Endlich wieder Bundesliga-Handball! Wetzlar empfängt Hamburg!

DKB Handball-Bundesliga

Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider brennt nach sechswöchiger Vorbereitungsphase - Michael Müller neuer Kapitän der Grün-Weißen.

Endlich ist die Zeit des Wartens vorbei! Nach einer fast endlosen Zeit von zwölf Wochen seit dem letzten Ligaauftritt im Juni fällt für die HSG Wetzlar am morgigen Samstag, den 25. August um 19.00 Uhr der Vorhang für die Spielzeit 2012/2013 in der DKB Handball-Bundesliga. Dabei kommt es zur Begegnung zweier Teams, die sich erst am Ende der vergangenen Saison gegenüberstanden. Damals siegte der HSV Handball knapp mit 28:26 in der Rittal Arena und ließ die HSG Wetzlar und ihre Anhänger weiter um den Klassenerhalt bangen.

In der neuen Runde soll, geht es nach Trainer Kai Wandschneider, vieles besser werden: „Die Uhren sind wieder auf null gestellt, wir starten also ohne den psychischen Druck eines Abstiegskampfes auf unseren Schultern und können mental völlig frei aufspielen. Natürlich weist der Kader des HSV enorme Qualität auf, weswegen sie auch die Favoritenstellung innehaben - Angst haben wir aber keine! Wir wissen um unsere Stärken und werden morgen 60 Minuten lang brennen und kämpfen“, erklärt der Coach, der nach aktuellem Stand zum Saisonstart bis auf den Langzeitverletzten Tobias Hahn auf alle Akteure zurückgreifen kann.

Die Leistungen in der Vorbereitung geben durchaus Anlass zu der Hoffnung, dass sich die HSG Wetzlar in diesem Jahr früher von den Abstiegsrängen distanzieren kann, als noch in der abgelaufenen Spielzeit. Siege in der Vorbereitung gegen den Nachbarn TV Hüttenberg, den TSV Hannover-Burgdorf und den SC Magdeburg haben nicht nur in der Region Mittelhessen aufhorchen lassen, auch wenn man an der Nauborner Straße weiß, dass Ergebnisse aus der „Pre-Saison“ nicht überwertet werden dürfen. „Alles Schall und Rauch“, sagt Wandschneider und fügt an: „Wo wir letztendlich stehen, werden wir erst am ersten Spieltag sehen.“ Auch wenn ihm einige Auftritte in den vergangenen Wochen positiv im Gedächtnis geblieben sind: „Für uns sind die Ergebnisse im Vorfeld der Saison zunächst einmal zweitrangig. Natürlich ist es schön zu gewinnen! Das hebt die Stimmung im Team und stärkt das Selbstvertrauen der Spieler. Viel wichtiger als Erfolge sind aber die gezeigten Leistungen – und da bin ich sehr zufrieden. Wir spielen schneller nach vorne und sind variantenreicher in unseren Angriffen geworden.“

Auch die vier Neuzugänge Michael Müller, Jens Tiedtke, Fannar Thor Fridgeirsson und Tobias Reichmann wurden bereits bestens in bestehende Kollektiv integriert und passen laut Wandschneider menschlich hervorragend in die Mannschaft. Ganz nebenbei sei durch die Verpflichtungen nicht nur Ersatz für die abgewanderten Spieler gefunden, sondern die spielerische Qualität im Kader nochmal erhöht worden.

Für die Spieler heißt es nun, die Fortschritte gegenüber der letzten Saison in der neuen Spielzeit auf die „Platte“ zu bringen, die Stärken auszuspielen und ruhigen Kopf zu behalten, wenn es nicht nach Wunsch laufen sollte. Denn dann, so hofft man in Wetzlar, könnte auch gegen den HSV schon der erste Punkt möglich sein.

An ausreichend Unterstützung durch die Fans sollte es für dieses ambitionierte „Projekt“ sicherlich nicht mangeln. Trotz des doch sehr frühen Saisonstarts und der anhaltend hochsommerlichen Temperaturen haben die Mittelhessen bereits knapp 3.400 Tickets im Vorverkauf abgesetzt. Es gibt für die Partie aber noch Sitz- und Stehplatzkarten an der Abendkasse. „Wir hoffen natürlich auf ein volles Haus und eine tolle Stimmung auf den Rängen, denn das hätte sich die Mannschaft nach den schweißtreibenden Vorbereitungswochen absolut verdient und ist auch notwendig, um vielleicht den Goliath aus Hamburg eventuell ins Wanken bringen zu können“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.


HSG Wetzlar startet mit neuem Kapitän in die 15. Bundesliga-Saison

Zum ersten Saisonspiel wird die HSG Wetzlar morgen von einem neuen Kapitän auf das polierte Echtholzparkett geführt. Neuzugang Michael Müller wird bei den Mittelhessen künftig dieses inoffizielle Amt bekleiden. Der 51-fache deutsche Nationalspieler löst damit Torhüter Nikolai Weber ab, den HSG-Trainer Kai Wandschneider zum Co-Kapitän bestimmte.

Wandschneider hält große Stücke auf „sein“ Kapitänsduo. „Beide werden sich in dieser Aufgabe gut ergänzen, zumal Niko Weber seit vielen Jahren im Verein ist und die Strukturen und Mechanismen sehr gut kennt“, ist sich der Coach sicher. „Ich wollte gerne einen Feldspieler als Kapitän haben und Michael Müller hat sich durch seine sportliche Leistung, seine Erfahrung und sein zwischenmenschliches Verhalten in den vergangenen Wochen einfach aufgedrängt – ohne jedoch selbst jemals Anspruch auf dieses Amt erhoben zu haben. Er hat bei uns von Anfang an eine Führungsposition inne, ist vollends akzeptiert und will Verantwortung übernehmen. Zudem kann er Dinge im Spiel auch ohne besondereAnweisung von außen gut umsetzen.“

Auch wenn die Kapitänsfunktion im offiziellen Spielbetrieb der DKB Handball-Bundesliga keine Rolle mehr spielt, so ist sie für ein Mannschaftsgefüge doch von enormer Bedeutung, weiß Wandschneider, der vor der Auswahl des Kapitäns einen sechsköpfigen Mannschaftsrat wählen ließ (Alois Mraz, Jens Tiedtke, Kevin Schmidt, Nikolai Weber, Michael und Philipp Müller). Dieser soll in der nunmehr startenden Saison die Interessen der grün-weißen Mannschaft im Innen- und Außenverhältnis vertreten.