Ende der ‚Englischen Woche‘: HSG Wetzlar will SG Flensburg-Handewitt harten Kampf liefern!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen wollen Dienstagabend gegen amtierenden DHB-Pokalsieger an tolle Leistung aus vergangenem Heimspiel gegen Hannover anknüpfen – Fäth, Klesniks und Ferraz angeschlagen - Mirkulovski fällt aus!

Für die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar geht mit dem morgigen Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt eine anstrengende „Englische Woche“, mit vier Spielen innerhalb von nur zwölf Tagen, zu Ende. Um 20.15 Uhr empfangen die Grün-Weißen den amtierenden DHB-Pokalsieger und Meisterschaftsanwärter in der Rittal Arena Wetzlar. Für die Partie, die von den DHB-Elitekader-Schiedsrichtern Fabian Baumgart (Altenheim) und Sascha Wild (Elgersweier) geleitet wird, gibt es noch wenige Sitzplatz- und Stehplatzkarten im Vorverkauf und an der Abendkasse. Die Spielaufsicht hat Berndt Dugall.

„Wir wollen gegen Flensburg an die Leistung aus dem vergangenen Heimspiel gegen Hannover anknüpfen“, verrät Wetzlars Trainer Kai Wandschneider vor der Partie. „Das müssen wir auch, um gegen das Star-Ensemble der SG überhaupt mithalten zu können! Flensburg wird nach der Heimniederlage gegen Melsungen mit jeder Menge Wut im Bauch in die Rittal Arena kommen. Da gilt es von der ersten Minute an konzentriert und engagiert gegenzuhalten! Natürlich ist Flensburg der ganz klare Favorit, aber wir wollen der SG mit Hilfe unserer Zuschauer einen großen Kampf liefern.“

Das hatten die Grün-Weißen auch in der vergangenen Saison geschafft, als sie dem späteren DHB-Pokalsieger Mitte Dezember, nach spannenden 60 Minuten, ein 22:22-Unentschieden abknöpften. „Das war bärenstark doch die Vorzeichen sind heute etwas anders, denn wir treten mit einer neuformierten Mannschaft an, die sich zwar immer besser findet, aber noch etwas Zeit braucht. Flensburg dagegen hat im Sommer beachtlich investiert und sich mit Rasmus Lauge, Rene Toft-Hansen, Kentin Mahé und Petar Djordic vehement verstärkt. Sie sind eine Mannschaft, die über ihre bärenstarken Deckung um Weltklasse-Torhüter Mattias Andersson und ein enorm schnelles Umschaltspiel ihre Gegner quasi überrennt und so die meisten ihrer Spiele gewinnt. Lässt man sie durch leichte Fehler oder überhastete Abschlüsse ins Laufen kommen, kann es deutlich werden“, so Wandschneider, der seiner Mannschaft nach dem 23:23-Remis am Samstag in Lemgo einen Tag Ruhe verordnet hat. „In Lemgo hat man gesehen, dass wir gegen Gummersbach und Hannover Kraft gelassen haben. Deshalb haben die Spieler am Sonntag einen freien Tag gehabt, um die Akkus aufzuladen, denn gegen Flensburg müssen wir hellwach, konzentriert, aggressiv und sehr laufstark sein.“  

Aktuell plagen sich bei den Grün-Weißen mit Joao Ferraz, Steffen Fäth und Evars Klesniks drei Rückraumspieler mit Blessuren aus dem Auswärtsspiel in Lemgo herum. „Wir gehen aber davon aus, dass alle drei am Dienstagabend auflaufen können“, gibt der 55-jährige leichte Entwarnung. Somit hätte der Coach gegen den Meisterschaftsanwärter aus dem Hohen Norden bis auf Stratege Filip Mirkulovski alle Mann an Bord. Der Mazedonier fällt mit einer Leistenzerrung aus„Gegen die individuelle Klasse der Flensburger können wir nur im Kollektiv bestehen“, weiß Wandschneider. „Wir müssen in der Abwehr Beton anrühren und brauchen Torhüter, die über sich hinauswachsen, so wie es Andreas Wolff bereits gegen Hannover getan hat. Im Angriff müssen wir das Tempo und Abschlussverhalten besser steuern als noch in Lemgo und die Spielzüge perfekt und selbstbewusst auf den Punkt spielen. Mitentscheidend wird auch unser Rückzugsverhalten sein. Je länger wir das Spiel eng und somit offen gestalten können, umso besser für uns! Wir freuen uns darauf, uns vor unseren eigenen Fans mit einer der besten Mannschaften im Welthandball messen zu können und werden uns mit allem, was noch im Tank ist, voll reinhauen! Mal schauen, was am Dienstagabend geht?“

Mit 5:5-Punkten steht die HSG Wetzlar derzeit auf Platz 9 in der DKB Handball-Bundesliga. „Der Tabellenplatz spielt derzeit überhaupt keine Rolle, wichtig ist, dass wir nach fünf Spielen ebenso viele Pluspunkte auf dem Konto haben“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Der Punktgewinn am Samstag in Lemgo war enorm wichtig und im Zustandekommen sehr gut für die Moral. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie immer an ihre Chance glaubt. So wird es auch gegen Flensburg sein, denn wir spielen zu Hause und wollen unseren Zuschauern einen großen Kampf gegen ein Topteam der Liga liefern. Dafür müssen und werden alle in den roten Bereich gehen! Nach dem Spiel haben wir zum Glück dann anderthalb Wochen spielfrei, so dass die Spieler die Akkus wieder etwas aufladen können.“

Für Trainer Kai Wandschneider gilt am Dienstagabend der Grundsatz „mit Spaß, Freude und Selbstverstrauen an die Aufgabe heranzugehen!“ Von üblichen Floskeln wie „Wir haben nichts zu verlieren“ hält der 55-jährige nicht viel, denn es gehe „in jedem Heimspiel darum, sich den eigenen Fans von der besten Seite zu präsentieren und zudem neben Punkten auch immer um eigene gute Tordifferenz.“