke auf das, was er am besten kann: Die Handballer der HSG Wetzlar im athletischen Bereich weiter zu verbessern, damit der aktuelle Tabellenvierte auch in Zukunft so für Furore sorgen, wie sie es bisher getan haben. Dafür werden die Müller, Fäth und Co. auch gerne weiter Stöhnen, Schwitzen und sich Verbiegen, denn der sichtbare Erfolg motiviert.