"Eine schwere Geburt": HSG Wetzlar erkämpft Heimsieg gegen Minden

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen siegen in Partie mit vielen Fehlern 26:22 gegen Ostwestfalen - Routinier Evars Klesniks "man of the match"

Die HSG Wetzlar feierte am Freitagabend einen 26:22 (10:9)-Erfolg über GWD Minden. Neben dem Haupttorschützen Philipp Weber (7 Treffer) trug Benjamin Buric vor 4.358 Zuschauern einen wichtigen Anteil am Sieg. Für die Gäste erzielte Magnus Gullerud sechs Treffer. Die Gastgeber festigen mit dem Erfolg den siebten Tabellenplatz in der Bundesliga, GWD Minden verbleibt auf dem zwölftem Platz - verpasste aber die Chance den Abstand auf die gefährdete Zone in der Tabelle weiter auszubauen.

Die Partie in Wetzlar begann schleppend. Beide Mannschaft brauchten mehrere Minuten, um in das Spiel zu finden. Nach dem 1:0 (3.) durch Kristian Björnsen dauerte er vier Minuten bis zum nächsten Treffer - Philipp Weber glich zum 2:2 (7.) aus. Der Rückraumspieler war in dieser Phase der Aktivposten im Angriff der Gastgeber. Die Gäste kamen jedoch ebenfalls zunehmend in Fahrt und gingen durch einen Doppelpack von Christoffer Rambo mit 4:2 (13.) in Führung. 

Es war - wie die geringe Anzahl an Treffern zeigte - auch ein Spiel der Torhüter. Kim Sonne-Hansen wehrte einen Strafwurf von Björnsen ab und auch Benjamin Buric konnte mehrere Paraden für sich verbuchen. Durch zwei Angriff-Abwehr-Wechsel fehlte dem Spiel von Wetzlar oft der Druck in der Vorwärtsbewegung, nahmen sie jedoch Tempo auf, war dies meist erfolgreich: Stefan Kneer trieb den Ball nach vorne und bediente Jannik Kohlbacher, der zum 4:5 (16.) verkürzte. Weber gelang kurz darauf der Ausgleich. 

Nach 19 Minuten legte Frank Carstens die erste Auszeit und auch Wetzlar nutzte die Gelegenheit, sich neu aufzustellen, um den erneuten Rückstand einzufangen. Kai Wandschneider wechselte Anton Lindskog und Evars Klesniks ein - und bewies damit das richtige Händchen. Der Rückraumspieler sorgte mit einem Doppelpack für das 7:7 (25.) und Lindskog, der seine erste Chance vergeben hatte, sorgte in der 26. Spielminute für die 8:7-Führung. Diese behauptete der Gastgeber bis zur Pause, es ging mit 10:9 in die Kabine. 

Der erste Treffer nach Wiederanpfiff ging erneut auf das Konto von Klesniks, der die Führung wieder auf zwei Tore erhöhte (11:9, 31.). Kvist trieb die Führung per Gegenstoß auf 12:9 (33.). Ohne diese Treffer über das Tempospiel hätte die HSG jedoch Schwierigkeiten gehabt, die Führung zu behaupten. Im aufgebauten Angriff produzierten die Mittelhessen weiterhin zu viele einfache Fehler und verloren den Ball u.a zweimal durch Fehlpässe. So konnte GWD den Anschluss zum 12:11 (36.) herstellen. 

Nach einer Zeitstrafe gegen Florian Freitag konnten die Gastgeber ihren Vorsprung jedoch wieder ausbauen. Als Carstens in der 37. Spielminute die Grüne Karte legte, betrug der Rückstand erneut drei Treffer (14:11 aus HSG-Sicht). Das Problem bei GWD lag in der Offensive, denn die Abwehr arbeitet gut und nötigte Wetzlar viel Geduld ab. Die Vorteile auf der Torwartposition lagen jedoch trotz weiterhin schönen Paraden von Sonne inzwischen auf Seiten der Gastgeber. Buric vereitelte zahlreiche Mindener Würfe und legte damit den Grundstein für die Führung, die Kvist in der 44. Spielminute auf 18:14 erhöhte. 

Bei Minden ließ nun die Konzentration nach, was sich gerade im Passspiel niederschlug. Weber gelang es, den Gästen einen Kurzpass wegzufischen und erhöhte per Gegenstoß auf 20:14 (48.). Carstens zog erneut eine Auszeit und redete intensiv auf seine Spieler ein. Die Wirkung blieb jedoch aus. Wetzlar ließ den Ball etwas besser laufen und baute den Vorspung durch Kohlbacher auf 21:15 (48.) aus. 

Wandschneider war mit dem Auftritt jedoch nicht zufrieden und zog innerhalb von drei Minuten gleich zwei Grüne Karten - die zweite nach einem höchst skurrilen Treffer, den Buric hatte durchtrudeln lassen. Magnus Gullerud ließ kurz darauf noch das 23:19 (53.) folgen, doch die schwache Phase in den letzten Minuten hatte den Rückstand zu groß werden lassen. Wetzlar rettete den Vorsprung über die Zeit und siegte am Ende mit 26:22, nachdem Emil Berggren in der Schlusssekunde noch einen Siebenmeter vergeben hatte.

HSG Wetzlar: Buric, Nikolai Weber; Kneer, Björnsen (4/1), Pöter (1), Mirkulovski, Philipp Weber (7/2), Hahn, Berggren, Kvist (4), Klesniks (4), Lindskog (1), Cavor (3), Kohlbacher (2).

GWD Minden: Eijlers, Sonne-Hansen; Freitag (5), Schäpsmeier (1), Kozlina, Freiman (1), Sjöstrand (2), Rambo (4), Suedmeier (1), Larsson, Jernemyr, Gullerud (6), Michalszik, Wieling (1), Eigentor Cavor.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Pritschow/Pritschow (Stuttgart). - Zuschauer: 4358. - Zeitstrafen: 4:6 Minuten. - Siebenmeter: 5/3:-/-.

Quelle: www.handball-world.com