Ende der Bescheidenheit

Nachwuchs

U23-Mannschaft feiert die Meisterschaft in der Landesliga und steigt in die Oberliga auf.

Für die HSG Wetzlar U23 ist es vollbracht. Bereits vier Begegnungen vor dem Saisonende lässt sich attestieren, dass die Grün-Weißen einen absolut verdienten Meister und Oberligaaufsteiger in der Männerhandball-Landesliga Mitte darstellen. Tatsächlich, seit nunmehr 34 Begegnungen ist das Team um Trainer Andreas Klimpke ungeschlagen – davon 20 Siege am Stück in der noch laufenden Spielzeit. „Das war schon eine tolle Leistung, wie sich die Mannschaft wirklich in allen Teilen, trotz des personellen Umbruchs, füreinander aufgeopfert hat“, freut sich Klimpke.

Seit dieser Runde stehen die Domstädter nämlich vollkommen unter dem Banner der HSG Wetzlar und fungieren als offizielle U23-Mannschaft des Erstligisten. Dies bedingte gleichsam auch die Trennung von einigen gestandenen Akteuren wie Kreisläufer Phillip Schneider oder Torjäger Thimo Wagner, um der vorgegebenen Altersbegrenzung gerecht zu werden. Doch auch die Erfahrungen des vergangenen Jahres veranlassten die ehemalige HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II zu Bescheidenheit. So verlor man in der abgelaufenen Runde den spannenden Zweikampf mit dem TV Hüttenberg II aufgrund von Stolpersteinen gegen den TSV Lang-Göns und bei der TSG Münster II. Demzufolge hielten sich die HSG-Verantwortlichen vor der Spielzeit 2013/14 mit Aussagen zurück, welche das sicherlich angepeilte Ziel des Wiederaufstiegs nach zwei Jahren Landesliga betrafen.

Noch bis vor wenigen Wochen wollte Klimpke das verwunschene Wort Aufstieg nicht in den Mund nehmen und fand erst klare Worte, als den Mittelhessen auch rein rechnerisch kein Schnippchen mehr zu schlagen war. „Ich gebe zu, ein Ruck ging durch die Mannschaft, als wir so enorm deutlich beim TV Idstein gewinnen konnten. Ab dort hatten wir das Ziel konkret vor Augen“, offenbart der Übungsleiter und ehemalige Außenspieler im Rückblick auf die Partie Mitte Februar. Bereits zu diesem Punkt hatte Verfolger TuS Dotzheim sechs Minuspunkte gesammelt und glaubte selbst höchstens noch an ein Wunder.

Tatsächlich hatte die Dominanz der U23, die aktuell mit 40:0 Zählern an der Tabellenspitze rangiert, beinahe bayrische Züge, insbesondere was die spielerischen Rundumschläge der Mittelhessen anging, welche sie regelmäßig austeilten. So offenbarte die gesamte bisherige Saisonzeit ausschließlich vier Begegnungen, in denen die Handballspielgemeinschaft mit weniger als vier Treffern Vorsprung siegte (Idstein, Wettenberg, Griedel und Dotzheim). „Wir waren auf jeder Position doppelt gut besetzt, sodass immerzu der richtige Druck aufkam, in der Mannschaft aber niemals Neid oder Ähnliches entstand. Das war ein ganz wichtiger Faktor“, markierte Klimpke.

Auch die Fieberkurve des Unterbaus der HSG Wetzlar lässt keinen Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Meistertitels aufkommen. Ab dem fünften Spieltag biss er sich an vorderster Front fest und wird diesen Platz auch bis zum Saisonende behalten – lediglich das genaue Endresultat steht noch in den Sternen. Doch auch dahingehend hat sich die Truppe schon etwas vorgenommen: „Wir wollen die Runde ohne Verlustpunkt beenden, das wäre noch mal eine kleine Besonderheit“, nimmt Coach Klimpke vorweg, der aber gleichsam bereits ein wenig im Hinblick auf die Oberliga experimentieren will. Personell sei man unterdessen auch auf einem guten Weg, in naher Zukunft alle Planungen für die kommenden Anforderungen abschließen zu können.

Quelle: Gießener Anzeiger