"Das läuft nicht von alleine"

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Mit dem BHC kommt im dritten Heimspiel der dritte Aufsteiger

Für Gennadij Chalepo gibt es kein Wenn und kein Aber. "Die beiden Punkte müssen hier bleiben", sagt der Trainer von Handball-Bundesligist HSG Wetzlar vor der "Pflichtaufgabe" am Sonntag (17.30 Uhr) gegen den Bergischen HC.

 

Im dritten Heimspiel der Saison soll nach dem 30:28 gegen Eintracht Hildesheim und dem 28:20 gegen den TV Hüttenberg der dritte Sieg gegen den dritten Aufsteiger gefeiert werden. "Es ist unser klares Ziel, die ersten vier Heimspiele zu gewinnen", unterstreicht Geschäftsführer Björn Seipp. Die "Bergischen Löwen" sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, wie Chalepo betont: "Das ist der stärkste der drei Neulinge. Sie haben Qualität im Kader. Wir müssen sie ernst nehmen."

Selbstvertrauen hat sein Team am vergangenen Sonntag in der Hauptstadt getankt. Bei der 23:25-Niederlage bei den Füchsen Berlin schnupperten die Wetzlarer sogar in der Schlussphase noch an einem Punkt. Doch ihr Coach warnt: "Berlin und der BHC sind zwei verschiedene paar Schuh. Wir müssen die Leistung aus der zweiten Halbzeit mitnehmen, aber auf dem Boden bleiben."

Dem stimmt auch Geschäftsführer Seipp vor dem "Familientag" in der Rittal-Arena zu, für den es vergünstigte Ticketpakete für Eltern, Großeltern und Kinder gibt: "Der Sieg ist keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen uns alles hart erkämpfen und hart erarbeiten. Das läuft nicht von alleine. Wenn wir keine 100 Prozent geben, wirds schwer." Chalepo ergänzt: "Die unnötigen Fehler müssen weg, und wir brauchen über 60 Minuten Konstanz."

Verzichten muss der gebürtige Weißrusse am Sonntag wohl weiterhin auf Regisseur Timo Salzer (Haarriss im Zeh). Etwas besser sieht es bei dem zuletzt mit einer Schulterverletzung pausierenden Torhüter Nikolai Weber aus, der seit Mittwoch wieder im Training ist. "Ich gehe davon aus, dass er dabei ist", erklärt Chalepo.

Der 2006 durch den Zusammenschluss der SG Solingen und der LTV Wuppertal entstandene Bergische HC hat im vierten Anlauf unter Trainerfuchs HaDe Schmitz als Meister der 2. Bundesliga Süd den Aufstieg ins Oberhaus geschafft. Dem 29:28-Erfolg gegen den TSV Hannover-Burgdorf stehen Niederlagen beim TBV Lemgo (28:34), beim THW Kiel (18:34) und gegen den TV Großwallstadt (25:29) gegenüber. "Das war bisher ein hartes Auftaktprogramm, aber es war klar, dass wir als Aufsteiger eine gewisse Zeit brauchen, bis wir in der Liga angekommen sind. Auch in Wetzlar sind wir natürlich Außenseiter", bemerkt Manager Stefan Adam und fügt an: "Langfristig muss eine Entwicklung wie bei der HSG unser Ziel sein. Zunächst einmal zählt aber, nur drin zu bleiben."

Dafür muss das Team, das in allen vier bisherigen Partien in der Anfangsphase einen Durchhänger hatte, konstanter werden. "Ungeachtet aller neuen Bedingungen müssen wir vorne wie hinten von Beginn an konzentrierter loslegen", betont Trainer HaDe Schmitz, der von Ex-Nationaltorwart Chrischa Hannawald unterstützt wird und dessen Spieler vor dem Saisonstart zusammen auf rund 150 Bundesligapartien kamen. Der 63-jährige Sportlehrer blickt aber optimistisch nach vorne: "In einem Monat sind wir einen Riesenschritt weiter. Ich bin sicher, dass die Durchhänger dann nicht mehr passieren."

Mit einem Zwinkern warnt Chalepo vor dem "gefährlichen" HaDe Schmitz

Am Sonntag muss Schmitz ohne seinen tschechischen Rückraum-Routinier Jiri Vitek (Muskelfaserriss im Oberschenkel) auskommen. Ob der einzige gelernte Rechtsaußen, Richard Wöss, nach seiner Bänderdehnung im Sprunggelenk aufläuft, wird sich kurzfristig entscheiden. Große Hoffnungen ruhen auf dem schwedischen Mittelmann Henrik Knudsen, der vor der Runde von KS Vive Kielce wechselte, dem aber muskuläre Probleme zu schaffen machen.

"Da kommt eine robuste und sehr stabile Mannschaft", sagt HSG-Trainer Gennadij Chalepo und ergänzt mit einem Augenzwinkern: "Außerdem hat sie mit HaDe Schmitz einen gefährlichen Trainer." Der wiederum vor der wiedergefundenen Heimstärke der Wetzlarer warnt. 17:3 Punkte ist die Bilanz aus den letzten zehn Spielen in eigener Halle. Die nächsten beiden sollen am Sonntag gegen den BHC folgen.

Christiane Müller