Das 22:42 aus dem Gedächtnis streichen

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Chalepo-Team am Samstag bei der SG Flensburg/Handewitt

»Das war ein trauriger Nachmittag«, bilanzierte ein angefressener Coach Gennadij Chalepo am 26. Dezember vergangenen Jahres, als ihm das 22:42 (7:20) bei der SG Flensburg/Handewitt das Weihnachtsfest so richtig vermiest hatte. Bei den Norddeutschen hatte seine HSG Wetzlar seinerzeit die bislang schlechteste Leistung seines gesamten Erstliga-Engagements als Trainer abgeliefert. Wenn die Weber, Salzer und Co. also am Samstagabend erneut in der Flensburger Campushalle vorstellig werden, erwartet Chalepo auf jeden Fall einen Spielausgang, mit dem man sich nicht wieder bis auf die Handball-Knochen blamiert.

 

Die SG Flensburg/Handewitt geht in Anbetracht der 8:2 Startpunkte als Favorit in die Partie. Aufgrund ihrer personellen Runderneuerung mit den Neuverpflichtungen Matthias Andersson (Tor) sowie Holger Glandorf und Lars Kaufmann (beide Rückraum) hat die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes in dieser Saison wieder Ambitionen auf einen Champions-League-Platz. Torhüter Matthias Andersson hat zuletzt beim 21:20-Erfolg beim TV Großwallstadt den Sieg festgehalten. Linkshänder Holger Glandorf kommt langsam wieder in die Form, die ihn einst bei der HSG Nordhorn groß und wie Lars Kaufmann 2007 zum Weltmeister gemacht hat.

Am Samstag nun tritt die HSG Wetzlar bei dieser SG Flensburg/Handewitt an – und deren beide halblinken Rückraum-Asse haben schon das grün-weiße Trikot getragen. Lars Kaufmann spielte nach seinem Wechsel von Zweitligist Concordia Delitzsch zwischen 2005 und 2007 für die Hessen. Petar Djordjic feierte sein Bundesliga-Debüt 2008 bei der HSG Wetzlar. Im Januar 2010 zog es Djordjic bekanntlich zur SG. Die Norddeutschen hoffen auf eine Fortsetzung einer gegen die Hessen beeindruckenden Serie: Die letzten 14 Heimspiele endeten allesamt mit einem Sieg. Bislang gewann die SG von den 30 Pflichtspielen gegen die HSG stolze 24. Drei Partien endeten mit einem Remis. Das Torverhältnis lautet 916:743.

Dennoch zeigt Trainer Ljubomir Vranjes Respekt: »Wetzlar arbeitet seit Jahren kontinuierlich gut. Das macht die Mannschaft auf dem Spielfeld immer stabiler.« Der Schwede ist sich zudem sicher, dass den Mittelhessen »ein solches 22:42 wie im letzten Jahr nicht mehr passieren« wird.

Bei allen Lobpreisungen ist den Flensburger Verantwortlichen aber klar, die Saisonziele im vorderen Bereich nur erreichen zu können, wenn der derzeit am Ellenbogen verletzte Spielmacher Viktor Szilagy nach seiner sechs- bis achtwöchigen Zwangspause tatsächlich 100 Prozent wieder genesen zurückkehrt. Bislang ist der Däne Thomas Mogensen auf der Mitte zu sehr auf sich alleinegestellt.

Dies sieht Gennadij Chalepo für den Samstag anders: »Ich denke, bei der Zusammensetzung hat Flensburg da keine Probleme, da machen alle Spieler Betrieb, da ist jeder Name ein Star.« Ob nun Kreisläufer Michael Knudsen oder Tamas Mocsai. Und natürlich dürfe man Mattias Andersson im Tor nicht warm werfen. Das erwähnte Ergebnis von Weihnachten gilt es - so Chalepo - übrigens nicht vorher, sondern durch ein gutes Ergebnis aus dem Gedächtnis zu streichen.

Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen. In dieser Woche waren alle Akteure im Training, das Kranken- und Verletztenlager ist leer. Die Fehler aus der 33:28-Partie gegen den Bergischen HC wurden noch einmal angesprochen, in erster Linie sollen aber die nunmehr erreichten 6:4 Punkte stabil und selbstsicher genug machen, um am Wochenende - dem Wetterbericht zufolge - an der stürmischen Ostsee nicht wieder mit 20 Toren geflutet zu werden.

(ra)