Dennis Krause: „Ich möchte unserer neuen Abwehr Halt geben!“

DKB Handball-Bundesliga

Wetzlars Neuzugang vom VfL Gummersbach erklärt im Interview unter anderem seine zahlreichen Tattoos

Der Handball-Erstligist HSG Wetzlar hat sich zur neuen Saison mit Dennis Krause verstärkt. Der erfahrene Rückraumspieler und Abwehrspezialist kam vom Ligakonkurrenten VfL Gummersbach an die Lahn. Mit 2,03 Meter Körpergröße und 107 Kilo bringt der gebürtige Lörracher Gardemaße mit, um im HSG-Mittelblock den „Laden“ dicht zu halten und in der Offensive den einen oder anderen Wurf im gegnerischen Gehäuse unterbringen zu können. „Micky“, wie er von den neuen Mannschaftskammeraden genannt wird, wurde 2006 mit der U21-Juniorennationalmannschaft Europameister und im Jahr darauf Vize-Weltmeister (unter dem heutigen Bundestrainer Martin Heuberger). Mit dem VFL Gummersbach konnte sich Krause in der abgelaufenen Spielzeit quasi „in letzter Sekunde“ noch den Klassenverbleib sichern und hofft nun bei der HSG Wetzlar auf ruhigere „Fahrwasser“. Was er von seinem Engagement bei der HSG Wetzlar erwartet, wie seine Aufgaben im Spiel aussehen könnten und was seine Tattoos auf beiden Armen bedeuten, erzählt Dennis Krause in diesem Interview.

Dennis, Du trägst jetzt seit wenigen Wochen die grün-weißen Farben der HSG Wetzlar. Erzähl‘ uns, wie kam der erste Kontakt nach Mittelhessen zu Stande? 

Krause: „Ich hatte mich frühzeitig entschieden, mich nach einem neuen Verein um zuschauen. Dann erhielt ich ein Angebot von der HSG Wetzlar und die Entscheidung viel recht schnell, mich der Mannschaft von Kai Wandschneider anzuschließen. Ich habe die Entwicklung der HSG Wetzlar im letzten Jahr intensiv verfolgt und war begeistert von der professionellen Arbeit der Wetzlarer, sodass ich gar nicht ‚Nein‘ sagen konnte.“

Bei Deinen letzten Vereinen, in Magdeburg und Gummersbach, hattest Du die hauptsächlich Spielanteile in der Abwehr. Wo siehst Du Deine Aufgaben bei der HSG Wetzlar? 

Krause: „Zunächst möchte ich mir so viele Einsatzzeiten erarbeiten wie nur möglich, egal ob im Angriff oder der Abwehr. Mit Steffen Fäth und Kristian Bliznac verfügen wir schon über zwei sehr starke Halblinke, jedoch möchte ich beide nicht als direkte Konkurrenten ansehen. Ich sehe mich gerne in der Abwehr, möchte mich aber auch in der Offensive verbessern, so dass ich auch im Angriffsspiel Akzente setzen kann. Ich habe mir als Ziel gesetzt, die Deckung zu stabilisieren und dieser im Mittelblock Halt zu geben. Ich habe höchstes Vertrauen in unser Trainergespann Kai Wandschneider und Jasmin Camdzic. Sie haben viele Ideen und werden mich schon richtig einsetzen.“

Was erwartest Du von Deinem Engagement bei der HSG Wetzlar? 

Krause: „Bei meinem letzten Verein habe ich neben schönen auch einige, ich sage mal harte Erfahrungen machen müssen. Wir haben eine schwierige Zeit durchlaufen und dazu kam noch ein Kreuzbandriss, der mich lange außer Gefecht gesetzt hat. Wie schon erwähnt besitze ich vor allem in meinem Offensivspiel noch Defizite, jedoch bin ich gewillt hart daran zu arbeiten, damit ich der Mannschaft auch im Angriff noch behilflicher sein kann. Wie ich Kai und Jasmin bisher kennen gelernt habe, pflegen beide eine sehr offene und ausführliche Kommunikation mit uns Spielern. Aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass sie jeden so gut wie möglich ins Spiel einbinden und ich somit auch meinen Teil zu einer hoffentlich erfolgreichen Saison beitragen kann. Klar ist aber auch, dass wir einige Zeit brauchen werden, um uns zu finden und einzuspielen. Bei sieben Neuzugängen ist es ein langer Lern- und Findungsprozess bis alles funktioniert.“

Du hast ja jetzt das erste Trainingslager mit den Jungs absolviert. Wie hast Du Deine neue Mannschaft bisher kennen gelernt? 

Krause: „Mein erster Eindruck ist super positiv! Besonders aufgefallen ist mir der Umgang untereinander, der sehr freundschaftlich, ja fast familiär ist. Es gibt keine vermeintlichen ‚Stars‘ im Team, die sich vom Mannschaftsgefüge abheben. Alle ziehen an einem Strang – auch das Team ums Team herum. Nach den nicht gerade einfachen letzten Monaten in Gummersbach tut es mir unglaublich gut in solch ein harmonisches Umfeld zu kommen. Ich fühle mich sehr wohl bei der HSG Wetzlar.“

Deine beiden Arme sind mit einigen Tattoos besehen. Steckt da eine tiefere Bedeutung dahinter? 

Krause: „Ja, der rechte Arm steht für die positiven und der linke für die negativen Erfahrungen im Leben. Mir sind wahre und enge Freundschaften ganz wichtig und ich bin auch ein gläubiger Mensch, weshalb ich mich dazu entschieden habe, die schönen Erfahrungen und Seiten des Lebens auf meinem rechten Arm zu verewigen. Meinens Erachtens muss man sein Leben leben und dabei auch Negativerlebnisse einkalkulieren und respektieren. Das ist der Grund, warum auch diese Platz, nämlich auf meinem linken Arm fanden.“