Begeisterndes Hessenderby endet Unentschieden!

Bild: Hans-Walter Fritsch

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar erkämpft sich 28:28-Remis bei MT Melsungen - Ersatzgeschwächte Gäste kommen nur schwer ins Spiel - Christian Rompf mit starker Leistung

Ein begeisterndes Hessen-Derby sahen die 2.786 Zuschauer zwischen Gastgeber MT Melsungen und die HSG Wetzlar. Die Hausherren hatten den besseren Start erwischt, Wetzlar kämpfte sich aber wieder heran und lag drei Minuten vor Spielende sogar in Führung. Melsungen holte sich diese mit einem Doppelschlag zurück, doch Rompf sorgte fünfzig Sekunden vor der Sirene für das 28:28 - dies war der Endstand, denn Andreas Wolff wehrte gemeinsam mit der Mauer den direkten Freiwurf von Momir Rnic ab. Rnic war mit sieben Toren bester Werfer der Melsunger, für Wetzlar erzielte Kent-Robin Tönnesen 6/1 Tore. Das Melsunger Punkteverhältnis bleibt mit nun 7:7 ausgeglichen, Wetzlar steht mit 7:5 Punkten nun auf dem fünften Tabellenplatz.

Von der ersten Minute an herrschte Derby-Stimmung in der Rothenbach-Halle, die Anhänger beider Teams zeigten sich lautstark. Zunächst aber schien das die Hausherren zu beflügeln und die Gäste eher zu hemmen. Nach den ersten beiden Treffern durch Michael Müller gelang Wetzlar zwar durch Kent-Robin Tönnesen in der dritten Minute der erste Torerfolg, doch den Ton gab weiterhin Melsungen an. Felix Danner und Nenad Vuckovic erhöhten den Abstand beim 4:1 bereits in der vierten Minute auf drei Treffer.

Wetzlar kassierte in Person von Evars Klesniks dann auch noch die erste Zeitstrafe - eine Parade von Andreas Wolff und ein Treffer von Kristian Bliznac verhinderten zwar, dass sich die Unterzahl negativ auswirkten. Gleiches galt zwei Minuten später, als dann Bliznac für zwei Minuten vom Parkett musste. Melsungen ließ einige Chancen aus, bei numerischer Gleichzahl war die MT dann aber wieder zur Stelle: Michael Müller und Felix Danner sorgten für das 7:3 und zwangen Wetzlars Coach Kai Wandschneider bereits in der zehnten Minute zur Auszeit.

Diese zeigte Wirkung, Wetzlar tat sich zwar in der Offensive weiterhin schwer mit der gut stehenden Deckung der Hausherren, doch die Gäste steigerten sich nun ebenfalls in der Deckung. Zu Gute kam Wetzlar dabei weiterhin die Melsunger Schwäche in Überzahl, auch eine Zeitstrafe gegen Jens Tiedtke konnten die Hausherren nicht nutzen - bis zum 10:6 blieb der Abstand konstant.

Einem Treffer von Bliznac ließ dann Christian Rompf aber das 10:8 folgen, der Außen profitierte von einem Steal von Ivano Balic. Rnic legte für Melsungen zwar noch einmal vor, doch Wetzlar kam nun weiter auf: Balic traf nun selbst und ein Distanzwurf von Kent-Robin Tönnesen sorgte beim 11:10 dann für den Anschluss.

