"Bad boys" lassen Portugal in Wetzlar keine Chance!

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DKB Handball-Bundesliga

Deutsche Handball-Nationalmannschaft gewinnt in ausverkaufter Rittal Arena zu Beginn der EM-Qualifikation mit 35:24 - Leistung von Jannik Kohlbacher von Bundestrainer gelobt

Es war das berühmte Tüpfelchen auf dem "i", obwohl es sich eigentlich um einen hart geworfenen Ball handelte. Die Zeit war abgelaufen in der Wetzlarer Rittal-Arena, der Portugiese Antonio Rodrigues Areia trat noch zu einem Siebenmeter gegen Silvio Heinevetter an. Und der deutsche Nationaltorhüter von den Füchsen Berlin parierte unter dem Jubel der über 4000 Zuschauer das runde Leder. Ein sehr gelungener Ausklang, der allerdings für den Ausgang des ersten Qualifikationsspiels für die Europameisterschaft 2018 in der "deutschen" Gruppe 5 keine Bedeutung mehr hatte. Der Sieg der Gastgeber stand schon lange fest. Am Ende leuchtete ein 35:24 (16:10)-Erfolg von der Anzeigetafel.

Damit können die Schützlinge von Bundestrainer Dagur Sigurdsson beruhigt in die nächste Qualifikations-Partie am Samstag um 17.45 Uhr in Zürich gegen die Schweiz gehen. "Ich bin natürlich zufrieden mit dem Sieg und mit der Einstellung. Die wollen wir durchziehen bis zum zweiten Spiel", legte der Isländer Zuversicht an den Tag.

Die war während der 60 Spielminuten früh genährt worden. Denn das frühe 0:1 durch Rui Sousa Martins Silva war die einzige Führung für die junge Mannschaft der Portugiesen. Ab dem 3:1 durch den Gummersbacher Simon Ernst in der 7. Spielminute befand sich der Titelverteidiger vom Januar in Polen auf dem Erfolgsweg. Mit dem 22 Jahre alten Ernst hatte Sigurdsson für die erste Überraschung gesorgt. Denn zwischen Kai Häfner und Paul Drux stand der Gummersbacher als Spielmacher in der Start-Sieben. "Er ist ja schon länger dabei und kam sehr fokussiert zum Lehrgang. Er hat das hier sehr gut gemacht", freute sich der Bundestrainer nicht nur über die fünf Tore von Ernst.

Eine weitere Überraschung gerade für die mittelhessischen Fans war der Auftritt von Jannik Kohlbacher. Der wurde erstmals in der 19. Minute eingewechselt. Neben seinem durch zwei Treffer belohnten Einsatz im Angriff beorderte ihn Sigurdsson in den Deckungs-Innenblock. "Das war keine Absprache. Das haben wir im Training nicht gemacht. Davon habe ich erst erfahren, als ich reinkam", war auch für den jungen Wetzlarer die Überraschung seines Übungsleiters gelungen.

Philipp Weber, der zweite HSG-Spieler im deutschen Aufgebot, war nicht unter den 16 Akteuren auf dem Spielbericht. Sigurdsson machte ihm aber Hoffnung, gegen die Schweiz seinen Einstand geben zu können.

Sein Debüt gab dafür Dominik Weiß. Der Stuttgarter kam in der 42. Minute, als der Sieg schon längst nur noch eine Frage des Ergebnisses war. Denn bis zur Halbzeit hatte sich die deutsche Mannschaft schon auf 16:10 abgesetzt, wobei der überragend parierende ehemalige Wetzlarer Andreas Wolff im Tor für besonderen Jubel gesorgt hatte, als er in der 17. Minute einen gehaltenen Ball ins leere Tor der Portugiesen warf.

Beim 23:13 (39.) hatten die Gastgeber erstmals zehn Tore Vorsprung vorgelegt. Die kämpferisch nie aufsteckenden Gäste vom Südwest-Zipfel Europas kamen zwar immer wieder heran, doch ab dem 31:21-Treffer durch Matthias Musche (54.) waren wieder sehr klare Verhältnisse angesagt.

"Wir hatten sehr großen Respekt vor Portugal", erklärte der ehemalige Wetzlarer Steffen Fäth nach dem Spiel. "Aber wir waren die klar bessere Mannschaft. Wir haben es immer wieder geschafft, den Ball weiterzuspielen", spielte er auf die oft unorthodoxe Abwehr der Portugiesen an. "So einfach hatte ich mir das nicht vorgestellt", gab auch Andreas Wolff zu. "Sie haben eigentlich eine sehr starke Mannschaft in der Offensive. Aber wir haben eine sehr gute Abwehr gespielt." Mit dem i-Tüpfelchen des gehaltenen Siebenmeters von Silvio Heinevetter.

Quelle: Gießener Anzeiger