„Erfrischende“ Trainingseinheit und „schweißtreibender“ Herz- und Kreislaufcheck!

DKB Handball-Bundesliga

Profis der HSG Wetzlar mit Ausdauereinheit auf der Lahn – Kardiologische Untersuchung am Nachmittag im Uniklinikum Gießen-Marburg

Am dritten Tag der Vorbereitung hatte Athletiktrainer Thorsten Ribbecke die Spieler des Handball-Erstligisten HSG Wetzlar am Mittwochvormittag zu einer außergewöhnlichen Ausdauereinheit geladen. Es ging auf´s Wasser – genauer gesagt auf die Lahn! Treffpunkt für die Spieler war die An- und Ablegestelle von Kanutours Lahn-Dill in der Nähe der Rittal Arena Wetzlar. Dort bestiegen immer drei Handballer ein Kanu, um kurze Zeit später flussaufwärts (!), also gegen den Strom, zu paddeln und so in vorgegebenen Intervallen Kraft und Kraftausdauer zu trainieren. Zwischenstation war in Höhe Dorlar, ehe es etwas entspannter zurück nach Wetzlar ging. Athletiktrainer Thorsten Ribbecke war von der knapp dreistündigen Trainingseinheit begeistert: „Die Jungs waren mit Spaß und guter Laune bei der Arbeit! Diese Trainingseinheit war zum Teil richtig intensiv und hat zudem dazu beigetragen, dass sich die Spieler noch näher kennenlernen. Eine solche Abwechslung im Trainingsplan ist wichtig. Schön, dass auch das Wetter gepasst hat.“

Doch damit war für die grün-weißen Jungs nicht genug! Im Anschluss an die „erfrischende“ Trainingseinheit standen die ersten vorgeschriebenen Herz-Kreislauf-Untersuchungen der Spieler in der Klinik für Kardiologie der Uniklinik Gießen-Marburg an. Dort hieß es sich unter anderem aufs Fahrrad zu schwingen und kräftig in die Pedale des Ergometers zu treten. Der Schweiß lief erneut in Strömen! Die Untersuchungen wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Holger Nef und Dr. Pascal Bauer durchgeführt. Neben Blutentnahme sowie Ruhe- und Belastungs-EKG stand für die Jungs von Trainer Kai Wandschneider, der sich ebenfalls druchchecken ließ, auch ein sogenanntes Herz-Echo auf dem Plan. "Wir können das Risiko des plötzlichen Herztods nicht ausschalten, aber es minimieren", stellte Dr. Pascal Bauer fest. Die Nationalspieler Andreas Wolff und Co. nutzen den Service der Kardiologie gerne. "Weil wir, wenn keine Fehler festgestellt wurden, noch beruhigter unserem Sport nachgehen können", sagt der Torhüter. Genauso sieht es Mitspieler Christian Rompf: "Zu viele Gedanken sollte man sich zwar nicht machen. Aber wenn du es schwarz auf weiß hast, dass alles okay ist, umso besser."

Bei jungen Hochleistungssportlern kommt es immer wieder vor, dass eine nicht erkannte Herzerkrankung vorliegt, die im schlimmsten Fall zu einem Infarkt führen kann. Meist handelt es sich um angeborene Erkrankungen, die oft nicht erkannt wurden. Auch kann das Herz von einem Virus befallen und der Herzmuskel entzündet sein. Das wird neben anderen Symptomen oft nicht bemerkt, kann aber zu schweren Herzrhythmusstörungen, wie zum Beispiel Kammerflimmern und damit zum Tod führen. Deshalb sind ausführliche Herzkreislauf-Untersuchungen für Spieler Pflicht, werden von der HSG Wetzlar sogar regelmäßig angeordnet.