Auf der Suche nach neuer Abschlussstärke und Alternativen!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar muss am Sonntag ersatzgeschwächt beim SC Magdeburg ran – Nachwuchsspieler Jonas Müller (18) erstmals im Erstligakader

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben vor der Nationalmannschaftspause noch einmal einen schweren Gang vor sich. Am Sonntagnachmittag müssen die Mittelhessen beim wiedererstarkten SC Magdeburg ran (Anwurf: 17.15 Uhr, GETEC Arena) und dabei aller Voraussicht nach gleich auf vier Stammspieler verzichten. Neben dem Langzeitverletzten Maximilian Holst (Kreuzbandriss) fallen auch Evars Klesniks (Bänderriss im Fuß), Florian Laudt (Schambeinentzündung) und der grippekranke Kristian Bliznac aus. Um am Sonntag überhaupt personelle Alternativen zu haben, greift HSG-Coach Kai Wandschneider auf den erfolgreichen Nachwuchs der Grün-Weißen zurück. So wird neben Fabian Kraft auch erstmals Jugendnationalspieler Jonas Müller (18, Bild) im Kader der HSG Wetzlar stehen. „Jonas hat in den vergangenen Wochen regelmäßig mit der Bundesliga-Mannschaft trainiert und laut der Trainer und Mitspieler seine Sache dabei sehr ordentlich gemacht. Vielleicht werden ihn die Trainer am Sonntag ins kalte Erstliga-Wasser werfen müssen. Dann heißt es schwimmen“, so Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp.

Wandschneider: „Wir müssen unseren hohen Aufwand mit einfachen Toren belohnen!“

Neben der Personalproblematik bereitet Kai Wandschneider und seinem Co-Trainer Jasmin Camdzic derzeit jedoch auch eine andere Sache Kopfzerbrechen – die anhaltende Abschlussschwäche im Team. Sowohl gegen den TuS N-Lübbecke, die Füchse Berlin als auch am Mittwoch im Pokal in Erlangen ließen die Grün-Weißen eine Vielzahl an freien Möglichkeiten liegen und brachten sich allen voran dadurch um mögliche Erfolge. „Wir müssen im Angriff wieder konzentrierter und kompromissloser agieren“, weiß Wandschneider. „Die vielen personellen Rückschläge haben dazu geführt, dass wir immer wieder in anderen Formationen antreten müssen. Klar geht das erst einmal zu Lasten unseres Spiels. Auf der anderen Seite steht unsere Deckung trotzdem gut und wir erspielen uns auch die nötigen Torchancen. Was fehlt ist jedoch, dass wir unseren hohen Aufwand mit einfachen Toren belohnen. Die klaren Dinger müssen wieder rein, ansonsten wir es schwer in Magdeburg zu bestehen!“

In den vergangenen beiden Spielzeiten hatten die Grün-Weißen dies geschafft und jeweils zwei überraschende Auswärtszähler aus der GETEC Arena mit nach Hause gebracht. „In dieser Saison sehen wir uns aber einer anderen Magdeburger Mannschaft gegenüber. Der SCM ist sehr breit aufgestellt und verfügt derzeit auf allen Positionen über enorme Qualität“, weiß Wandschneider, der mit seinen Spielern in der Vorbereitung auf das Duell mit den Elbestädtern viele Einzelgespräche führen wird. „Die Jungs wissen selbst am besten, was in den vergangenen Spielen nicht optimal gelaufen ist! Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, auch wenn wir uns natürlich über das frühe Ausscheiden im Pokals sehr ärgern. Jetzt gilt die komplette Konzentration der Bundesliga und den ‚heißen‘ Herbst. In diesen wollen wir am liebsten mit einem Auswärtspunkt in Magdeburg starten.“ Auch aus diesem Grund reist der grün-weiße Tross bereits am Samstagnachmittag im Bördeland an. 

Balic: „Haben Chance, wenn wir in jeder Situation fokussiert und hungrig sind!“

Mannschaftskapitän Jens Tiedtke, der in Erlangen gemeinsam mit Carlos Prieto den Wetzlarer Innenblock stellte, bringt es noch einmal auf den Punkt. „Wir müssen wieder dahin kommen, zumindest 50 Prozent unserer Chancen im Angriff zu verwerten. Ansonsten wird es ein unangenehmer November mit sieben Spielen in 20 Tagen. In dieser Zeit trennt sich in der Liga die Spreu vom Weizen, da müssen wir voll da sein und gut durchkommen.“ Für Spielmacher Ivano Balic ist klar: „Es ist gut, dass wir genau wissen, woran unser Spiel derzeit krankt. Wir werden das abstellen, da bin ich mir sicher!“  Schon direkt nach dem Pokal-Aus in Erlangen blickte der zweimalige Welthandballer gen Wochenende. „Jetzt heißt es die Enttäuschung schnell abzuschütteln und sich konzentriert auf den SCM vorzubereiten. Das ist das Gute an einem eng getakteten Spielplan und unserem Sport: Neues Spiel, neues Glück“, so der Kroate. „Wenn wir am Sonntag alles geben und in jeder Situation fokussiert und hungrig sind, dann haben wir trotz der Ausfälle eine Chance. Magdeburg hat in der vergangenen Saison in einer ähnlichen Situation den THW Kiel zu Hause geschlagen. Also, alles ist möglich!“