"Deja vu": Wetzlarer Jungs auch im Derby den Sieg weg!

Bild: Oliver Richter/Leica Akademie

DKB Handball-Bundesliga

Rassiges Duell zwischen HSG Wetzlar und TV Hüttenberg endet 23:23-Unentschieden - Filip Mirkulovski rettet Gastgebern letztlich Remis - Björn Seipp: "Eine gefühlte Niederlage!"

In der ausverkauften Rittal Arena in Wetzlar dominierte die HSG Wetzlar nach einem schnellen 5:0 das Mittelhessen-Derby gegen den TV Hüttenberg. Vor 4.421 Zuschauern kämpfte sich der Aufsteiger aber in der Folge in die Partie, hielt den Anschluss und konnte gegen Ende der Partie ausgleichen. In der letzten Minute bot sich sogar die Chance auf die erste Führung, doch der Siegtreffer sollte nicht gelingen - die Begegnung endete mit 23:23. Wetzlar haderte wie schon gegen Minden und in Hannover mit der Endphase, Hüttenberg hingegen belohnte sich nach zuletzt knappen Niederlagen nun mit dem ersten Punkt nach der Rückkehr in die Beletage des deutschen Handballs. Bei Wetzlar war Filip Mirkulovski einer der Aktivposten, bei Wetzlar erzielte Vladan Lipovina fünf Treffer.

Die Kulisse in Wetzlar schien den TV Hüttenberg zu beeindrucken, die ersten Minuten liefen jedenfalls nicht nach Plan für den Aufsteiger: Die 6:0-Deckung der Gastgeber begann konzentriert, Hüttenberg fand keine Lücken und musste über elf Minuten auf den ersten Treffer warten. Im ersten Angriff hatte sich für Tim Stefan eine Chance ergeben, doch Benjamin Buric war zur Stelle. Zuvor hatte Stefan Cavor den ersten Treffer erzielte, nach dem 2:0 durch Jannik Kohlbacher legte Cavor per Kempa-Trick auch das erste spielerische Glanzlicht nach.

Wetzlar wirkte agiler und wacher - und zog schnell davon: Nach dem 5:0 griff Adalsteinn Eyjolfsson zur Auszeit. In der Deckung gelang es mit der 3:2:1-Deckung die Kreise von Filip Mirkulovski etwas einzuengen, doch die Wetzlarer hebelten die Defensive der Gäste immer wieder erfolgreich über Kreisläufer Jannik Kohlbacher aus - Tore oder Siebenmeter waren die Folge. Die Kreuzbewegungen bei Hüttenberg wirkten unterdessen in der Offensive recht behäbig - nach einem Ballverlust der Wetzlarer konnte Moritz Lambrecht dann aber den ersten Treffer für die Gäste setzen.

Wetzlar antwortete umgehend mit einem Treffer von Jannik Kohlbacher und schien das Heft auch in der Folge in der Hand zu haben. Ein Doppelschlag brachte den TVH zwar auf drei Tore heran, doch beim 8:3 war der Abstand wieder auf fünf Tore angewachsen. Die HSG spielte keineswegs fehlerfrei, der Abstand aber blieb zunächst konstant - auch weil Benjamin Buric einen weiten Wurf in das bei einer Unterzahl verwaiste Tor des Gegners setzte. Hüttenberg hielt nun aber dagegen, auch weil Thomas Sklenak einige Akzente setzte.

Nach einem von Kristian Björnsen verwandelten Siebenmeter lagen beim 13:8 weiterhin fünf Tore zwischen den Konkurrenten, doch auf der Gegenseite trumpfte neben Vladan Lipovina, der für den nächsten Treffer gesorgt hatte, mit Christian Rompf ein weiterer ehemaliger Wetzlarer auf: Er sorgte für das 13:10 mit dem es auch in die Kabinen gehen sollte. Auf der Gegenseite holte Björnsen in einem Zweikampf gegen Rompf zwar einen Siebenmeter heraus, doch der Gefoulte scheiterte dann von der Siebenmeterlinie an Matthias Ritschel.

Die Torhüterleistung sollte auch nach dem Seitenwechsel ein Faktor bleiben, einer der sich eher zu Gunsten der Gäste auswirkte. Allerdings stand die Wetzlarer Deckung weiterhin gut und so legten die Hausherren in der umkämpften Partie weiter vor. Die HSG erzielte zwar den ersten Treffer nach Wiederbeginn, doch auf der Gegenseite erhöhten Cavor und Kneer auf 15:11 und nach einem erfolgreichen Gegenstoß von Kasper Kvist lagen nach vierzig Minuten beim Stand von 17:12 wieder fünf Tore zwischen den Konkurrenten.
Wetzlar tat sich aber weiterhin schwer, die Fehlerzahl gegen die Hüttenberger 3:2:1-Deckung blieb hoch und in der Deckung wurde zumeist lange gut gearbeitet - als der Arm der Schiedsrichter dann aber nach oben ging und sich die Anzahl der erlaubten Pässe reduzierte, fand der TVH dann oftmals doch eine Lücke - oftmals durch Lipovina. Ein weiterer parierter Siebenmeter von Schomburg sorgte für Hoffnung bei den mitgereisten Fans, doch auch beim 20:15 betrug die Differenz eine Viertelstunde vor Spielende noch fünf Tore, aus dem Spiel heraus hatte sich Björnsen gegen Schomburg eiskalt gezeigt.

Hüttenberg gab sich aber nicht auf, und als sich bei Wetzlar weitere Unkonzentriertheiten einschlichen, da war der Aufsteiger zur Stelle: Wernig traf doppelt und als ein Wurf von Max Holst an die Latte krachte, wurde der Abpraller zur Vorlage für Dominik Mappes, der die Gäste mit seinem Treffer zum 20:18 endgültig zurückmeldete. Auf der Gegenseite hing Moritz Zörb dann allerdings zu lange an Mirkulovski und kassierte eine Zeitstrafe - die sich daraus bietende Chance in Überzahl wieder davon zu ziehen, konnte Wetzlar aber nicht nutzen - im Gegenteil Wernig sorgte von der Siebenmeterlinie für den Anschlusstreffer und legte im Gegenstoß den Ausgleich zum 20:20 nach. 

Kai Wandschneider reagierte mit der Auszeit, doch die HSG verlor im nächsten Angriff erneut den Ball - mit etwas Glück konnten sich die Gastgeber diesen aber zurückerobern. Mirkulovski setzte einen wichtigen Treffer, doch Rompf antwortete mt einem sehenswerten Heber. Auch die Führung von Holst wurde vom TVH ausgeglichen, ebenso das 23:22 von Mirkulovski. Hüttenberg nutzte das Momentum, die Gäste hatten sich im Angriff ein weiteres Mal festgelaufen, der Arm der Schiedsrichter war erhoben - doch Lipovina stieg hoch und glich aus. Wetzlar hatte erneut eine Partie in den letzten Minuten aus der Hand gegeben und verbuchte am Ende nur mit Glück einen Punkt. Denn der Ballgewinn wechselte zurück zu Hüttenberg, das Zeit von der Uhr nahm und dann unter Passivwarnung versuchte den entscheidenden Treffer zu setzen, doch der Versuch von Lipovina wurde geblockt und die letzten Sekunden verrannen bis die Sirene die Punkteteilung besiegelte.