Buric hält zwei Punkte fest: Wetzlar holt Auswärtssieg in Gummersbach

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DKB Handball-Bundesliga

"Diese Mannschaft ist eine echte Einheit und hat heute eine tolle Antwort auf die vergangenen beiden Wochen gegeben", so Geschäftsführer Björn Seipp

Auf dem Papier eine klare Angelegenheit: Schon in der Hinrunde konnte die HSG Wetzlar sich mit einer überzeugenden Leistung zwei Punkte gegen Gummersbach sichern. Beim 26:19 vor heimischen Publikum überzeugten vor allem Kristian Björnsen mit sechs Treffern und der gerade erst verpflichtete Stefan Cavor, der ebenfalls vier Tore erzielen konnte. Das Rückspiel in der Schwalbe-Arena versprach viel und hielt noch mehr. In einer engen, hitzigen Partie mit hohem Tempo sicherte sich Wetzlar schließlich vor 4.132 Zuschauer nach 14:15-Halbzeitstand mit einem 27:28-Auswärtssieg zwei Punkte. Bester Werfer für die HSG Wetzlar war Philipp Weber mit sechs Toren, für den VfL Gummersbach traf Julius Kühn sieben Mal und damit am häufigsten. 

Vom Start weg entwickelte sich eine spannende Partie zwischen dem Tabellenachten HSG Wetzlar und dem Tabellendreizehnten VfL Gummersbach. Keine der beiden Mannschaften konnte sich nenneswert absetzen. In einer durchweg fairen Partie stand es nach 15 Minuten 7:8, vor allem Stefan Cavor und Philipp Weber auf Seiten der HSG Wetzlar spielten sich in den Vordergrund. In den ersten Minuten dieser Partie schaffte es Wetzlar sehr gut Räume für Kreisläufer Jannik Kohlbacher freizuspielen, sodass er zu drei einfachen Toren kam. Vor allem Weber und Cavor setzten ihn gut in Szene. Dennoch war es der Norweger Kristian Björnsen, der in der 26. Spielminute die erneute Führung für Wetzlar herausspielte: Aus dem Rückraum traf er zum 12:13. 

Wetzlar schaffte es in den letzten Minuten der ersten Halbzeit nicht, Räume für Jannik Kohlbacher freizuspielen. Doch in diesem Spiel konnte die HSG Wetzlar sich noch auf Philipp Weber verlassen, der in der 22. Minute auf 10:9 verkürzen konnte. Auch wenn Nationalspieler Julius Kühn durch einen 7-Meter wieder auf 11:9 erhöhen konnte so war es die HSG Wetzlar, die sich in den letzten Minuten der ersten Halbzeit wieder in den Vordergrund spielten. Erst Emil Berggren und dann Kasper Kvist brachten die HSG Wetzlar in der 25. Spielminute wieder auf 11:11 heran. Die Antwort vom VfL Gummersbach ließ nicht lange auf sich warten: Kévynn Nyokas zog aus 9 Metern ab und versenkte den Ball hinter Benjamin Buric. 

Erst durch ein weiteres Tor von Philipp Weber, dann durch einen tollen Pass von Benjamin Buric auf Kristian Björnsen brachte der HSG Wetzlar in der 26. Spielminute die Führung zurück: 12:13. Doch anders als im Hinspiel fand Gummersbach eine Antwort auf die erneute Führung der Hessen. Europameister Simon Ernst zog kaltschnäuzig aus dem Rückraum ab und brachte Gummersbach wieder auf 13:13 heran. 