Melsungen hatte den frühen Vier-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben, verteidigte die Führung aber bis zum Seitenwechsel. Ein Grund dafür waren die Paraden von Mikael Appelgren, der zwischen den Pfosten eine starke Leistung zeigte und bereits im ersten Abschnitt eine zweistellige Anzahl von Paraden erreichte. Allerdings verpassten auch die Melsunger in der Offensive zahlreiche Chancen. Beim 15:12 durch Michael Allendorf warf der Abstand zwar wieder auf drei Tore angewachsen, in die Kabinen ging es dann aber mit einem 16:14.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts setzte die HSG Wetzlar nach, nach einigen Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten war Kent-Robin Tönnesen der erste Treffer nach der Pause gelungen und auf Danners 17:15 antwortete dann Bliznac. Und Wetzlar sollte nun auch der ersehnte Ausgleichstreffer gelingen: Melsungen verlor in der Offensive den Ball und auf der Gegenseite kassierte Michael Müller nach einem Foul an Christian Rompf nicht nur zwei Minuten, Wetzlar bekam auch einen Strafwurf zugesprochen. Diesen versenkte Tönnesen zum 17:17. Und im Gegensatz zu Melsungen nutzte Wetzlar auch die Überzahl: Ein Doppelschlag von Rompf drehte die Partie.

Mit vier Treffern in Serie hatte Wetzlar aus einem 15:17 ein 19:17 gemacht, doch Melsungen ließ sich nicht abschütteln. Die Gastgeber gerieten zwar erneut in Unterzahl, diesmal musste Philipp Müller für zwei Minuten auf die Bank, doch diesmal traf die MT doppelt und glich zum 19:19 aus. Bereits zwanzig Minuten vor dem ende war die Spannung dabei greifbar, die Partie stand auf des Messers Schneide und eine kurze Schwächephase auf der einen oder anderen Seite schien die Begegnung entscheiden zu können.

Doch keines der beiden Teams ließ nach, die Zuschauer sahen einen packenden Schlagabtausch. In diesem brachte Momir Rnic die Hausherren beim 21:20 wieder in den Griff, diesmal hatte Melsungen eine Überzahl zu zwei Toren nutzen können. Balic antwortete aber umgehend und auch in der Folge sollte sich keiner der beiden hessischen Kontrahenten absetzen können. Die Führung wechselte dabei zehn Minuten vor dem Ende, Melsungen hatte zunächst erneut eine Überzahl nicht nutzen können und dann brachte Tobias Hahn die Wetzlarer mit einem Gegenstoß wieder in Vorlage. 

Michael Roth reagierte auf das 23:24 mit der Auszeit, doch ein weiterer Gegenstoß von Hahn bedeutete das 23:25. Melsungen war unter Druck, doch die Gastgeber behielten die Nerven. Allendorfs Anschlusstreffer konnte Florian Laudt noch beantworten, doch ein Doppelschlag von Johannes Sellin und Momir Rnic läutete mit dem Ausgleich zum 26:26 dann die Endphase ein. Vier Minuten waren noch zu spielen: Rompf brachte Wetzlar per Siebenmeter in Front, doch Rnic glich aus. Melsungen bot sich nach einem Ballgewinn die Chance auf die Führung, doch Michael Wolff war zur Stelle und auf der Gegenseite sah Philipp Müller nach hartem Einsteigen die Rote Karte. 

Doch Melsungen zeigte sich unbeeindruckt, der Gastgeber erkämpfte sich erneut den Ball und diesmal bot sich Allendorf die Möglichkeit zum Gegenstoß: Der Außen ließ sich diese nicht entgehen und warf sein Team unter dem Jubel der heimischen Fans beim 28:27 wieder in Vorlage. Auf der Gegenseite übernahm Christian Rompf von Außen Verantwortung und glich zum 28:28 aus. Die letzte Minute lief bereits, Melsungen nahm einige weitere Sekunden von der Uhr und die Auszeit. Für den Torhüter kam ein zusätzlicher Feldspieler, um die noch bestehende Unterzahl aufgrund der Roten Karte gegen Müller auszugleichen. Doch eine klare Wurfchance konnte sich der Gastgeber nicht mehr erspielen, es blieb am Ende nur noch ein direkter Freiwurf: Rnic versuchte es, doch die Wetzlarer Mauer und Andreas Wolff retteten den Gästen gemeinsam einen durchaus verdienten Punkt. 

Quelle: www.handball-world.com