Die Leichtigkeit des Seins

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar feiert glänzenden Abschluss einer schweren Saison

Drei Tage nach dem gewonnenen Abstiegskampf gab es doch noch Tränen. Denn nach dem glänzenden Abschluss einer schweren Saison bereitete die HSG Wetzlar ihren scheidenden Spielern einen stimmungsvollen Abschied, bei dem mancher feuchte Augen bekam.

Freude, Freunde und Abschiede
Zunächst fegten die Grün-Weißen am letzten Spieltag der Handball-Bundesliga den bereits für den Europacup qualifizierten SC Magdeburg beim 32:29 (15:13) deutlicher vom Parkett, als es die nackten Zahlen ausdrücken. Danach feierten die 4209 begeisterten Zuschauer in der Rittal-Arena Timo Salzer, Giorgos Chalkidis, Lars Friedrich, Peter Jungwirth und Ersatztorwart Ben Christian, die den Verein verlassen.

"Vielen Dank für die tolle Stimmung und die schöne Zeit", rief Salzer den Fans zu, denen er bei seinem letzten Auftritt nach sechs Jahren noch einmal eine ganz große Show geboten hatte. "Das war heute richtig gut. Ein Abschied, wie man ihn sich nur wünschen kann", strahlte der sechsfache Torschütze und "uneingeschränkte Chef auf dem Spielfeld", so Geschäftsführer Björn Seipp, als er mit Töchterchen Vesna auf dem Arm Richtung Ausgang schlenderte.

Mit der Leichtigkeit des überstandenen Abstiegskampfs legten die Gastgeber locker los, gingen schnell mit 2:0 in Führung und boten eine engagierte Leistung in Angriff und Abwehr. Erst als die ersatzgeschwächten "Gladiators" mit Einar Holmgeirsson einen Linkshänder in ihren Rückraum stellten, kamen sie besser ins Spiel und übernahmen mit dem 9:8 (19. Minute) auch erstmals die Führung. Aber die HSG schlug zurück. Hinten hielt der überragende Nikolai Weber einen freien Ball nach dem anderen, vorne wirkte vor allem der zuletzt schwächelnde Philipp Müller wie befreit. Zudem boten Salzer in der Rückraummitte und Rechtsaußen Jungwirth prächtige Abschiedsvorstellungen im grün-weißen Trikot. Als Daniel Valo und Müller auf 15:13 erhöhten, während Giorgos Chalkidis zum zweiten Mal auf der "Strafbank" saß, erlebte die Stimmung in der prächtig gefüllten Rittal-Arena ihren vorläufigen Höhepunkt.

Bis zum 29:21 spielen die Grün-Weißen vor 4209 Fans wie aus einem Guss
Und es sollte noch viel besser kommen. Der überragende Salzer ging voran, fast alle zogen mit. Die Spielgemeinschaft aus Dutenhofen und Dutenhofen führte bis zum 29:21 sieben Minuten vor Schluss mit acht Toren. "Da haben wir wie aus einem Guss gespielt", genoss Trainer Kai Wandschneider die prächtige Mischung aus Kombinationswirbel, spektakulären Anspielen und Zaubertoren. "Heute haben wir den Deckel zugemacht", freute sich der überragende Torhüter Nikolai Weber, "dass wir den Jungs heute einen würdigen Rahmen für ihren Abschied geschaffen haben". Als der vom Publikum gefeierte Klassekeeper in der letzten Minute das Feld räumte, bekam auch Stellvertreter Nikola Marinovic sein Erfolgserlebnis. Er parierte einen Siebenmeter von Tim Hornke. Dass am Ende beim umjubelten Sieger Kräfte und Konzentration gleichermaßen nachließen und der Champions-League-Sieger von 2002 "das Ergebnis erträglicher gestaltete", wie es SCM-Trainer Frank Carstens formulierte, gehörte zur Wetzlarer Leichtigkeit des Seins an diesem prächtigen Handballnachmittag.

Wetzlar: Marinovic (ab 60.), Nikolai Weber - Schmidt, Salzer (6), Valo (5), Jungwirth (5), Mraz, Müller (7), Chalkidis (1/1), Fäth (4), Harmandic (n.e.), Friedrich (3/1), Kristjansson (1).

Magdeburg: Gustavsson (ab 14.), Eijlers - Wiegert (2), Doborac (7), Musche (2), Landsberg (2), Pajovic (2), Hornke (4), Grafenhorst, Tönnesen, Philipp Weber, Robert Weber (3/2), Holmgeirsson (3), Jurecki (4).

Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönisforst/Ratingen) - Zuschauer: 4209 - Zeitstrafen: Wetzlar fünf (Chalkidis zwei, Fäth, Mraz, Friedrich); Magdeburg drei (Wiegert, Landsberg, Musche) - verworfene Siebenmeter: Robert Weber (Magdeburg) an die Latte (3.), Friedrich (Wetzlar) scheitert an Gustavsson (17.), Hornke (Magdeburg) scheitert an Marinovic (60.).

 

Quelle: Wetzlarer Neue Zeitung