B-Jugend ist deutscher Vizemeister!

DKB Handball-Bundesliga

Team von Coach Jochen Beppler verliert im Endspiel des Final4 gegen Füchse Berlin mit 39:41 nach Siebenmeterwerfen – Jonas Müller zwölfmal erfolgreich

Ohne große Titelambitionen hatten die B-Jugendlichen der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen im Frühjahr 2012 ihre Vorbereitung auf die neue Saison gestartet, heute darf sich das Team von Trainer Jochen Beppler „Deutscher Vizemeister“ nennen.

Als Hessenmeister hatten sich die Grün-Weißen sensationell für das Final4-Turnier um die deutsche Meisterschaft in Berlin qualifiziert. Am Samstag stand das Halbfinale gegen TSG Ludwigshafen-Friesenheim an, das die Wetzlarer „U17“ überraschend deutlich mit 30:20 für sich entschied und somit den Einzug ins Finale sicherstellte. Gegner war dort am Samstag der bis dahin in der kompletten Saison noch ungeschlagene Gastgeber Füchse Berlin.

Vor rund 350 Zuschauern gab es zunächst „Gänsehaut-Atmosphäre“ als für beide Mannschaften die deutsche Nationalhymne ertönte. Danach sorgten auch die rund 100 mitgereisten Fans und Eltern der Wetzlarer Spieler für ordentlich „Feuer unterm Dach“. Die Anfeuerung schien Wirkung zu zeigen, denn die Mittelhessen legten los wie die Feuerwehr. Bereits nach 6. Minuten und einem Rückraumkracher von Jonas Müller stand es 4:2 für den vermeintlichen Außenseiter aus Hessen. Gestützt auf eine aufmerksame Abwehr und verlässliche, schnörkellose Konzepte im Angriff zogen die Beppler-Schützlinge bis zur 17. Spielminute sogar auf 14:10 davon. Diesmal war der bärenstarke Matthias Schwalbe von der halbrechten Position erfolgreich. Einige Ungenauigkeiten im Wetzlarer Passspiel und ein bulliger Hüne am Kreis der Füchse sorgten dann jedoch dafür, dass die Gastgeber bis zum Wechsel Stück für Stück näher herankommen. Zu Halbzeit stand eine 18:17-Pausenführung für die Wetzlarer U17.

Nach der Pause blieb die packende Partie ausgeglichen, wog hin und her. Dane Markovic war es, der in 34. Spielminute vom Kreis den 22:21-Führungstreffer für die Mittelhessen erzielte. Einige Angriffe und leichte Ballgewinne später traf dann erneut Jonas Müller zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 31:28 für die Grün-Weißen. Doch die Drei-Tore-Führung hatte nicht lange bestand, auch weil die Schiedsrichter der Partie doch sehr leichtfertig mit der Bestrafung von technischen Fehlern der Füchse-Angreifer umgingen. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit und nach einer mehr als umstrittenen 2 Minuten-Zeitstrafe gegen HSG-Spielmacher Lukas Gümbel gingen die Gastgeber dann erstmals in Führung (33:32), im Anschluss sogar die Möglichkeit über Rechtsaußen für die Entscheidung zu sorgen. Doch der Wurf verfehlte sein Ziel. Somit war es Jonas Müller vorbehalten, mit seinem bis dahin neunten Tagestreffer für den 33:33-Ausgleich und somit die Verlängerung (2 x 5 Minuten) zu sorgen.

In dieser erwischten die Füchse, bei denen von Spielbeginn an auch Geschäftsführer Bob Hanning auf der Trainerbank Platz genommen hatte, den besseren Start. Die ersten drei Treffer erzielten die Berliner und die Partie schien für viele Zuschauer bereits gelaufen. Doch da hatten sie in der 2. Hälfte der Verlängerung die Rechnung ohne die Jungs aus Mittelhessen gemacht. Torhüter Stefan Hanemann griff den Füchse Angreifern nunmehr einige wichtige Bälle ab und blieb die komplette restliche Spielzeit ohne Gegentreffer. Auf der Gegenseite nahm sich unter anderem Matthias Schwalbe im Eins-gegen-Eins ein Herz und traf zum vielumjubelten 37:37 in die Berliner Maschen. Wenig später ertönte der Abpfiff – das Siebenmeterwerfen musste für die Entscheidung sorgen.

Arm in Arm standen die Grün-Weißen nebeneinander an der Mittellinie und wünschten ihrem Torhüter beim ersten Strafwurf Glück, doch der Wurf des Berliner Schützen rauschte in die Maschen. Anders als der Versuch des nachfolgenden Dane Markovic. Der Aufsetzer des Wetzlarers rauschte über die Latte und als dann, nach einigen verwandelten Siebenmeter auch Matthias Schwalbe den Ball nicht im Füchse-Tor unterbrachte, war die Entscheidung gefallen. Berlin ist Deutscher Meister, unsere U17 gewinnt den Vize-Titel.

„Unsere Mannschaft hat an diesem Wochenende ein unglaubliches Niveau abgeliefert. Darauf können wir alle stolz sein, auch wenn diese bittere Niederlage jetzt erst einmal sehr weh tut“, so HSG-Jugendkoordinator Arno Jung, der Mannschaft und Trainerteam nach Berlin begleitet hatte. Trainer Jochen Beppler fügte an: „Wir haben in dieser Saison zusammen ein paar tolle Siege gefeiert und jetzt nehmen wir auch diese Situation, dass wir ein Finale unglücklich verloren haben, gemeinsam hin.“

Aufgebot U17: Stroh (1.-18.), Hanemann (19.-60.); Gümbel (7), T. Müller (n.e.), J. Heuer (3), J. Leger (1), Markovic (2), Bremond (n.e.), Sandro Gohly (7/3), Schwalbe (7), Nowak (n.e.), M. Leger, J. Müller (12), Ehrig (n.e.).