Dem (Noch-) Meister phasenweise Paroli geboten.

Vierfacher Torschütze: HSG-Linksaußen Kevin Schmidt.

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar unterliegt gegen den HSV Hamburg mit 26:28 (9:13).

Es war ein Spielverlauf jener Sorte, wie sie ihn die HSG Wetzlar in den letzen Wochen fast ausschließlich hatte: Ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Zwar können die Phasen des Gut- und weniger Gutspielens wie Bausteine hin und her verschoben werden, die Quintessenz bleibt jedoch die gleiche. Wieder einmal haben die Grün-Weißen ein großes Kämpferherz bewiesen, phasenweise auch spielerisch überzeugt, aber die Konstanz über 60 Minuten fehlt. So auch am vergangenen Samstagabend gegen den entthronten Deutschen Meister HSV Hamburg. Am Ende stand ein 26:28 (9:13) für die Truppe von Trainer Kai Wandschneider zu Buche und die HSG wieder einmal ohne Punkte da.

Dabei legten die Hausherren beeindruckend los. Die Abwehr stand sicher und auch im Angriff schien es gegen die offensive 3:2:1-Deckung der Gäste aus der Hansestadt hervorragend zu laufen. Durch einem Doppelpack von Kevin Schmidt zog die HSG nach acht Minuten auf 4:1 davon, was die 3812 Zuschauer in der RITTAL Arena zum Anlass nahmen, um die ohnehin prächtige Stimmung noch einmal mit ohrenbetäubendem Lärm zu toppen. Doch genauso stark, wie die HSG angefangen hatte, ließen die Mittelhessen nun nach – zumindest im Offensivspiel. Denn es dauert ganze 17 Minuten nach dem Treffer von Schmidt, ehe Isländer Kari Kristjan Kristjansson das nächste Feldtor erzielen konnte und auf 8:11 verkürzte. Zwischenzeitlich hatte „Ado“ Harmandic mit drei verwandelten Siebenmetern das Torkonto der Grün-Weißen aufgebessert (5:2, 10./ 6:5, 15./ 7:8, 19.). Die Hamburger mit Igor Vori auf der „Eins“ machten es den Wetzlarern immer schwerer, Lücken in den Norddeutschen Abwehrverbund zu reißen. Und wenn es doch gelang einen Spieler in eine gute Wurfposition zu bringen, dann entschärfte HSV-Keeper Dan Beutler die mittelhessischen Geschosse. Nicht verwunderlich, dass HSV-Trainer Martin Schwalb den Schweden nach Abpfiff besonders hervorhob: „Er hat uns am Ende gerettet“, sagte der 49-Jährige.

Denn nach einem schwachen Start in die zweite Hälfte, der in einem fast uneinholbaren 11:18-Rückstand mündete (39.), fingen sich die Hausherren wieder. Allerdings brachte erst die Deckungsumstellung ab der 47. Minute auf eine 4:2-Formation den gewünschten Erfolg. Die Gäste taten sich nun unheimlich schwer gegen den Wetzlarer Abwehrverbund und so konnte die HSG bis zur 50. Minute auf 20:24 verkürzen. Doch auch in dieser Phase lief nicht alles rund bei der Handballspielgemeinschaft. Immer wieder wurden beste Einwurfmöglichkeiten und somit ein noch besseres Ergebnis ungenutzt gelassen. Die letzten zehn Minuten der Partie versuchten die Wandschneider-Schützlinge noch einmal alles und wurden in der Deckung mit einer 3:3-Formation noch offensiver. Der Lohn war das 23:26 durch Schmidt und die Hoffnung der gesamten Arena, dass gegen den (Noch-) Meister eine Sensation möglich sein könnte. Doch als Kristjansson frei vom Kreis die Möglichkeit vergab auf zwei Tore Rückstand zu verkürzen und im Gegenzug Marcin Lijewski mit einem sehenswerten Hüftwurf aus knapp elf Metern den Ball in den Winkel jagte, war das Spiel verloren. Kai Wandschneider resümierte nüchtern: „Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht.“ Leider einmal mehr.


Wetzlar: Marinovic (ab 31.), Weber - Schmidt (4), Salzer (1), Valo (2), Jungwirth (1), Mraz (1), Müller (1), Chalkidis, Fäth (3), Harmandic (7/7), Friedrich (1/1), Kristjansson (5).
Hamburg: Djordjic (bei drei Siebenmetern), Beutler - Kraus, Schröder, Duvnjak (3), Jansen (2), Lackovic (1), Flohr, Vori (5), G. Gille (1), Lindberg (11/5), Lijewski (2), Hens (1), Vugrinec (2).
Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg/Dodendorf) Zuschauer: 3812 - Zeitstrafen: Wetzlar zwei (Mraz, Müller); Hamburg vier (Jansen, G. Gille, Lackovic, Lindberg) - verworfene Siebenmeter: Friedrich (Wetzlar) scheitert an Beutler (6.), Lindberg (Hamburg) scheitert an Marinovic (34.).