Erstes Spiel - Erster Sieg auf dem KONE-Cup in Hamburg

DKB Handball-Bundesliga

38:29 Erfolg gegen den schweizer Challange-Cup-Teilnehmer Wacker Thun

Eines steht bereits nach dem ersten Tag des Kone-Cups fest: Am Sonntag wird ein neuer Turniersieger gekürt. Denn in Aarhus Handbold schied der amtierende Champion bereits im ersten Spiel aus. Im Siebenmeterschießen unterlag der dänische Klub gegen Saint Raphael VHB mit 31:32. Im Halbfinale trifft der französische Erstligist nun auf die HSG Wetzlar. Das Team von Kai Wandschneider gewann souverän mit 38:29 gegen den Schweizer Vize-Meister Wacker Thun. Erfreulich aus deutscher Sicht: Auch der zweite deutsche Bundesligist MT Melsungen qualifizierte sich mit einem 28:24-Sieg über HCM Constanta für das Halbfinale. Dort steht das Team von Micheal Roth dem österreichischen Serienmeister A1 Bregenz gegenüber, der die HSG Nordhorn-Lingen mit 24:32 schlug. 

Eigentlich hätte Christian Gaudin, der Trainer von Saint Raphael VHB, nach dem ersten Spiel des Tages zufrieden sein können. In einer engen und spannenden Partie setzte sich seine Mannschaft - angeführt von einem hervorragend aufgelegten Aurelien Abily - gegen den amtierenden Turniersieger Aarhus Handbold durch. Erst der letzte Wurf im Siebenmeterschießen brachte die Entscheidung zugunsten von Raphael, einem Gegner des HSV Handball in der Qualifikation für die Champions League. Doch trotz des 32:31-Sieges (30:30 nach 60 Minuten) fand Gaudin kritische Worte: „Ich habe gedacht, dass wir besser spielen können. Doch man hat gesehen, dass wir noch Zeit brauchen und hart arbeiten müssen. Wenn wir morgen im Halbfinale so spielen, werden wir verlieren.“ Lediglich seinem Haupttorschützen Abily – elf Tore – attestiere der französische Coach ein „sehr gutes Spiel“.  Abily selbst will kein großes Aufheben von seiner Leistung machen: „Ich merke einfach, dass ich langsam in Gang komme. Es sind sehr gute Mannschaften hier, doch ich hoffe natürlich, dass wir es ins Endspiel schaffen.“ Mit Aarhus Handbold schlugen sie im ersten Spiel gleich einen der großen Konkurrenten um den Turniersieg. Deren Trainer Erik Veje Rasmussen war sichtlich unzufrieden: „Wir haben im Angriff nicht mit genug Druck gespielt und in der Abwehr zu große Räume gelassen. Unser Ziel war der erneute Turniersieg, doch das ist jetzt nicht mehr möglich.“ Besonders zu der Leistung seiner Spieler im Siebenmeterwerfen – vier von fünf Schützen vergaben vom Punkt – fand der Däne deutliche Worte: „Das war kläglich. Auf diese Art und Weise zu verlieren, ist grausam und schlecht.“

Im Halbfinale trifft Saint Raphael HVB auf die HSG Wetzlar, die sich im zweiten Spiel des Tages ohne große Probleme durchsetzte. Der Bundesligist war dem Schweizer Vize-Meister Wacker Thun körperlich überlegen und präsentierte sich viel dynamischer. Zur Halbzeit stand es bereits 22:14, der Entstand von 38:29 war in der Höhe verdient. Doch ähnlich wie sein Kollege Gaudin übte Wandschneider Kritik an der Leistung seiner Mannschaft: „Wir waren deutlich stärker, doch ich bin trotz des hohen Sieges nicht damit einverstanden, dass wir so nachlässig geworden sind. Wir haben unser Spiel nicht konsequent durchgezogen.“ HSG-Neuzugang Michael Müller stimmt seinem Trainer zu: „Die erste Halbzeit war ganz ordentlich, in der zweiten hat die Konzentration nachgelassen. Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, doch unser primäres Ziel ist es, uns einzuspielen, um nächstes Wochenende zum Saisonstart ein gutes Spiel zu zeigen.“ Seine eigene Leistung – fünf Tore und viel Dynamik im Spiel zum Tor – will er nicht überbewerten: „Ich bin neu in der Mannschaft und wir müssen uns noch besser kennenlernen. Doch phasenweise hat das Zusammenspiel schon sehr gut geklappt.“ Das wird auch Wandschneider so sehen, der mit Blick auf das Halbfinale vor allem die Abwehr in die Pflicht nimmt: „Das waren gegen Thun neun Gegentore zu viel. Unser Ziel ist der Turniersieg und das Spiel gegen die Franzosen wird eine ganz andere Geschichte als heute. Saint Raphael hat mir gut gefallen und ist technisch sehr versiert.“ Thun-Trainer Martin Rubin war verständlicherweise ernüchtert: „Das war ein typisch Schweizer Beginn von uns – wir kamen einfach zu langsam ins Spiel. Doch bei den starken Gegnern können wir von diesem Turnier trotzdem nur profitieren.“

