Ein Sieg für die Handlungsfähigkeit

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Auswärtspartie heute beim Schlusslicht Eintracht Hildesheim Einsatz von Chalkidis ungewiss Mudrow-Team unter Druck

Der Dezember hat richtig gut begonnen. Für die HSG Wetzlar, die nach dem Sonntag-32:29 über den TBV Lemgo bereits heute nachlegen kann. Und will! Beim Schlusslicht Eintracht Hildesheim, gegen das sich die Mittelhessen zur Saison-Premiere noch zu einem 30:28 mühten, steht der vorgezogene 18. Spieltag dieser Saison an. »Unsere Formkurve steigt seit dem Kiel-Spiel wieder an«, gibt sich HSG-Trainer Gennadij Chalepo zuversichtlich, »wenn wir diesen Rückenwind mitnehmen, haben wir eine gute Chance.«

 

Erstens auf zwei Punkte und damit zweitens auf das Forcieren der aktuellen Vertragsverhandlungen. Von den zum Saisonende auslaufenden Spielerverträgen soll ein Teil verlängert, positionell durch Neuverpflichtungen aber auch für eine Blutauffrischung gesorgt werden. Entsprechende und weitere Dezember-Erfolge gegen TuS N-Lübbecke (am Sonntag zum Abschluss der englischen Woche) und gegen den VfL Gummersbach drei Tage vor Weihnachten würden für die Wetzlarer Verantwortlichen Handlungsfähigkeit und Planungssicherheit zugleich erweitern.

Bedarf besteht. Dies hat - rückblickend - auch der Sonntag gezeigt. So sollte man sich als Erstligist, der nicht immer nur gegen den Abstieg spielen möchte, doch irgendwann von der Doppelwechsel-Variante Abwehr/Angriff verabschieden. Oder auch von den Problemen gegen offensiv-aggressive Abwehrformationen. Die Namen (u. a. Michael Müller, Christoph Theuerkauf), die gehandelt werden, zeigen aber auch, dass die Wetzlarer Entscheidungsträger darauf bedacht sind, nicht nur aus dem Kreis der Abstiegskandidaten auszuscheiden, sondern auch Schritt für Schritt das Graue-Maus-Image abzustreifen.

Beim niedersächsischen Neuling heute Abend um 20.15 Uhr bangt Trainer Chalepo wegen einer leichten Oberschenkelzerrung noch um den Einsatz des Griechen Giorgios Chalkidis. Der 42-jährige Coach setzt wie schon am Sonntag auf einen Philipp Müller, der sich Partie für Partie förmlich zerreißt und das gesamte Team bei der Eintracht wieder mitreißen soll; auf einen Timo Salzer, den Tempomacher, der mit seinen Auftakthandlungen die Hildesheimer Deckung in Bewegung bringen soll; sowie auf ein Torhütergespann Weber/Marinovic, auf das abwechselnd Verlass ist und welches dadurch einfache Treffer über den Gegenstoß ermöglichen soll.

Aber! »Hildesheim ist vom Personal her gut besetzt. Zumindest die erste Sieben«, mahnt Chalepo, »ich weiß auch nicht, weshalb die noch nicht mehr Punkte haben.« Der Blick in die Statistik verrät sogar eine eklatante Heimschwäche vor im Schnitt nur 1900 Zuschauern. So verlor die Mannschaft von Trainer Volker Mudrow auf eigenem Parkett gegen HBW Balingen/Weilstetten, Bergischer HC und VfL Gummersbach und damit gegen alle Mitkonkurrenten im Abstiegskampf.

Dabei verfügen die Niedersachsen im 2,01-m-Hünen Michael Jahns über den zweitbesten Siebenmeter-Schützen der Liga (86,5 Prozent), in Dennis Klockmann über einen Torhüter mit herausragenden 157 Paraden sowie in Nicolas Ivakno über einen zupackenden Defensivstrategen. Gerade aber die namhafte Aufbaureihe mit dem serbischen Regisseur Vladica Stojanovic und den beiden wurfstarken dänischen Halben Michael Qvist und Morten Slundt ist bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Wetzlars ehemaliger Trainer Volker Mudrow steht als neuer Coach von Hildesheim vor der Herkulesaufgabe, mit den Norddeutschen den Ligaerhalt zu schaffen. Bei bislang 2:24 Punkten muss spätestens heute gegen die HSG der Schalter umgelegt werden

Fäth bleibt bis 2014

Handball-Bundesligist HSG Wetzlar kann in den nächsten zweieinhalb Jahren auf die Dienste von Rückraumspieler Steffen Fäth bauen. Der 21-Jährige nahm das Angebot des Vereins an und verlängerte seinen Vertrag bei den Domstädtern vorzeitig bis zum 30. Juni 2014. »Ich fühle mich in Wetzlar unheimlich wohl und sehr gut aufgehoben«, so Fäth nach der Vertragsunterzeichnung. »Es ist schön zu wissen, dass der Verein auch in der Zukunft auf mich baut. Dieses Vertrauen möchte ich gerne zurückzahlen und kurzfristig mit guten Leistungen meinen Teil dazu beitragen, dass wir den Klassenerhalt am besten frühzeitig klarmachen können.«

Laut Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann stand die weitere Zusammenarbeit mit dem Junioren-Weltmeister zeitweise auf »wackligen Füßen«, da gleich mehrere Ligakonkurrenten um die Dienste des wurfgewaltigen Rechtshänders buhlten. »Letztlich haben wir Steffen mit unserem sportlichen Konzept überzeugen können«, verrät Thielmann, der sich über die Vertragsverlängerung des gebürtigen Frankfurters freut. »Steffen ist ein Spieler aus der Region, der über ein enormes handballerisches Potenzial verfügt. Seit dem Ende seiner Verletzungsmisere hat er unglaublich viel an sich gearbeitet und bereits in einigen Spielen unter Beweis gestellt, wie wertvoll er für unsere Mannschaft sein kann.«

Mit der Vertragsverlängerung von Steffen Fäth hat die HSG Wetzlar die Planungen für die kommende Saison weiter vorangetrieben. »Wir befinden uns derzeit in sehr guten Gesprächen und können sicherlich schon bald weitere Ergebnisse präsentieren«, so Thielmann. Am Wochenende war ruchbar geworden, dass sich die Mittelhessen um die beiden deutschen Nationalspieler Michael Müller und Christoph Theuerkauf bemühen, deren Verträge bei den Rhein-Neckar Löwen bzw. beim TBV Lemgo auslaufen und nicht verlängert werden. Bei sieben auslaufenden Verträgen zum Saisonende hin besteht bei der HSG Wetzlar nahezu auf jeder Position Handlungsbedarf..

(ra)