Das Christkind kann kommen

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HSG Wetzlar besiegt desolaten VfL Gummersbach deutlich mit 35:27

Die HSG Wetzlar kann völlig entspannt Weihnachten feiern. Gestern Abend bezwangen die Grün-Weißen in der Handball-Bundesliga den VfL Gummersbach mit 35:27 (18:12) und distanzierten damit in ihrem letzten Heimspiel des Jahres einen Konkurrenten im Abstiegskampf auf sechs Punkte.

Video (Quelle: mittelhessen.de) => Pressekonferenz
Video (Quelle: mittelhessen.de) => Niko Weber & Philipp Müller(HSG Wetzlar)
Video (Quelle: mittelhessen.de) => Dennis Krause (VfL Gummersbach)
Video (Quelle: mittelhessen.de) => Junge Fans (HSG Wetzlar)

"Wir haben uns die Punkte wiedergeholt, die wir am Samstag in Hamburg liegengelassen hatten", sagte der erneut gut aufgelegte HSG-Spieler Philipp Müller, und sein Trainer Gennadij Chalepo freute sich "riesig für die Jungs. Ich habe ihnen die Freude am Handball angesehen".

Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp hatte die Begegnung vorher zur "wichtigsten Partie des Jahres" deklariert. Und diese enorme Bedeutung schien die Protagonisten auf dem Spielfeld zunächst zu lähmen. Beide Teams traten in der Anfangsphase behäbig und ideenlos auf, so dass nach sieben Minuten beim Stand von 3:2 für die Gäste erst fünf Tore gefallen waren. Dann legten die Gastgeber aber den Schalter um. Ausgerechnet in Unterzahl erzielten sie zwei Treffer in Folge und zeigten von da an keine Zurückhaltung mehr.

Bis zur 21. Minute erspielten sie sich einen ersten Sechs-Tore-Vorsprung (13:7) - ohne dabei restlos zu glänzen. Vielmehr profitierte das Team aus der Domstadt von den zahlreichen Fehlern der Gummersbacher, die einzig und allein Adrian Pfahl danken konnten, nicht schon zur Pause hoffnungslos in Rückstand zu liegen. Der Nationalspieler war aus dem rechten Rückraum immer gefährlich, traf insgesamt neun Mal und bildete somit über 60 Minuten den einzigen Aktivposten des zwölfmaligen Deutschen Meisters.

Gastgeber haben gegen den schwachen Altmeister leichtes Spiel

Vom Glanz früherer Tage war der desolate Altmeister gestern Abend meilenweit entfernt. Es war erschreckend, welche Patzer sich das Team von Trainer Emir Kurtagic in Angriff und Abwehr leistete. "Unglaublich, wie viele technische Fehler wir gemacht haben. So verlierst du in der Bundesliga jede Partie", schüttelte Christoph Schindler ratlos den Kopf. Kurtagic warf seinem Team vor, nicht begriffen zu haben, dass "wir mitten im Abstiegskampf stecken".

Die Gastgeber hatten leichtes Spiel, konnten sich auf eine gute Deckung verlassen und führten zur Pause mit 18:12. Wer dachte, die Gummersbacher, die am vergangenen Sonntag einen Sechs-Tore-Rückstand gegen Burgdorf innerhalb von acht Minuten aufgeholt hatten, würden im zweiten Durchgang aufwachen und endlich ihre Bundesligatauglichkeit unter Beweis stellen, sah sich getäuscht. Erst nach sechseinhalb Minuten erzielte der von der Leistung früherer Tage weit entfernte kroatische Nationalspieler Vedran Zrnic von Rechtsaußen den ersten VfL-Treffer. Wären die Grün-Weißen in dieser Phase nicht höchst fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen, die insgesamt schwache Begegnung wäre schon gleich zu Beginn der zweiten Hälfte entschieden gewesen. So setzten sich die Hausherren "nur" auf 23:14 (39.) ab.

Gummersbach probierte viel, nahm im ersten Durchgang abwechselnd Philipp Müller und Adnan Harmandic in Manndeckung, operierte in den zweiten 30 Minuten teilweise mit einer doppelten sowie dreifachen Manndeckung, doch an Stabilität gewann die Deckung vor den schwachen Torhütern Vjenceslav Somic und Aljosa Rezar dadurch nie. Als der überragende Kari Kristjan Kristjansson in der 46. Minute per Siebenmeter beim 28:18 die erste Zehn-Tore-Führung der Wetzlarer herausgeworfen hatte, war die Entscheidung gefallen. Einige Fans des VfL Gummersbach verließen schon zu diesem Zeitpunkt wutentbrannt die Rittal-Arena. Nach entspannten Weihnachtstagen bei den Oberbergischen sieht das nicht aus.

Ganz im Gegensatz zu den Wetzlarern. Auch wenn in den Schlussminuten nicht jedes Kabinettstückchen gelang, die HSG-Spieler bedankten sich nach dem deutlichen 35:27-Erfolg bei den "besten Fans Hessens", wie auf einem Transparent zu lesen war, das die restlos glücklichen grün-weißen Akteure auf dem Spielfeld entrollten. Das Christkind kann kommen.

Wetzlar: Weber, Marinovic (bei zwei Siebenmetern) - Schmidt (n.e.), Rompf (2), Salzer (5), Valo (5), Jungwirth (6), Müller (6), Chalkidis (n.e), Fäth, Hahn, Harmandic, Friedrich (3/1), Kristjansson (8/1)

Gummersbach: Somic (ab 25.), Rezar - Schindler (1), Anic, Krause (1), Putics (2), Wiencek (1), Lützelberger (4), Eisenkrätzer, Mahé (4), Pfahl (9/2), Gaubatz (1), Sprem (1), Zrnic (3)

Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Steuden/Landsberg)
Zuschauer: 4212
Zeitstrafen: Wetzlar fünf (Valo zwei, Kristjansson, Hahn, Salzer), Gummersbach sechs (Schindler, Krause zwei, Wiencek zwei, Zrnic)
verworfene Siebenmeter: Friedrich (Wetzlar) scheitert an Somic (37.), Pfahl (Gummersbach) scheitert an Marinovic (47.)

Arne Wohlfarth