Aufsichtsratssprecher der HSG informiert Mannschaft

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Manfred Thielmann wollte einiges klären am Samstag um 11 Uhr im Gespräch mit den Handballern der HSG Wetzlar. Unter anderem den teilweise Presseboykott der Mannschaft nach dem 26:22-Derbyerfolg beim TV Hüttenberg in der Gießener Sporthalle Ost („Davon habe ich nichts gewusst“ - und sein Gesicht sprach Bände). Aber auch das in jüngster Zeit immer wieder erfolgte Ausplaudern von vertraulichen Informationen bei der HSG. Dazu ist es nicht gekommen. Manfred Thielmann hat stattdessen vor der Mannschaft seinen Rücktritt as Aufsichtsratssprecher der HSG Wetzlar erklärt und will sich heute offiziell vom Aufsichtsrat (dem noch Martin Bender und Antonio Pardo angehören) sowie aus der sportlichen Verantwortung verabschieden.

 

„Es gibt kein zurück“, bekräftigte Thielmann wenige Stunden nach der Besprechung das Ende seines Engagements beim heimischen Bundesligisten. Dort respektiert man nach der Aussage von Geschäftsführer Björn Seipp die Entscheidung des bisherigen Aufsichtsratssprechers und betont den großen Anteil Thielmanns an dem erfolgreichen Umbruch der HSG Wetzlar nach dem fast schon erfolgten finanziellen Kollaps vor etwas über einem Jahr. Die Aufgaben Thielmanns wolle man auf mehrere Schultern verteilen, erklärte Seipp, wobei der sportliche Bereich noch stärker in die Verantwortung von Cheftrainer Gennadij Chalepo und dessen Assistenten Jasmin Camdzic komme. Dagegen „wird die Stelle eines sportlichen Leiters nicht besetzt“, revidierte der Geschäftsführer entsprechende Absichten Thielmanns.

„Es muss dringend Ruhe rein“, erklärte der bisherige Aufsichtsratssprecher zu den Gründen für seinen überraschenden Entschluss. So wie zuletzt könne es nicht weitergehen. „Ich habe den Schritt gemacht. Das Alibi für die Mannschaft ist weg“, war er enttäuscht von der jüngsten Entwicklung. „Es macht keinen Sinn, wenn kein Vertrauen mehr da ist“, erklärte Thielmann zu immer wieder an die Öffentlichkeit gelangten vertraulichen Informationen. „Ich kann nicht dauernd überlegen, wem kann ich was sagen, ohne dass es am nächsten Tag in einer Zeitung steht“, sah er hier das Vertrauensverhältnis innerhalb der Handball-Spielgemeinschaft gestört.

Seinen Teil zum gestörten Klima beigetragen hatte Thielmann allerdings ebenfalls, als er vor einigen Tagen die sportlichen Qualitäten von Spielmacher Timo Salzer - der nach der Saison zum Zweitligisten SG BBM Bietigheim wechselt - in der Wetzlarer Neuen Zeitung angezweifelt hatte.

(am/ebi)