Der TBV hat sich warmgeworfen

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Chalepo-Truppe erwartet am Sonntag um 17.30 Uhr den Tabellensechsten aus Lemgo »Wir brauchen dringend Punkte«

Gennadij Chalepo weiß, was die Stunde geschlagen hat. »Wir brauchen dringend Punkte, denn es wird einen heißen Kampf geben, bis der dritte Absteiger gefunden ist«, sagt der Trainer des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar mit Blick auf die Tabelle. Dort herrscht von Rang elf bis 16 sehr dichtes Gedränge, da HBW Balingen/Weilstetten (11./9:13) und den VfL Gummersbach (16./7:19) nur zwei Punkte trennen. Nach den guten Leistungen gegen den THW Kiel (24:28) und bei MT Melsungen (30:30) soll am Sonntag im Heimspiel gegen den TBV Lemgo (17.30 Uhr/Rittal-Arena) aus Sicht der Wetzlarer unbedingt mal wieder ein doppelter Punktgewinn her, denn den letzten Sieg fuhr Chalepo am 2. Oktober gegen den Bergischen HC ein (33:28).

 

»Einfach wird das nicht«, sagt der Coach der Wetzlarer und fügt hinzu: »Lemgo hat vor der Saison sehr viel verändert, dennoch hat man schon 14 Punkte eingefahren. Das ist ein Zeichen dafür, dass es sich um eine gute und intakte Mannschaft handelt«, lobt Chalepo, in dessen Team Georgios Chalkidis (Grippe) und Philipp Müller (Fußverletzung) zuletzt angeschlagen waren, am Sonntag aber mitwirken sollen, den Konkurrenten. Sein Pendant beim TBV gibt das Lob zurück: »Wie Wetzlar nach dem Rückstand gegen Melsungen zurückgekommen ist, war eine große Leistung«, sagt Dirk Beuchler.

Der TBV blickt auf einen ordentlichen Saisonverlauf zurück. Mit 14:10 Zählern rangieren die Ostwestfalen auf dem sechsten Platz. Acht von zehn Minuspunkten wurden der Mannschaft von den »großen« Teams der Liga aus Kiel, Hamburg, Rhein-Neckar und Flensburg »eingeschenkt«, die Niederlage in Balingen hingegen mag vermeidbar gewesen sein, ein Grund Trübsal zu blasen war sie sicher nicht. »Ich bin sehr zufrieden. Die Stimmung ist gut. Es macht viel Spaß, hier zu arbeiten«, sagt Beuchler. Der ehemalige Kreisläufer blickt auf eine richtungweisende Woche. »Wir spielen in Wetzlar, beim BHC und zu Hause gegen Göppingen. Nach diesen drei Spielen werden wir wissen, wo wir stehen«, erklärt Beuchler, der aus diesen Partien sechs Zähler eingeplant hat. »Die Mannschaft ist gut genug, das zu schaffen«, sagt er selbstbewusst.

Am Sonntag wird dem Deutschen Meister von 1997 und 2003 der ehemalige Wetzlarer Avishay Smoler fehlen. Der Rechtsaußen hat sich einen Anriss der Bizepssehne zugezogen und wird noch einige Wochen ausfallen. Doppelt ärgerlich für den Israeli, da sein Vertrag beim TBV wohl nicht verlängert werden wird und er sich so nicht für neue Klubs interessant machen kann. Gerne hätte der Linkshänder sicher auch in Wetzlar gezeigt, dass man bei der Kaderzusammenstellung für die neue Saison an ihn denken sollte. Ein anderer TBV-Linkshänder ist indes auf dem Weg zurück. Rolf Hermann feierte nach seiner langen Verletzungspause beim 34:30-Heimsieg gegen MT Melsungen ein ordentliches Comeback. Auf ihn muss die HSG aufpassen.

»Außer Smoler wird niemand fehlen. Für ihn rückt Youngster Nils Prüßner in den Kader«, sagt Beuchler, dessen Verein zuletzt die Verpflichtung von Kreisläufer Henrik Pekeler vom Bergischen HC für die neue Saison bekannt gegeben und damit den Abschied von Nationalspieler Christoph Theuerkauf besiegelt hat. »Das war keine Entscheidung gegen Theuerkauf, sondern eine für das Projekt, beim TBV eine junge Mannschaft aufzubauen«, erklärt Beuchler, der mit seinem Team ausgeruht nach Mittelhessen kommen wird. Das letzte Pflichtspiel des TBV war das 28:36 gegen den HSV am 23. November. Um die spielfreie Zeit zu überbrücken hat der TBV zwei Testspiele ausgetragen, in denen gegen unterklassige Gegner zweimal die 50-Tore-Marke geknackt wurde. Der TBV hat sich für Wetzlar warmgeworfen.

(mac)