Erleichterung: Wetzlar gewinnt mit 29:23 in Friesenheim

Bildquelle: Jürgen Pfliegensdörfer

DKB Handball-Bundesliga

Kollektive Erleichterung bei der HSG Wetzlar - 2 wichtige Punkte

Kollektive Erleichterung bei Handball-Bundesligist HSG Wetzlar: Im dritten Spiel hintereinander gegen einen Aufsteiger behielten die Mittelhessen die Oberhand und sackten mit dem 29:23 (14:10)-Erfolg bei der TSG Friesenheim zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf ein.

Damit schoben sich die Wetzlarer am HC Erlangen vorbei auf den 14. Tabellenplatz. Entsprechend groß war die Erleichterung bei Trainer Kai Wandschneider. »Wir haben die letzten drei Meisterschaftsspiele verloren, und auch das Pokalspiel in Erlangen. Da sieht man, dass viel in den Köpfen vorgeht.« Umso wichtiger war dieser Sieg auch im Hinblick auf die nächste Partie zu Hause gegen den Bergischen HC am Samstag (19 Uhr).

Die ersten Minuten verbrachten die Grün-Weißen gedanklich offenbar noch in der Kabine. So scheiterten gleich zweimal Tobias Hahn, Steffen Fäth und auch Ivano Balic an TSG-Torhüter Kevin Klier. Das unsägliche Fahrkartenfestival schien sich also auch in der Friedrich-Ebert-Halle fortzusetzen. In der Abwehr waren es vor allem die Anspiele an den Kreis, die der HSG Probleme bereiteten. Doch Wandschneider fackelte nicht lange. Bereits in der 13. Minute tauschte Evars Klesniks den Platz auf der Bank mit dem auf dem Feld und zeigte mit einem Schlagwurfkracher zum 4:5, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Fortan stand auch die Abwehr stabiler, es schien, als sei der Lette nie verletzt gewesen. 

Lipovina trifft und fliegt 

Kurz darauf gab auch Neuzugang Vladan Lipovina seinen Einstand, nachdem erst am Nachmittag seine Spielberechtigung eingetroffen war. Und auch diese Einwechselung war kurze Zeit später von Erfolg gekrönt. In der 18. Minute erzielte der 21-Jährige seinen ersten Bundesligatreffer zur ersten Führung der HSG zum 7:6, nachdem er die Kugel im Getümmel fast schon verloren hatte. Mit zwei Zeitstrafen innerhalb weniger Minuten drohte Wetzlar die inzwischen herausgeworfene 8:6-Führung jedoch wieder zu verlieren. Es war wieder Lipovina, der per Freiwurf traf, während den »Eulen« im Angriff ebenfalls nur ein Treffer gelang. In der 25. Minute dann ein Schockmoment für die Wetzlarer. Gunnar Dietrich hatte sich auf der linken Seite mit einem Wackler durchgetankt und konnte von Lipovina nur von der Seite gestoppt werden. Dabei hielt er ihn am Arm fest und entwendete dem Friesenheimer den Ball. Jeder bei der HSG rechnete mit der nächsten Zeitstrafe, doch die Unparteiischen zückten nach kurzer Absprache die rote Karte und schickten den entsetzten Lipovina vom Feld. Das brachte einen kleinen Bruch ins Spiel der Grün-Weißen und hatte das 10:10 zur Folge. Wandschneider reagierte, stellte sein Team in einer Auszeit auf die letzten Minuten ein – und so zog die HSG bis zur Pause bis auf 14:10 davon.

In der zweiten Halbzeit blieb Wetzlar am Drücker. Auch die Abschlussschwäche hatten die Grün-Weißen offenbar im Bus gelassen. Egal, wer den Ball in Richtung Tor bugsierte, er schlug meist hinter dem gut aufgelegten Klier ein, der in den meisten Fällen machtlos war. Selbst Guillaume Joli schien wieder seine Bestform bei den Siebenmetern zu erreichen, verwandelte die ersten vier sicher. Beim Fünften allerdings mischten sich die Schiedsrichter in seine Vorbereitung ein, warfen dem Franzosen Spielverzögerung vor, prompt scheiterte Joli an Klier. Die Atmosphäre heizte sich nach einer roten Karte für Friesenheims Erik Schmidt zunehmend auf, Wetzlar blieb aber ruhig, spielte konzentriert weiter und hatte die Partie nach dem Siebenmeter von Steffen Fäth zum 25:18 (52.) im Sack.

»Wir haben zwar auch heute wieder einige freie Chancen vergeben. Aber mir hat vor allem unsere Abwehr gefallen gegen das Positionsspiel der TSG, mit einem starken Andreas Wolff im Tor«, lobte Wandschneider, der ein Extralob an Tobias Hahn und Evars Klesniks für ihre Abwehrleistung verteilte.

TSG Friesenheim: Klier, Sitter; Grimm (5/3), Kogut (3), Dietrich (1), Lex (1), Just (1), Tesch (2), Hauk (2), Büdel (1), Schmidt (3), Kossler (1), Criciotoiu (3).

HSG Wetzlar: Hombrados, Wolff; Prieto, Lipovina (2), Tiedtke, Rompf (4), Weber (6), Fäth (6/1), Hahn (2), Bliznac (1), Harmandic (1), Joli (4/4), Balic (2), Klesniks (1).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff (Düsseldorf). – Zuschauer 1740. – Zeitstrafen: 6:8 Minuten. – Rote Karten: Schmidt (46.) – Lipovina (25.) beide wegen Foulspiels. – Siebenmeter: 3/3:8/5.

Quelle: Gießener Allgemeine Zeitung