Zwei Stunden nach der HSG Wetzlar machte auch die MT Melsungen den Einzug ins Halbfinale perfekt. Das Team von Trainer Michael Roth kontrollierte die Parte von Anfang an und gab sich beim 28:24 (15:10) gegen HCM Constanta keine Blöße. Der rumänische Meister verzweifelte zu oft an einem starken Per Sandström im Tor des Bundesligisten, um das Ruder doch noch herumzureißen. Roth: „Es war kein leichtes Spiel für uns, doch wir hatten eine gute Anfangsphase. Es war wichtig, dass die Abwehr so sicher stand. 24 Gegentore sind eine gute Leistung.“ Herausheben will er keinen seiner Spieler, denn „es war eine ausgeglichene Mannschaftsleistung“. Das Ziel formuliert er indes deutlich: „Wir wollen ins Finale, um eine Woche vor Saisonstart mit einem positiven Gefühl nach Hause fahren zu können“ Und trotz der Niederlage zeigt sich auch das rumänische Trainer-Team zufrieden mit der Leistung: „Wir wollten ein gutes Spiel machen und das hat funktioniert“, sagt HCM-Co-Trainer Alexandru Buligan. „Melsungen ist schon dichter an dem Top-Leistungsniveau als wir, denn unsere Vorbereitung hat gerade erst begonnen.“

Im letzten Spiel des Tages traf die HSG Nordhorn-Lingen auf den österreichischen Serienmeister aus Bregenz. Der Zweitligist verkaufte sich gut und verhinderte lange einen Kantersieg der favorisierten Österreicher. Am Ende kosteten drei vergebene Großchancen in den letzten zwanzig Spielminuten die mögliche Überraschung. Endstand: 24:32 (12:16). Das Fazit von HSG-Trainer Heiner Bültmann fiel dementsprechend enttäuscht aus: „Mir hat die Einstellung teilweise nicht gefallen. Die Osterreicher waren ein Tick bissiger, das darf natürlich nicht sein. Wir hatten die Chancen, noch einmal ganz dicht ranzukommen, haben diese aber leider vergeben. Damit war das Spiel gelaufen.“ Im Gegensatz zu Bültmann fand Bregenz-Coach Geir Sveinsson lobende Worte für sein Team: „Man ist immer zufrieden, wenn man gewinnt. Es ist gut gelaufen für uns; besonders das Kreisspiel hat mir gefallen. Unser Ziel ist es gewesen, unter die ersten Vier zukommen – jetzt wollen wir natürlich gerne auch ins Finale.“ 

Gute Spiele – gute Stimmung. Der Kone-Cup erfüllt wie schon in den vergangenen Jahren die Erwartungen von Teams und Verantwortlichen. Mitorganisator Jürgen Hitsch fasst zusammen: „Wir haben die handballerische Qualität noch einmal erhöhen können. Besonders erfreut bin ich über die, im Vergleich zum letzten Jahr, steigende Zuschauerzahl.“ W nun Lust bekommen hat, sich dieses internationale Handball-Highlight in Hamburg-Barmbek doch noch anzuschauen, ist für zehn Euro (Tageskarte) dabei. Informationen und Spielplan unter: www.kone-cup.de