Drei Fragen an Jens Tiedtke

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Neuzugang der HSG Wetzlar im Kurz-Interview mit der WNZ

Es ist ein allmorgendliches Ritual, dass Jens Tiedtke mit seinen beiden ungarischen Jagdhunden Jordi und Henry spazieren geht. Gestern war es dabeinicht ganz so ruhig wie sonst, denn das Handy des 64-fachen Handball-Nationalspielers klingelte gleich mehrfach. Kurz vorher hatte Bundesligist HSG Wetzlar bekanntgegeben, dass der Kreisläufer zur neuen Saison vom Ligakonkurrenten TV Großwallstadt an die Lahn wechselt.

„Er stand ganz oben auf unserer Wunschliste und soll in unserem neuen Team eine Führungsrolle einnehmen“, sagt HSG-Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann über den 32-Jährigen. „Seine hohe sportliche Qualität hat er seit Jahren in der Liga und in der Nationalmannschaft unter Beweis gestellt – in Angriff und in Abwehr. Zudem verfügt er über jede Menge internationaler Erfahrung.“ Tiedtke, der 2006 an einem Hirntumor erkrankt war und innerhalb weniger Monate zurückkam, spielte für die DHB-Auswahl bei den Weltmeisterschaften 2005 und 2009 und bringt es auf weit über 350 Einsätze im Oberhaus mit mehr als 1100 Treffern.

Der Routinier ist nach Michael Müller, der von den Rhein-Neckar Löwen kommt, der zweite gestandene Neuzugang der Grün-Weißen für die nächste Runde. „Wir haben einen anderen Anspruch entwickelt. Wir brauchen Köpfe“, betont Thielmann, der den Zweijahresvertrag mit dem erfahrenen Kreisläufer an Silvester unter Dach und Fach brachte. Im Gespräch mit der Wetzlarer Neuen Zeitung erläutert „Tito“, wie Jens Tiedtke seit seiner Wallauer Zeit unter Trainer Martin Schwalb genannt wird, wieso er sich für die HSG Wetzlar entschied.

Herr Tiedtke, alles Gute für 2012. Was wünschen Sie sich fürs neue Jahr?

Jens Tiedtke: "Zunächst einmal viel Gesundheit für die ganze Familie. Meine Frau Nadja erwartet indiesen Tagen unser erstes Kind. Und da hoffe ich natürlich, dass alles gutläuft. Sportlich harre ich der Dinge die da kommen. Momentan habe ich noch bis zum 10 Januar Urlaub. Im Anschluss freue ich mich auf eine hoffentlich erfolgreiche Rückrunde mit meiner Mannschaft. Ich möchte mich mit guten Leistungen aus Grosswallstadt verabschieden und mein siebtes Jahr beim TVG ohne Verletzungen beenden. Danach freue ich mich auf meine neue Aufgabe in Wetzlar. Es wird bestimmt ein aufregendes Jahr."

Sie waren nicht nur von den Wetzlarern umworben. Was hat den Ausschlag für die HSG gegeben?

Tiedtke: "Ich hatte sehr gute Gespräche mit den Wetzlarer Verantwortlichen. Der Verein befindet sich auf einem sehr guten Weg. Er hat ein ambitioniert-realistisches und klares Konzept. Da stimmt es – angefangen von der Arbeit des Managements bis hin zur sehr positiven Außendarstellung, was sich auch auf die Zuschauerzahlen auswirkt. Außerdem freue ich mich auf die Fans und die Rittal-Arena. So eine tolle und moderne Halle hat nicht jeder in der Bundesliga. Das alles spricht für Wetzlar und lässt mich auf einiges hoffen. Die vorhandenen Strukturen verlangen nach mehr. Wir werden sehen, wo die Reise hinführt!"

In Wetzlar kommt es zu einem Wiedersehen mit Ihren ehemaligen Großwallstädter Teamkollegen Michael und Philipp Müller. Freuen Sie sich auf die Zwillinge?

Tiedtke: "Klar! Ich habe mit beiden Müllers zusammengespielt. Mit Michi etwas länger. Das hat immer prima gepasst. Philipp hat in Wetzlar einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Das sind zwei Supertypen. Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles entwickelt. Darüber hinaus kenne ich auch noch andere Wetzlarer. Nicht nur von unseren Duellen gegeneinander. Mit Timo Salzer beispielsweise habe ich auch schon in zwei Länderspiele zusammen gespielt."

Christiane Müller-Lang