Bärenstarke HSG Wetzlar besiegt "Mannschaft der Stunde"!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

28:24 (13:10)-Erfolg gegen den SC Magdeburg - Kompakte Mannschaftsleistung vor 3.998 Zuschauern

Es kommt einer großen Überraschung gleich, was die HSG Wetzlar am Samstagabend beim 28:24 (13:10) Sieg gegen den SC Magdeburg geschafft hat. „Mannschaft der Stunde“ oder auch „Anwärter auf die Plätze fürs internationale Geschäft“ waren die Lobeshymnen, die die Truppe von Interimscoach Uwe Jungandreas in den letzten Wochen attribuierten. Doch einmal mehr waren die Hausherren taktisch zu 100 Prozent vorbereitet und eingestellt. 

Wie schon in den vergangenen Wochen, legte die Deckung und ein, vor den Augen von Bundestrainer Martin Heuberg besonders im ersten Durchgang grandios aufgelegter Andreas Wolff im Tor der HSG den Grundstein für den Verlauf der Partie. Beide Teams begannen engagiert in der Deckung, wobei Wetzlar, trotz vereinzelter Schwächen, im Angriff etwas effektiver agierte. Ab der 24. Minute allerdings platze bei den Grün-Weißen der Knoten. Das, im Vergleich zur letzten Saison, zuletzt immer bemängelte Konterspiel der HSG lief nun deutlich besser und so erhöhte Wetzlar binnen vier Minuten auf 13:8 (28.). Nachlässigkeiten und Konzentrationsschwächen allerdings ließen den SCM zur Pause auf 13:10 verkürzen. 

Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten dann erneut die Hausherren. Besonders Steffen Fäth war es in der Phase um die 40. Minute, der mit seinen Treffern Wetzlar mit 16:12 (38.) in Front brachte. Im Magdeburger Angriffsgetriebe schien nun Sand zu sein und die Bemühungen der Truppe aus Sachsen Anhalt blieben zunehmend im Deckungsverband der HSG hängen. Eine Auszeit von Coach Jungandreas beim 18:13 (40.) verpuffte und lies die HSG unbeeindruckt. Diese spielte munter weiter und erhöhte auf 21:14 (45.). 

Doch wer glaubte, die Begegnung sei nun gelaufen, der irrte sich. Magdeburg steckte nicht auf und Wetzlar wirkte kurze Zeit etwas fahrig. Zu ungenaue Anspiele an den Kreis, wenig vorbereitete Aktionen onhe Bewegung und eine Magdeburger Deckung, die nun mit Gerrit Eijlers einen deutlich besseren Rückhalt hatte, als noch in Halbzeit eins. Die Wetzlarer vergaben nun zusehends ihre Chancen und Magdeburg verkürzte auf 20:23 (52.). Doch besonders Florian Laudt mit viel Umsicht und Cleverness führte seine Farben durch diese hektische und gefährliche Phase. Auch die doppelte Manndeckung der Gäste (Weber gegen Fäth und Grafenhorst gegen Tönnesen) brachte die HSG nicht mehr aus der Spur. Geschickt nutzen die "Hessen-Connection" um Laudt, Weber und Co. nun die freien Räume und feierten einen unerwarteten, aber gleichwohl verdienten 28:24 Erfolg über den SC Magdeburg.

HSG Wetzlar: Dahl (bei einem Siebenmeter), Wolff; Prieto (1), Tiedtke (1), Rompf (4/2), Weber (2), Tönnesen, Reichmann (6/6), Laudt (2), Fäth (5), Bliznac,  Hahn (5), Harmandic (1), Klesniks (1).

SC Magdeburg: Eijlers (31.-60.), Quenstedt (1.-30.); Kneer (2), Rojewski (2), Musche (3), Landsberg (1), van Olphen (1), Natek, Grafenhorst (2), Haaß (2), Bezjak (2), Weber (9/5),  Oneto, Jurecki (1).