Die Abwehrreihen hatten sich in der Phase, kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit, besser auf die Offensivaktionen der anderen Mannschaft eingestellt, dennoch blieb die Partie sehr spannend und auf Augenhöhe. Kurz vor der Pause gerieten Ex-Wetzlarer Kevin Schmidt und Kristian Björnsen aneinander. Der Vize-Weltmeister Björnsen lief nach dem Treffer von Anton Lindskog zum 13:15 in der 29. Spielminute in Schmidt hinein, der ihm einige Nettigkeiten mit auf dem Weg zurück in die Abwehr gab. Jannik Kohlbacher und Julius Kühn mischten sich ein, trennten Björnsen und Schmidt, nach einigen ermahnenden Worten von Schiedsrichter Lars Geipel beruhigten sich die erhitzten Gemüter wieder und das Spiel ging ohne weitere Vorkommnisse weiter. Kühn verkürzte 40 Sekunden vor Ende durch einen 7-Meter auf 14:15 und stellte damit auch den Halbzeitstand her. Der Rückraumspieler avancierte in der ersten Halbzeit mit vier Toren, davon drei verwandelten Siebenmetern, zum Goalgetter von Gummersbach. Für Wetzlar traf Weber ebenfalls in Halbzeit eins vier Mal. 

In Halbzeit zwei tat sich der VfL Gummersbach vor allem im sechs gegen sechs sehr schwer, während Wetzlar mit starkem Tempospiel zu überzeugen wusste. Einfach Tore gelangen Gummersbach gar nicht, während die HSG Wetzlar spielerisch viele Mittel zur Verfügung standen um Gummersbach schwindelig zu spielen. Kohlbacher konnte in der 43. Spielminute nach einem einfachen Bodenpass an den Kreis auf 19:22 erhöhen. Allein die individuelle Klasse der Gummersbacher Nationalspieler Kühn und Ernst sorgten dafür, dass die HSG Wetzlar nicht mit mehr Toren davon ziehen konnten, denn in der letzten Phase der zweiten Halbzeit erwies sich auch Buric als starker Rückhalt. Erst parierte er den Ball des eingesprungenen Kevin Schmidt, nur um Sekunden später den zweiten Wurfversuch von Simon Ernst ebenfalls zu parieren. 

In der Hitze des Spiels verwarf Kristian Björnsen seinen ersten Siebenmeter 15 Minuten vor Ende der Partie. Durch die Parade von Carsten Lichtlein witterten die Spieler von Gummersbach wieder Morgenluft, Christian Schindler traf aus dem Rückraum zum 21:22. Gummersbach blieb also in Schlagdistanz. Evgeni Pevnnov erhöhte nach einem Fehlwurf von Wetzlar in der 49. Spielminute auf 23:24, Gummersbach war wieder im Spiel. Bis in die letzten Minuten blieb die Partie stets offen, immer sehr eng. Sowohl Matthias Puhle im Tor von Gummersbach als auch Buric bei Wetzlar parierten einige Würfe. Die Deckung der Gummersbacher agierte in den letzten Minuten aggresiver, ließ Wetzlar aber dennoch genug Raum. In der 53. Minute erhöhte Kvist auf 24:27, gefolgt von einem Siebenmeter-Tor von Kühn für Gummersbach. 

Der Schockmoment der Partie ereignete sich knapp 5 Minuten vor dem Ende: Nationalspieler Kohlbacher blieb nach einer Offensivaktion auf dem Feld liegen, musste behandelt werden. Nach den neuen Regeln musste er nun drei Angriffe der Gummersbacher auf der Bank bleiben – so kurz vor dem Ende natürlich eine Schwächung für die HSG Wetzlar, mit bis dahin fünf Toren war der Spielmacher der HSG Wetzlar durchaus positiv aufgefallen. Nach einem Stürmerfoul konnte Benjamin Buric wieder auf sich aufmerksam machen, erneut parierte er doppelt und sicherte seiner Mannschaft so weiterhin die Chance auf zwei Punkte. 

Die zweite Halbzeit war um einiges aggressiver als die erste Halbzeit, Wetzlar versuchte die Situation mit spielerischen Mitteln zu lösen. Die letzten vier Minuten der Partie kamen so gut wie ohne Tor aus, Wetzlar zwang Gummersbach zwei Minuten vor Spielende ins Zeitspiel und verhinderte einen Torwurf. 30 Sekunden vor dem Ende verlor Wetzlar den Ball wieder, Nyokas kam als siebter Feldspieler, nahm sich zehn Sekunden vor Ende der Partie den Wurf – und Buric hielt. Ein starkes Bundesligaspiel ging mit 27:28 zu Ende. 

Quelle: www.handball-world.com