Auf HSG Wetzlar wartet „neues Essen“!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen gehen mit Respekt ins Duell mit dem Aufsteiger – Über 4000 Zuschauer erwartet

In seinen Trainerkollegen Christian Prokop kann sich Wetzlars Coach Kai Wandschneider derzeit gut reinversetzen. Auch er hatte in der abgelaufenen Saison das Ruder bei einem abstiegsbedrohten Club übernommen und weiß, was es heißt, eine Mannschaft aufzurichten und ihr Selbstvertrauen einzuimpfen. „Ich schätze Christian Prokop sehr und weiß um seine Qualitäten als Trainer“, so Wandschneider. „Er wird sicherlich die Tage genutzt haben, um ins Spiel des TuSEM einige Neuerungen einzubringen, die uns überraschen sollen. Deshalb werden wir gut vorbereitet ins Spiel in die Partie am Freitag gehen und müssen hochkonzentriert sein. Wir haben Respekt vor der Essener Mannschaft, in der auch einige ehemalige Spieler von mir stehen, aber wir wissen auch, dass wir unserer Favoritenrolle gerecht werden müssen. Es gilt, auch mit Blick auf das schwere Restprogramm vor der Winterpause, dieses Spiel zu gewinnen! Über das nötige Selbstvertrauen und Können verfügen wir – wir müssen es aber einmal mehr im Kollektiv abrufen!“

Nach den tollen Ergebnissen der Grün-Weißen ist in der Region Mittelhessen ein wahres „Handballfieber“ ausgebrochen. Für die Partie gegen den Tabellenletzten, die am Freitagabend um 19.45 Uhr in der Rittal Arena vom Schiedsrichtergespann Schaller/Küsters angepfiffen wird, haben die Domstädter bereits über 3.800 Tickets verkauft. Sitzplätze sind keine mehr verfügbar. „Es ist natürlich toll zu sehen, welchen Boom unsere Mannschaft mit ihren beeindruckenden Leistungen ausgelöst hat. Wir werden sicherlich auf die Unterstützung von über 4.000 Zuschauern zählen dürfen“, verrät HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, der bestätigt, dass nach dem Auswärtserfolg in Berlin auch eine enorme Mediennachfrage auf den Club und die Mannschaft zugekommen ist. „Das ist eine völlig neue Situation für unsere Spieler, mit der sie professionell umgehen müssen. Es muss jedem hier klar sein, dass mit den Erfolgen auch die Erwartungshaltung und somit die Fallhöhe steigt. Deshalb ist es gut und wichtig, dass wir sachlich, realistisch und fokussiert bleiben. Ohne Umschweife: Wir sind keine Spitzenmannschaft! Um dort hinzukommen, dass man über die Qualität verfügt, Gegner auch mit 90 Prozent zu schlagen, braucht man viel Geld und Zeit. Wir stehen aktuell auf einem Spitzenplatz, aber wir müssen auch gegen den TuSEM an unsere oberste Leistungsgrenze gehen, um weiter erfolgreich sein zu können. Doch dafür brauchen wir die uneingeschränkte Unterstützung unserer Fans. In der Bundesliga bekommt man nichts geschenkt, gegen niemanden!“

Aus diesem Grund hofft Trainer Kai Wandschneider auch, dass die derzeit noch angeschlagenen Linkshänder Daniel Valo und Tobias Reichmann am Freitag wieder zur Verfügung stehen. „Bei beiden wird sich morgen entscheiden, ob und in welcher Form wir sie einsetzen können. Ansonsten sind nach derzeitigem Stand aber alle Mann an Bord und das wird auch wichtig sein, denn das ‘neue Essen‘ wird ein harter Brocken für uns. Ich weiß eigentlich nicht, warum sie noch keine Punkte eingefahren haben, denn das Team verfügt über einige individuell sehr gute Spieler“, so der HSG-Coach, der gemeinsam mit Co-Trainer Jasmin Camdzic einige Zeit investiert hat, um die vergangenen Spiele des TuSEM, allen voran die Partie gegen Melsungen detailliert zu analysieren. „Wer wenige Minuten vor Schluss gegen einen Europapokalaspiranten wie Melsungen mit drei Toren führt, der muss über eine ordentliche Qualität verfügen.“

Bereits um 18.15 Uhr wird am Freitagabend die Tageskasse der Rittal Arena öffnen, an der es noch wenige hundert Stehplatztickets zu kaufen gibt. Bis dahin sind die entsprechenden Eintrittskarten an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.