Das Hammerprogramm beginnt

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HSG Wetzlar wartet seit zwei Monaten und sieben Bundesligaspielen auf einen Sieg

Was haben Weihnachtsmänner und Bundesligahandballer gemeinsam? Sie müssen im Dezember am meisten arbeiten. Von wegen besinnliche Adventszeit und ruhige Feiertage. Sechs Punktspiele stehen für die HSG Wetzlar im letzten Monat des Jahres an. Und die haben es in sich. "Wir sind bereit", erklärt Trainer Gennadij Chalepo, dessen Mannschaft am Sonntag (17.30 Uhr) in der Rittal-Arena den TBV Lemgo empfängt.

 

Genau zwei Monate ist es her, dass die Grün-Weißen ihr letztes Spiel gewonnen haben. Dem 32:26 über Aufsteiger Bergischer HC am 2. Oktober folgten sieben Bundesligapartien und das Pokalmatch gegen die SG Flensburg-Handewitt ohne Sieg. Mit der Zwischenbilanz von 2:12 Punkten stürzte die Spielgemeinschaft aus Dutenhofen und Münchholzhausen in der Tabelle auf Rang 14 ab. Dahinter stehen nur der fehlgestartete VfL Gummersbach und die drei Aufsteiger. Und dennoch gehen Kapitän Nikolai Weber und seine Mannschaftskameraden mit neuem Mut in die richtungsweisende Partie gegen den ins Mittelmaß abgerutschten ehemaligen deutschen Meister aus dem Lipperland.

Chalkidis und Müller kränkeln

"Beim 30:30 in Kassel gegen Melsungen haben wir uns Selbstvertrauen geholt", registriert Chalepo bei seinen Schützlingen nicht nur einen spielerischen Aufwärtstrend. Auch die Stimmung ist wieder zuversichtlicher. Obwohl der zum Greifen nahe Auswärtssieg im Hessenderby in letzter Sekunde verloren ging.

Giorgos Chalkidis lag zwar unter der Woche mit einer Grippe flach und der im Training umgeknickte Philipp Müller musste mit einem geschwollenen Fuß pausieren: Aber am Sonntag rechnet der Trainer sowohl mit dem griechischen Abwehr-Spezialisten als auch mit dem Rechtshänder auf der Königsposition im linken Rückraum. "Es wird sicherlich ganz eng werden, aber die beiden Punkte müssen in Wetzlar bleiben", hat Chalepo den ersten Sieg nach zweimonatiger Durststrecke fest eingeplant.

Der TBV Lemgo hat im hundertsten Jahr seines Bestehens finanziell weiter abgespeckt. Mit Torwart Martin Galia (TV Großwallstadt), Sergo Datukaschwili (Tatran Presov/Slovakei), Ferenc Ilyes (KC Veszprem/Ungarn) und Nationalspiele Holger Glandorf (SG Flensburg-Handewitt) haben vier weitere namhafte Profis die Ostwestfalen vor dieser Saison verlassen. "Aber die erste Sieben kann sich immer noch sehen lassen", verweist der HSG-Trainer auf Nationaltorhüter Carsten Lichtlein, den ehemaligen Handballer des Jahres, Florian Kehrmann, Kreisläufer Sebastian Preiß, Spielmacher Martin Strobel oder de nach halbjähriger Verletzungspause zurückgekehrten Linkshänder Rolf Hermann, der gestern 30 Jahre alt wurde.

Avishay Smoler fehlt nach OP

Nicht dabei sein an alter Wirkungsstätte wird am Sonntag Avishay Smoler. Der ehemalige Wetzlarer Rechtsaußen ist in seiner israelischen Heimat an der Schulter des linken Wurfarms operiert worden und weilt derzeit zur Reha in Tel Aviv. Mit ihm rechnet der TBV erst wieder im neuen Jahr. Der schwedische Linkshänder Patrick Johansson fehlte zuletzt wegen einer Grippe ebenso wie der von Leistenbeschwerden geplagte Strobel. Trainer Dirk Beuchler hofft aber auf den Einsatz von beiden. "Wir müssen den Kampf der Wetzlarer annehmen und dürfen uns auf keinen Fall den Schneid abkaufen lassen", fordert der ehemalige Nationalmannschafts-Kreisläufer, der im Sommer Volker Mudrow in Lemgo abgelöst hat und seine erste Saison als Chefcoach in der 1. Liga erlebt.

"Wir müssen dem TBV-Rückraum unter Druck setzen", appelliert HSG-Trainer Chalepo an seine Deckung. Wie sehr er und seine Mannschaft gegen den Meister von 1997 und 2003 unter Druck steht, zeigt der Blick auf die Tabelle und das Hammerprogramm im Dezember. Bereits am kommenden Mittwoch geht es bei Aufsteiger Eintracht Hildesheim mit dem ehemaligen HSG-Coach Volker Mudrow um vielleicht entscheidende Punkte im Abstiegskampf. Danach folgen die brisanten Heimspiele gegen den TuS N-Lübbecke (11. Dezember) und den VfL Gummersbach (21. Dezember) sowie die schweren Auswärtsaufgaben bei Meister HSV Hamburg (17. Dezember) und dem SC Magdeburg (27. Dezember).

Thomas Hain