Auswärtsbilanz aufbessern

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Beim TSV Hannover-Burgdorf kann HSG Wetzlar am Samstag ein Zeichen setzen

Bis zur Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen vor zwei Wochen waren die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar vor eigenem Publikum ungeschlagen. Auswärts haben die Mittelhessen bis jetzt noch keinen einzigen Zähler holen können und zuletzt bei der 23:28-Pleite in Großwallstadt enttäuscht. An diesem Samstag hat die Mannschaft von Trainer Gennadij Chalepo die Chance, die stark negative Auswärtsbilanz etwas aufzubessern. Beim TSV Hannover-Burgdorf (19 Uhr/AWD-Halle) sollte Zählbares drin sein. »Wir wollen gewinnen. Wir wissen aber ganz genau, dass es schwer wird, dort zu bestehen«, sagt Chalepo, der womöglich auf Lars Friedrich verzichten muss.

 

Der Halbrechte fehlte zuletzt wegen einer Bänderverletzung im Knöchel im Training. »Ich muss schauen, ob ich ihn einsetzen kann. Das wird sich erst kurz vor dem Spiel entscheiden«, meint der Trainer der Mittelhessen. Ansonsten kann Chalepo aus dem Vollen schöpfen.

In der Halle neben der großen Fußballarena von Hannover 96 erwartet Wetzlar ein Kampf auf Biegen und Brechen. Der TSV ärgerte zuletzt vor eigenem Publikum den HSV Hamburg, der sich letztlich knapp mit 37:34 durchsetzen konnte. Ansonsten schafften es die Niedersachsen im Frühstadium der Saison die Rhein-Neckar Löwen in die Knie zu zwingen. »Wer gegen so eine Mannschaft gewinnt, kann gut Handball spielen«, findet Chalepo und schwärmt von Hannovers wichtigstem Spieler: »Morten Olsen ist ein fantastischer Handballer, der alles mitbringt, was auf seiner Position wichtig ist.«

Der dänische Nationalspieler spielt auf Rückraum-Mitte eine zentrale Rolle im Konzept von Trainer Christopher Nordmeyer und überzeugte zuletzt mit zehn Toren beim 36:31-Auswärtscoup in Kassel gegen Melsungen. »Er ist schnell, wurfstark und hat einen guten Zug zum Tor«, sagt Chalepo über den 1,83 Meter großen Skandinavier. Mit dem Husumer Torge Johannsen spielt ein Ex-Flensburger auf Rechtsaußen oder wahlweise im rechten Rückraum. Der 28-Jährige verfügt über eine Menge Erfahrung und Dynamik. Gemeinsam mit dem isländischen Nationalspieler Asgeir Örn Hallgrimsson bildet Johanssen auf der rechten Angriffsseite ein durchschlagskräftiges Duo.

Chalepo hat gegen diese Dominanz im Rückraum ein Mittel parat: »Wir müssen wieder besser in der Deckung arbeiten und dort vor allem den Mittelblock besser stellen als zuletzt. Außerdem müssen wir die Chancen besser verwerten. Unsere Tempogegenstöße haben wir zuletzt auch nicht gut ausgespielt.« Zusammenaddiert haben diese Mankos zur Folge, dass die HSG nun seit vier Spielen ohne Sieg ist.

Dennoch hat TSV-Coach Nordmeyer eine gehörige Portion Respekt vor dem kommenden Gegner: »Wetzlar ist ein richtig dicker Brocken, der einige Stärken hat. Angefangen von den beiden Torhütern, die natürlich richtig gut sind. Das wird ganz schwierig für uns, zumal ich mich noch lebhaft an die deutliche Niederlage in der letzten Saison erinnern kann. Das war schmerzhaft.« Verzichten muss Hannovers Trainer womöglich auf den Slowaken Csaba Szücs, der eine Fersenverletzung auskurieren muss.

»Das werden wir noch sehen. Ansonsten haben wir alle dabei. Auch wenn es immer problematisch ist die Mannschaft in der Länderspielpause vorzubereiten, war es sicher okay«, befindet Nordmeyer, dessen akribische Gegneranalyse freilich auch die Schwachpunkte der Wetzlarer Mannschaft offengelegt hat: »An diesen Punkten wollen wir natürlich unseren Sieg festmachen. Aber es wird ganz sicher nicht einfach werden, auch wenn Wetzlar auswärts bislang nichts geholt hat.« Die guten Ergebnisse des TSV haben zur Folge, dass der Vorverkauf gut angelaufen ist. Nordmeyer: »Es wird mehr los sein als in den Spielen zuvor. Wir rechnen mit mindestens 2000 Fans.«

(jms)