Chalepo warnt vor Drago Vukovic

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Kroate ist bei Gegner aus Lübbecke entscheidend HSG mit Personalsorgen Müller-Coup – Valo muss gehen

Fünf Punkte aus den vergangenen drei Spielen, den Vertrag mit Rückraumspieler Philipp Müller bis 2014 verlängert, seinen Zwillingsbruder, den deutschen Hand¬ball-Nationalspieler Michael Müller, für den gleichen Zeitraum verpflichtet. Alles eitel Sonnenschein bei der HSG Wetzlar? Auf den ersten Blick mag das so sein. Ganz zufrieden kann Trainer Gennadij Chalepo mit der Leistung seiner Mannschaft beim 24:23-Auswärtserfolg bei Schlusslicht Eintracht Hildesheim aber nicht sein. Am Sonntag um 17.30 Uhr in der Rittal-Arena gegen den TuS N-Lübbecke muss aber auf jeden Fall eine Leis¬tungssteigerung her, um die Erfolgsserie auszubauen.

 

Die Lübbecker rangieren auf dem achten Rang und weisen 16:14 Punk­te auf, mit der Trainer Markus Baur durchaus zufrieden ist. Der frühere Spielmacher der HSG konnte mit seiner Mannschaft in dieser Saison bereits mehrmals für Furore sorgen. Das 40:25 gegen den VfL Gummersbach (nach 11:0-Führung) ist in Erinne­rung geblieben genau wie das 32:31 gegen die Rhein-Neckar Löwen oder das jüngste 32:31 gegen den Deutschen Meister Ham­burg. »Da haben wir uns für eine gu­te Leistung belohnt«, sagt Baur.

»Wir haben eine bessere Mannschaft unter Druck gesetzt und vorne unsere Sa­chen ausgespielt«, erklärt der Welt­meister von 2007, der die große Aus­geglichenheit seiner Mannschaft als die wesentliche Stärke ausgemacht hat. »Unser Spiel ist auf viele Schul­tern verteilt, gegen Hamburg hat sich jeder Feldspieler in die Torschützen­liste eingetragen«, sagt Baur, dessen Vertrag beim TuS nach dieser Saison ausläuft. »Wir sind in Gesprächen. Es läuft sehr gut, nur meine Familie fehlt mir«, spielt Baur auf die Tatsa­che an, dass Frau und Kinder weiter am Bodensee wohnen. »Ich hatte nur einen Einjahresvertrag unterschrie­ben, daher wollte ich der Familie kei­nen Umzug zumuten.« Gut möglich aber, dass bald in Süddeutschland die Koffer gepackt werden müssen.

»Koffer packen« ist das Stichwort. Auch bei der HSG Wetzlar standen und stehen in den nächsten Tagen personelle Veränderungen an. Ges­tern konnten die Verantwortlichen um Manfred Thielmann einen Coup vermelden. Dem Aufsichtsratsspre­cher und seinen Mitstreitern ist es nicht nur gelungen Rückraumspieler Philipp Müller für weitere zwei Jah­re an die HSG zu binden. Im gleichen Atemzug gaben die Wetzlarer auch bekannt, dass sich Philipps Zwillingsbruder Michael Müller den Mittel­hessen anschließen wird. Damit stößt erstmals ein etablierter DHB-Natio­nalspieler zur HSG.

Ein weiterer soll bekanntlich folgen. Thielmann und Co. buhlen wie bereits berichtet auch um die Dienste von DHB-Kreisläufer Christoph Theuerkauf (TBV Lemgo). »Wir freuen uns sehr, dass wir auf Philipp und Michael zählen können«, sagt Thielmann, der die Vertragsgespräche geführt hat. »Philipp halten zu können und seinen Bruder zu ver­pflichten, war keine einfache Aufgabe, denn die halbe Liga war hinter den beiden her. Letztlich haben un­sere solide Arbeit und das nachvoll­ziehbare Konzept den Ausschlag ge­geben.«

Für HSG-Geschäftsführer Björn Seipp ist der 27-Jährige Philipp Müller ein wichtiger »Baustein« der HSG. »Er ist einer der Charakterköpfe, ein Vorbild in Sachen Einsatz und Leidenschaft«, lobt Seipp. Mit der Verpflichtung von Michael Müller ist nun aber auch klar, dass der Vertrag von Linkshänder Daniel Valo nicht verlängert wird. »Wir haben ihm un­sere Gründe erläutert. Er ist Profi und kennt die Mechanismen. Wir werden ihm ausreichend Gelegenheit geben, sich für einen neuen Club zu empfehlen«, so Thielmann. Auch Coach Chalepo wollte unterstrei­chen, dass die Entscheidung für Mi­chael Müller keine gegen Linkshän­der Valo gewesen sei.

Vor dem Spiel am Sonntag hat der ehemalige weißrussische National­spieler aber andere Sorgen. Alois Mraz (Fingerbruch) fällt aus, ob Georgios Chalkidis (Oberschenkel­zerrung) und Valo (Rückenprobleme) spielen können, stehe in den Sternen, sagt der Coach, der aber auf Philipp Müller zurückgreifen kann, der sich in Hildesheim eine Platzwunde über dem Auge zugezogen hat. »Wir wol­len an die Leistung gegen Lemgo an­knüpfen«, sagt Chalepo, der vor den Gästen Respekt hat. Besonders der Rückraum mit Arne Niemeyer, Da­niel Svensson, Kristian Svensson und allen voran Drago Vukovic hat es ihm angetan. »Der Transfer von Vukovic war entscheidend.

Ein Qualitäts­schub«, sagt Chalepo über den Ex­Gummersbacher. Der Kroate sorgt für Tore, setzt Weltklassekreisläufer Frank Løke in Szene und bildet au­ßerdem mit Mattias Gustafsson einen starken, aggressiven Innenblock. Vu­kovic wird der HSG am Sonntag vor­ne und hinten das Leben schwer ma­chen. »Wir müssen aggressiv decken, sonst werden wir aus dem Rückraum erschossen oder wahlweise von Løke auseinandergenommen«, warnt Cha­lepo.

Entscheidend wird wohl auch sein, dass der Coach den richtigen Spielmacher auf der Platte hat, denn der TuS versteht es exzellent, in der Abwehr Druck auf den gegnerischen Angriff auszuüben. Eine wichtige Frage ist also, ob Timo Salzer dies­mal von Anfang an eine Chance er­hält, nachdem er in den vergangenen Spielen für den meist enttäuschen­den Adnan Harmandic immer erst von der Bank kommen durfte, dann aber der Partie die Wende gab.

(mac)