„Echter Prüfstein Coburg“: HSG Wetzlar will ins DHB-Pokal-Achtelfinale!

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DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessischer Handball-Erstligist macht Samstag den Auftakt gegen benachbarten Oberligisten HSG Kleenheim – Youngster Stefan Hanemann im Tor

Die 1. Runde im DHB-Pokal wird am Wochenende in einem neuen Modus ausgetragen. In bundesweit 16 Turnieren á je vier Mannschaften werden die Teilnehmer am Pokal-Achtelfinale gesucht. Nur jeweils die Gewinner der Turniere ziehen in die Runde der letzten Sechszehn ein – der Handball-Erstligist HSG Wetzlar will dann dazugehören. Dafür müssen sich die Mannen aus der Domstadt jedoch am Samstag gegen die HSG Kleenheim (Oberliga Hessen) und am Sonntag gegen den Sieger der Partie HSC Coburg (2. Liga) und HSG Konstanz (3. Liga) durchsetzen. Nach der Papierform eine lösbare Aufgabe für die Grün-Weißen, doch Trainer Kai Wandschneider warnt davor, dass Turnierwochenende auf die „leichte Schulter“ zu nehmen.

„Bei allem Respekt vor unserem Gegner am Samstag, ist Kleenheim eine Pflichtaufgabe für uns, in der wir noch einmal an der Abstimmung und der Integration der neuen Spieler arbeiten können. Die Partie am Sonntag wird es aber in sich haben, denn ich gehe davon aus, dass wir auf den Gastgeber Coburg treffen werden“, so Wandschneider. „Das ist ein richtig gute Mannschaft mit vielen erstligaerfahrenen Spielern wie Kulhanek, Gerlich, Billek oder Harmandic, die in diesem Jahr sicherlich zu den Favoriten um den Bundesliga-Aufstieg gehören und gehören wollen. Dazu spiele sie zu Hause und haben sie mit Jan Gorr einen Trainer, dessen Handschrift klar erkennbar ist. Das wird ein schwerer Brocken, aber wir sind gut gewappnet und freuen uns auf das Wochenende. Unser Ziel heißt ohne Wenn und Aber Achtelfinale! Zudem wäre ein Turniererfolg wichtig für das Selbstvertrauen der Jungs in Bezug auf den Ligastart in Stuttgart am darauffolgenden Wochenende.“

Wandschneider muss jedoch weiterhin auf Welt- und Europameister Guillaume Joli verzichten, der einen Muskelfaserriss auskuriert. „Wenn wir Glück haben, kann ‚Guigui‘ Mitte kommender Woche wieder ins Training einsteigen“, so der Coach. Aufgrund der Verletzung konnte der Rechtsaußen der Grün-Weißen jedoch fast die komplette Vorbereitung nicht mit der Mannschaft trainieren. „Es wird deshalb Zeit brauchen, bis er wieder in Form ist!“ Sorgen bereitet dem Coach auch sein zweiter Rechtsaußen, Tobias Hahn.  Der gebürtige Hesse leidet an einer Schambeinentzündung, die sich nur schwer therapieren lässt. „Tobi muss schauen, ob es am Wochenende geht? Ich wäre froh, wenn er zumindest am Sonntag mit von der Partie sein kann“, macht Wandschneider keinen Hehl daraus, dass ein gelernter Rechtsaußen wichtig für das Wetzlarer Spiel ist. Ansonsten hat der 55-jährige nach derzeitigem Stand alle Mann an Bord.

In der Partie am Samstagnachmittag (Anwurf 17.00 Uhr, HUK-Coburg Arena) gegen die HSG Kleenheim, die aufgrund der Abwesenheit oder Verletzung einiger Leistungsträger wohl mit einem 13-Kader ausreisen und auch auf Spieler der 2. Mannschaft und der A-Jugend zurückgreift, wird Youngster Stefan Hanemann zum Einsatz kommen. Der 19-jährige Jugendnationaltorhüter der Mittelhessen, der seit dieser Saison per Zweitspielrecht an die HSG Konstanz ausgeliehen ist, wird soll laut Wandschneider dann entweder Nationaltorhüter Andreas Wolff oder Rückkehrer Nikolai Weber ersetzen.

„Der neue Pokalmodus in Turnierform hat ganz sicher seine Vor- und Nachteile! Sicherlich ist es für Kleenheim schade, dass sie dieses Mittelhessenderby nicht in ihrer eigenen Halle ausrichten können, die dann zweifelsohne ausverkauft gewesen wäre. Auch müssen gerade die unterklassigen Clubs einen enormen Aufwand betreiben, wenn man sieht, dass jetzt zum Beispiel der Drittligist Konstanz vom Bodensee bis nach Coburg reisen und dann dort vielleicht noch übernachten muss. Ich denke trotzdem, dass man dem neuen Modus eine objektive Chance geben sollte, auch wenn das nicht heißt, dass nach dem Wochenende der sportliche und wirtschaftliche Nutzen hinterfragt und genauestens beleuchtet werden muss“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Persönlich glaube ich, dass gerade für die Amateurklubs etwas der eigentliche Pokalflair und -anreiz verloren geht. Und gerade davon lebt dieser Wettbewerb!“