Bei Kampf und Kraft geht Derby an Melsungen

DKB Handball-Bundesliga

Hessenderby geht an die MT Melsungen - 9 Tore durch Neuzugang Manaskov

Nach dem großartigen 32:25-Erfolg über den HSV Handball Hamburg vom vergangenen Samstag konnte die HSG Wetzlar im Hessenderby gegen die MT Melsungen nur kurzzeitig vom sechsten Tabellenplatz des Handball-Oberhauses träumen. Die nur mit einem Punkt Vorsprung angereisten Nordhessen entschieden die an spielerischen Glanzpunkten arme Begegnung erst in der Schlussphase mit 31:29 (14:14) für sich und verteidigten damit ihren Rang sechs im Klassement.

So recht nach dem Geschmack der Zuschauer entwickelte sich eine Partie, in der lange Zeit die Wetzlarer den Ton angaben. Besonders Neuzugang Dejan Manaskov traf vom linken Flügel mit spektakulären Toren und sorgte mit insgesamt fünf Erfolgen zur Pause dafür, dass die HSG zeitweise mit vier Treffern führte. Der im ersten Durchgang ebenfalls großartig auftrumpfende Andreas Wolff im Tor war der zweite Hauptdarsteller im grün-weißen Team, das nach dem 5:5 (13.) dank drei Treffer von Kent Robin Tönnesen auf 8:6 davon zog. Als dann noch Manaskov mit blitzsauberen Tempogegenstößen, eingeleitet durch Wolff, mit einem Doppelschlag das 9:6 und 10:6 (19.) markierte, herrschte Hochstimmung in der Rittal-Arena.

Vier Minuten später führten die Gastgeber dank Jolis Nervenstärke bei der Strafwurf-Exekution mit 12:8, ehe Melsungen, angetrieben durch Mannschaftskapitän Nenad Vuckovic , immer besser ins Spiel kam und Tor auf Tor aufholte. Es waren kraftvolle Einzelaktionen, mit denen die MT-Truppe zum Abschluss kam, während es die Lahnstädter versäumten, ihre 14:12-Führung (Joli, 29.) mit in die Pause zu nehmen. Stattdessen netzte der starke Michael Müller in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit zweimal ein, sodass mit einem 14:14 die Seiten gewechselt wurden.

Die Hausherren konnten sich noch einmal absetzen, als Manaskov mit drei Angriffen infolge vom 18:18 auf 21:18 (41.) erhöhte. Doch wieder vermochten die Mittelhessen ihre Führung nicht auszubauen. Im Gegenteil. Auch wenn sich der eingewechselte Jose Hombrados im HSG-Tor gleich mehrfach auszeichnete, beim 22:22 (Danner, 47.) hatte die MT den Gleichstand erreicht und ging wenig später durch den ungelenk wirkenden Momir Rnic beim 22:23 erstmals in der zweiten Halbzeit in Front.

Doch noch immer war nicht zu erkennen, wer die Begegnung für sich entscheiden sollte. Steffen Fäth brachte seine Farben mit 24:23 in Front, doch als Carlos Prieto mit seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte erhielt (49.), erzielte Rnic in Überzahl den 24:24-Ausgleich und Kreisläufer Maric das 24:25. Spätestens jetzt wurde dem Publikum deutlich, dass hier nur das Team mit dem längeren Atem und der robusteren Härte zum Ziel kommen würde. Und das war an diesem Abend der Gast aus Nordhessen, der der HSG nur noch einmal beim 27:27 (Fäth, 56.) den Gleichstand gestattete.

Danach waren es wieder Einzelaktionen, die das Team von Trainer Michael Roth auf die Siegerstraße brachten. Vuckovic glückte in Überzahl, als Kristian Bliznac zur Überraschung aller mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt wurde, das 27:28 und kurz danach nutzte Rnic einen Freiwurf zur erneuten Zwei-Tore-Führung beim 27:29. Wetzlar kam jeweils noch einmal durch Florian Laudt und Steffen Fäth auf einen Treffer heran, doch Michael Müller ließ mit seinem achten Treffer zum 31:29-Sieg die MT-Crew und ihren Anhang jubeln. „Dieser Sieg war hart erkämpft. Wir mussten immer wieder zurückkommen und eine große Kampfmoral zeigen“, meinte später Michael Roth, der noch hinzufügte: „Wir konnten in den letzten 15 Minuten noch deutlich zulegen, sodass der Sieg nicht unverdient ist.“

Für Kollege Kai Wandschneider wäre eine Vorentscheidung in der ersten Halbzeit möglich gewesen, „doch wir haben es versäumt, unsere Führung weiter auszubauen. Stattdessen haben wir im Angriff zu früh abgeschlossen und Melsungen noch den Ausgleich gestattet. Im zweiten Durchgang stand unsere Abwehr nicht mehr so kompakt und zeigte Lücken, die von der MT prompt ausgenutzt wurden.“

 

Quelle: Gießener Anzeiger