„Die Arbeit mit den Jungs macht riesig Spaß!“

Ist immer da, wenn etwas zwickt: Physiotherapeutin Kati Dietsch.

DKB Handball-Bundesliga

„Unsere stillen Stars!“ – Ausgabe I: Physiotherapeutinnen Katharina Dietsch und Sina Hyttrek.

 Schon seit vielen Jahren wird die enorme Belastung, die Handballer in ihrem Sport in Kauf nehmen müssen, diskutiert. Die lange Bundesligasaison, der DHB-Pokal, Champions League und EHF Pokal, internationale Wettkämpfe, Supercup und jährlich mindestens ein Großereignis mit Welt- oder Europameisterschaft. Hinzu kommen alle vier Jahre auch noch die Olympischen Spiele. Der Terminkalender der Handballer ist eng gesteckt. Geändert hat sich bisher allerdings nichts. Von einer Entschlackung des Spielplans, wie es von Seiten der Vereine und Spieler vehement gefordert wird, ist nichts zu sehen. Umso wichtiger wird dabei die Arbeit von einigen Mitarbeitern und Helfern, die ansonsten weniger im Mittelpunkt des Interesses stehen – den Physiotherapeuten.

Auch bei der HSG Wetzlar gibt es selbstverständlich ein Team von Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen, das sich zumeist im Verborgenen um die Bedürfnisse der Spieler kümmert. Ob während oder nach dem Training, an Spieltagen und in der Vorbereitung - Reinhold Roth, der auch die deutsche Handball-Nationalmannschaft seit Jahren betreut, und seine Mitarbeiterinnen Katharina Dietsch und Sina Hyttrek haben im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. „Die Arbeit ist wirklich sehr zeitintensiv, macht aber auch riesig Spaß“, berichtet Dietsch, die sich fast ausschließlich um die Belange der Mannschaft kümmert und deshalb in den vergangenen Wochen nur selten in Roths Praxis in Gießen anzutreffen war. „Besonders in der Vorbereitung und in den Trainingslagern sind wir extrem gefragt, weil die Mannschaft bis zu vier Trainingseinheiten am Tag absolviert und sich dort automatisch einige Blessuren auftun", erzählt Dietsch, die auch im diesjährigen Trainingslager in der Sportschule Kaiseraus den Spielern im HSG-Dress zur Seite stand und täglich bis in die späten Abendstunden mit den Muskeln der Akteure zu kämpfen hatte.

„Ohne eine physiotherapeutische Betreuung wären wir sicherlich nicht in der Lage den enormen Belastungen, die man als Handballer erfährt, zu trotzen. Als Spieler weiß man, wie viel Zeit und Energie zu diesem Job gehören. Von daher sind wir froh, dass wir ein so kompetentes und engagiertes Physioteam haben, das seine Arbeit mit viel Freude und eigentlich immer guter Laune absolviert“, erklärt Rückraumspieler Philipp Müller, der schon des Öfteren die Wichtigkeit der Physiotherapeuten am eigenen Leib erfahren konnte bzw. musste.

Bis zu 40 Minuten kann dabei eine Behandlung, je nach Schwere des Problems, dauern. Zeit genug, um nicht nur die Verletzung behandeln zu lassen und sich zu entspannen, sondern auch mal über Privates zu plaudern. „Die Atmosphäre auf der Liege und im Behandlungsraum ist immer sehr entspannt. Das merkt man auch den Spielern an, die gerne mal Gespräche abseits des Sports führen und Einblicke in ihr Privatleben geben“, erklärt Dietsch und fügt an: „Natürlich ist das nicht immer so. Manchmal wollen sich die Jungs auch einfach ihre Behandlung abholen und über nichts reden. Aber auch das ist verständlich.“

Seit nunmehr fünf Jahren ist die 25-jährige Dietsch für das Massieren, Behandeln, Tapen und Lockern der Spieler zuständig und somit ein fester Bestandteil des medizinischen Betreuerstabs des Bundesligisten. Die zwei Jahre ältere Kollegin Sina Hyttrek stieß im Sommer 2011 zu den Grün-Weißen und auch sie weiß die Aufgabe bei der HSG seither zu schätzen. „Ich bin zwar öfter in Gießen eingebunden, freue mich aber jedes Mal, wenn ich bei der Mannschaft sein kann. Die Arbeit im Bundesligaalltag ist eine interessante und spannende Ergänzung zur der Arbeit in der Praxis“, erklärt die gebürtige Marburgerin.

„Wir sind sehr froh, dass wir mit Kathi, Sina und Reinhold auf ein echtes Expertenteam in Sachen physiotherapeutischer Betreuung zählen können. An dieser Stelle gilt es sich auch einmal für die viele Energie und die exzellente Arbeit des Trios zu bedanken, das immer in engem Austausch mit unseren Ärzten und den Trainern steht. Es braucht schon viel Liebe zum Job und auch eine gewisse Zähigkeit, um diesen Beruf so verlässlich auszuüben“, betont HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.

Die Physiotherapeuten wird es freuen, diese Aussagen von Spielern und vom Chef der Geschäftsstelle zu hören, denn diese dürften wie Balsam für die geschundenen Hände und Ellenbogen des Trios wirken. Denn nicht nur die Handballer haben einen Job, der ihnen körperlich alles abverlangt, auch die „Physios“ könnten das eine oder andere Mal selbst eine Behandlung gebrauchen.

 

Fabian Karpstein