Schiedsrichter: Matthias Brauer und Kay Holm (Hamburg) – Zuschauer: 3.998  – Zeitstrafen: 4:6  (Wetzlar: Prieto, Tiedtke – Magdeburg: Jurecki, Landsberg, Rojewski) – Strafwürfe: 8:9/5:6 (Rompf übers Tor, Weber am Tor vorbei)

Stimmen zum Spiel:

Uwe Jungandreas (Trainer SC Magdeburg): "Nach eineinhalb Wochen Lobgesängen war unser Kopf wohl heute etwas geschwächt. Wir sind nicht einmal an die Leistungen der vergangenen Wochen herangekommen. Zudem haben wir über 50 Minuten einfach zu wenig investiert und in den letzten zehn Minuten holst du das dann eben nicht mehr rein. Auch wenn wir dort in der Deckung und im Konter wieder etwas stärker gearbeitet haben. Mit nur acht Paraden im Tor und 16 Fehlwürfen kommt ein weiterer Grund für die Niederlage hinzu. Unsere stärksten Waffen der vergangenen Wochen, die gute Deckung und das daraus resultierende Tempospiel, waren heute einfach zu stumpf und insofern geht der Sieg für Kai und seine Mannschaft aus meiner Sicht absolut in Ordnung."

Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar): "Wir haben heute eine echte Überraschung geschafft. Über 60 Minuten war das heute eine bärenstarke Leistung der Abwehr. Was heute auch, im Vergleich zu den letzten Wochen verbessert war, das war unser Tempospiel in der ersten und zweiten Welle, diese Tore brauchen wir unbedingt. Zudem haben wir im Angriff viele Spezialsachen und passen diese dann auch immer wieder unseren Gegnern an, das hat uns heute auch sehr geholfen. In der ersten Hälfte hatten wir eine sehr starke Torhüterleistung und in Durchgang zwei musste die Deckung etwas mehr rackern, auch weil Magdeburg mehr aufs Tempo gedrückt und in der Deckung noch einmal nachgelegt hat. Flo Laudt hat heute ein sehr gutes und umsichtiges Spiel gemacht, er hat auch nachher, als Uwe Jungandreas Manndeckung hat spielen lassen, genau die richtigen Sachen gespielt. Auch Tobias Hahn hat mir wieder gut gefalen und ich bin froh, dass auch Steffen Fäth wieder etwas stabiler agiert hat als zuletzt."

Florian Laudt (Spielmacher HSG Wetzlar): "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und konnten uns dabei wie in den letzen Spielen auch auf eine starke Abwehr und Andi Wolff verlassen. Aber, auch wie in den letzten Spielen hatten wir Anfangs im Angriff etwas Probleme, auch, weil die Magdeburger Deckung sehr stark und gut gearbeitet hat. Wir wollten das Tempo immer mal rausnehmen und dann wieder forcieren, um das Spiel zu zerstören, ich denke, das ist uns sehr gut gelungen. In der Phase um die 50. Minute, als Magdeburg wieder etwas aufkam, haben wir dann wieder sehr konzentriert und geduldig gespielt, Magdeburg musste aufmachen und das haben wir dann für uns nutzen können." 

Sebastian Weber (Kreisläufer HSG Wetzlar): "Das war heute eine wahnsinnige Energieleistung von uns allen. Wir konnten uns auf die Abwehr verlassen und Andi hat super gehalten. Ab der 45 Minute  ist dann etwas Trägheit reingekommen, aber es ist uns gelungen ab der 50 Minute wieder einen Gang hoch zu  schalten, was zum verdienten Sieg geführt hat."

Michael Haas (Spielmacher SC Magdeburg): "Ja, wir waren heute fast immer einen Schritt zu langsam. Das ist schon bitter, nach dem guten Lauf der letzten Wochen. Wetzlar hat engagiert gespielt und wir haben einfach zu viele Chancen ausgelassen, insofern ist das bitter."