Auf HSG Wetzlar wartet gegen Berlin „hohe Hürde“!

DKB Handball-Bundesliga

Füchse Berlin reisen als klarer Favorit nach Mittelhessen – Einsatz von Tiedtke und Fäth fraglich – Nur noch Stehplatzkarten erhältlich!

Mit den Füchsen Berlin gibt laut dem Trainer der HSG Wetzlar, Kai Wandschneider, eine „europäische Topmannschaft“ am Dienstag, den 7. Mai 2013 (Anpfiff: 19.00 Uhr) seine Visitenkarte in die Rittal Arena ab. Nach dem denkbar knappen Ausscheiden aus der Champions League liegt der Fokus der Hauptstädter nun komplett auf der Bundesliga und der damit verbundenen, erneuten Qualifikation für die Königklasse des Handballs in der kommenden Spielzeit.

„Nach unserem überraschenden und vielbeachteten 28:27-Auswärtserfolg in der Max-Schmeling-Halle im Hinspiel werden die Füchse auf Wiedergutmachung aus sein“, ist sich HSG-Geschäftsführer Björn Seipp sicher. „Auf uns wartet eine extrem hohe Hürde, allerdings wird unsere Mannschaft gewappnet sein und nach drei Siegen in der Liga in Folge können wir selbstbewusst und mit dem Wissen um die eigene Stärke in die Partie gehen. Dass die Füchse schlagbar sind, haben wir in dieser Saison ja schon selbst unter Beweis gestellt.“

Trotzdem seien die Rollen klar verteilt, so Wetzlars Coach Kai Wandschneider. „Berlin ist ganz klarer Favorit. Sie gehören zu den Topadressen im europäischen Handball und sind auf jeder Position doppelt oder gar dreifach besetzt.“ Ein weiterer Aspekt, der die Favoritenrolle Berlins verstärke, sei die veränderte Ausgangslage, mit der die Füchse in die kommende Partie gingen, so der Übungsleiter. Hätten die Mannen um Nationaltorhüter Silvio Heinevetter beim Hinspiel noch auf drei Hochzeiten (Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions League) getanzt, könnten sie sich jetzt ausschließlich auf den Spielbetrieb in der DKB-Handball Bundesliga konzentrieren.

Ob die Hausherren, die am Dienstagabend wieder über 4.000 Zuschauer in der Rittal Arena erwarten, mit komplettem Kader ins Duell „David gegen Goliath“ gehen können, ist derzeit noch fraglich. Sowohl der Einsatz von Jens Tiedtke als auch von Nationalspieler Steffen Fäth steht auf der Kippe. Der etatmäßige Kreisläufer Jens Tiedtke laboriert an einer Oberschenkelzerrung, die er sich im letzten Auswärtsspiel in Neuhausen zugezogen hatte, und beim wurfgewaltigen Rückraumspieler Steffen Fäth bereitet das Knie Sorgen. Aus diesem Grund konnte Fäth die Reise zur Nationalmannschaft nicht antreten und wird wohl bis Anfang kommender Woche beim Mannschaftstraining pausieren. Beide Einsätze werden sich laut medizinischer Abteilung der Grün-Weißen erst kurz vor der Partie entscheiden, jedoch ist es für Kai Wandschneider keine neue Situation ohne Kreisläufer dazustehen. „Wir sind die einzige Mannschaft in der Bundesliga, die ein Drittel der Saison nur mit einem oder sogar ohne etatmäßigen Kreisläufer absolvieren mussten. Unter diesen Umständen sind die bisher gezeigten Leistungen meiner Mannschaft nicht hoch genug einzuschätzen “, so der HSG-Trainer. Im Falle eines Ausfalls von Jens Tiedtke, wird wohl Alois Mraz wieder am Kreis in die Presche springen, was ihm schon beim Heimspiel gegen den SC Magdeburg hervorragend gelang. Auch Youngster Moritz Zörb steht nach dem Abschluss der A-Jugend-Bundesliga-Saison in den Startlöchern.

Trotz häufiger personeller Engpässe in dieser Saison, spielte die HSG Wetzlar des Öfteren den Favoritenschreck und befindet sich im Moment in einem Aufwärtstrend. Mit drei Siegen in Folge tankten die grün-weißen Akteure nicht nur weiteres Selbstvertrauen, sondern konnten sich auch auf dem achten Tabellenplatz der DKB Handball-Bundesliga festbeißen. Das ist wohl der Grund, weshalb Kai Wandschneider seine Mannen nicht chancenlos sieht: „Ich freue mich schon riesig auf das Spiel. Berlin muss gewinnen und wir sind im Moment gut drauf und können befreit aufspielen. Ich hoffe auf eine lautstarke Unterstützung, denn ohne diese werden wir gegen diese Spitzenmannschaft nicht bestehen können. Wir wollen unseren tollen Fans ein richtig gutes Spiel abliefern!“

Die taktische Marschroute wird sich im Vergleich zu den letzten Spielen kaum verändern. „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen, wieder eine kompakte Deckung stellen und unser Tempospiel aufziehen“, erklärt Wandschneider. Des Weiteren müsse der Wetzlarer Mittelblock so früh wie möglich die Kreise von Füchse-Spielmacher Jaszka einengen, der unbestritten der „Kopf“ der Berliner Mannschaft sei. Zum Berliner Starensemble gehören ebenfalls so klangvolle Namen wie Iker Romero, Silvio Heinevetter oder Sven Sören Christophersen. Letzterer trug von 2008 bis 2010 das HSG-Trikot und entwickelte sich in Wetzlar zu einem der gefährlichsten Rückraumlinken der Bundesliga.  

Das vermeintliche Spitzenspiel des fünftletzten Spieltags in der DKB Handball-Bundesliga steht unter der Aufsicht von DHB-Schiedsrichter-Wart Peter Rauchfuß. Geleitet wird die Partie vom international erfahrenen Schiedsrichtergespann Holger Fleisch und Jürgen Rieber. Für das Spiel sind im Vorverkauf und an der Abendkasse nur noch Stehplatzkarten erhältlich.